PJ-Tertial Innere in Klinikum Starnberg (3/2025 bis 7/2025)

Station(en)
B3 (Allgemeine Innere, Gastroenterologie), ZNA
Einsatzbereiche
Notaufnahme, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich hatte mich aufgrund der positiven Bewertungen und des freien Studientages für das Klinikum Starnberg entschieden. Mein Fazit für mein PJ-Tertial dort: Nettes Team, viel Freizeit, geringes Ansehen als PJler, man lernt wenig. Ich habe mich in meinem PJ dort eher an meine Pflegepraktikums-Zeiten zurück erinnert und war ziemlich enttäuscht. Ich würde mein Innere-Tertial dort nicht wieder machen, auch wenn ich als Fachrichtung später kein Innere machen möchte. Ich kann es nur denjenigen empfehlen, die wirklich gar nicht Innere interessiert sind.

Allgemeines
Ich habe meinen Platz über das PJ-Portal gebucht. Selbst 2 Wochen vor PJ-Beginn hatte ich noch keine E-Mail mit Informationen bekommen, sodass ich im Sekretariat von Prof. Krötz angerufen habe, woraufhin dann eine Mail mit Uhrzeit, Ort etc. kam. Am ersten Tag wird man vom Chef kurz begrüßt, mit in die Frühbesprechung genommen und dann von Prof. Krötz auf die Stationen verteilt. Es gab keinerlei weitere Organisation. Um PC-Zugänge musste man sich selber kümmern und Rotationen sind auch nicht vorgesehen. Wir waren 5 PJler und haben uns dann selbstständig eingeteilt, was aber nicht so einfach war. Pro Station (B1, B2, B3) und auch für die Endoskopien sollte immer min. ein PJler für Blutentnahmen/Zugänge/Sonstiges sein. Idealerweise war man zu zweit auf Station um die Blutentnahmen zu erledigen, weil es sonst so viele waren, dass man die Visite verpasst hat und keine eigenen Patienten betreuen konnte. In der ZNA und auf Intensiv durfte hingegen wenn überhaupt nur 1 PJler sein.

Station B3
Der Tag hat immer um 8:15 Uhr mit der Frühbesprechung begonnen. Vorher war man schon auf Station und hat die BEs gerichtet. Nach der Frühbesprechung hat man mit PVK legen, BEs angefangen. Ich hatte Glück, dass ich einer super netten Assistenzärztin zugeteilt worden bin, die selbst bei den BEs mitgeholfen hat und für die es in Ordnung war, dass ich die BEs während der Visite mitgemacht habe. Nach ein paar Tagen durfte ich bei ihr auch eigene Patienten übernehmen, meisten so 2, und für diese die Visitengespräche führen, Doku machen, Arztbriefe schreiben, Untersuchungen anmelden und OA-Visite mitmachen. Auf der Station B3 lagen zu dem Zeitpunkt allgemein internistische Patienten, Patienten mit Stroke und gastroenterologische Patienten. Man ist dann immer so gegen 12 Uhr gemeinsam Mittagessen gegangen und das Essen in der Cafeteria ist wirklich gut, da das Haus noch eine eigene Küche besitzt. Nachmittags konnte man schon so ab 14 Uhr nachhause gehen oder noch weitere Aufgaben mit erledigen, die auf Station anfielen.

ZNA
Der Tag in der ZNA beginnt um 8 Uhr und ist sowohl unfallchirurgisch als auch internistisch besetzt. Es gibt je Fach jeweils einen AA und einen OA. Leider ist die Pflege größtenteils ziemlich unfreundlich und behandelt einen wirklich wie einen Praktikanten. Eigenständiges Arbeiten ist möglich, aber es wird wenig kaum nach untersucht oder einem etwas am Patienten beigebracht. Das ist aber auch stark abhängig, wer von den AÄ in der ZNA ist, wovon der Lernfaktor dann abhängt. In der ZNA geht man Mittagessen wenn es passt und bleibt meistens bis 16/16:30 Uhr.

Pro
- Insgesamt nettes Team vor allem einzelne Leute, aber im Großen und Ganzen für ein kleines Haus eher unpersönlich.
- Sehr gutes Essen in der Cafeteria
- Viel Freizeit: Kurze Tage + Studientage, Anwesenheit wird nicht kontrolliert
- Landschaftlich schöne Umgebung in Starnberg
- Möglichkeit des günstigen Wohnheimplatzes direkt neben dem Klinikum
- Mitarbeiterparkplatz

Kontra
- Ansehen des PJlers ist wirklich mies: Man wird schon sehr für BEs und Zugänge als billige Arbeitskraft missbraucht. Wenn wenig PJler in der Tertial-Rotation sind, muss man die BEs auf mehreren Stationen erledigen und ist den ganzen Vormittag damit beschäftigt. Medizinisch lernt man nichts, weil man keine Visite mitmacht und keine eigenen Patienten betreuen kann. Zudem muss man sich unter den PJlern absprechen, dass die Stationen für die BEs mit PJlern besetzt sind. Manche AÄ machen ihre BEs selbst, viele sehen das als feste Aufgabe der PJler. Das Schlimmste war, wenn man die BEs der eigenen Station erledigt hatte und dann andere Stationen angerufen haben, dass man dort auch noch BEs machen sollte.
- Man muss das Blut selbst ins Labor bringen.
- Ich hatte überhaupt nicht das Gefühl, dass ich in in irgendeiner Art und Weise ausgebildet worden bin. Es war häufig auch Zeit absitzen.
- Sehr Assitenten-anhängig ob man was lernt.
- Ich hatte mir von einem kleinen Haus erhofft, mehr praktisch zu lernen und z.B. auch Punktionen und ZVK legen machen zu dürfen. Das kam überhaupt nicht vor.
- Es gibt keine Organisation des PJs.
- Der PJ Unterricht ist oft ausgefallen und war wenn er stattgefunden hat eher wieder das Gelernte aus der Uni durchkauen anstatt auch mal was praktisches wie Sono oder fachspezifische Dinge zu lernen.

Wohnheim
Anscheinend ist es schwierig einen Wohnheimplatz zu bekommen, v.a. über die Sommer-Monate. Ich hatte Glück und jemand hatte abgesagt, sodass ich ca. 4 Monate vorher noch einen Platz bekommen habe. Ich habe für eine eigene 1-Zimmer-Wohnung mit eigenem Bad und Küchenzeile 400€ für den gesamten Zeitraum bezahlt. Die Wohnung war bis auf das Bad renoviert. In der Küche gibt es eine Spüle, zwei Kochplatten und einen kleinen Kühlschrank. Alle weiteren Küchenutensilien muss man selbst mitbringen. Insgesamt war die Ausstattung mau, weil es gab schon nicht mal einen Mülleimer und an Putzsachen nur einen Handfeger. Möbliert ist das Zimmer mit einem 90cm-Bett, einem Nachtisch mit 2 Schubladen, einem kleinen Tisch, 2 Stühlen und einem Kleiderschrank. Bettzeug würde ich selber mitbringen. Die Apartments befinden sich in der Krankenpflegeschule, was manchmal wirklich seltsam ist, wenn die Pflegeschüler während des Schulbetriebs vor der Apartmenttür rumstehen. Es gibt einen WLAN-Anschluss, aber kein WLAN. In manchen Apartments kann man das WLAN der Pflegeschule nutzen. Man hat kein Netz im Wohnheim und auch der Hausmeister ist nur "Telefonisch" erreichbar, sprich fast gar nicht. Waschen muss man mit Waschmünzen im Nachgargebäude und ist unfassbar teuer. 4€ pro Wäsche waschen und 2€ für Trocknen.
Bewerbung
PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Bildgebung
Sonst. Fortbildung
EKG
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Patienten aufnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
EKGs
Röntgenbesprechung
Briefe schreiben
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Notaufnahme
Braunülen legen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
kein Gehalt, Essen frei
Gebühren in EUR
ca. 400€ Miete für Personalwohnheim für gesamtes Tertial

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
2
Unterricht
3
Betreuung
4
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.6