Meine Zeit im Emmental/ Langnau, war insgesamt sehr lehrreich, wenn auch zugleich intensiv und zeitaufwendig. Wer ein eher entspanntes PJ sucht, ist hier vermutlich nicht ganz richtig, aber wnen wir uns ehrlich sind, ist das in der Schweiz generell selten. Die Arbeitsbelastung ist hoch und man verbringt viel Zeit im Spital, doch genau dadurch nimmt man eben auch enorm viel mit. Man hat auch jeden Freitag in der Früh Sonounterricht, was super war! Zudem wird hier Teaching sehr groß geschrieben, man hat täglich Teaching in irgendeiner Form!
Besonders positiv hervorzuheben ist, dass man früh Verantwortung übernehmen darf und sehr selbstständig arbeiten kann. Ich hatte das Gefühl, mir in dieser Zeit deutlich mehr praktisches Wissen und Sicherheit im klinischen Alltag angeeignet zu haben als in vielen anderen internistischen Stationen.
Das Team war während meiner Zeit dort sehr angenehm und unterstützend. Allerdings sollte man bedenken, dass sich die Zusammensetzung der Assistenzärztinnen und -ärzte häufig ändert, sodass die Erfahrung je nach Zeitpunkt variieren kann. (Lasst euch aber nicht von gewissen nicht so motivierten Assistenzärztinnen und -ärzten ausnutzen, die ihre Drecksarbeit abwälzen wollen :) ihr seid da um etwas zu lernen und nicht um zu kompensieren).
Sehr empfehlen kann ich die Mitarbeit am Notfall an Samstagen: Man erhält dafür einen freien Montag, wird etwas besser vergütet und hat gleichzeitig die Möglichkeit, noch eigenständiger zu arbeiten und zusätzliche praktische Erfahrung zu sammeln.
Das Essen ist auch sehr super und für schweizerische Verhältnisse eher billig, man sollte aber jedes Mal erwähnen, dass man in Ausbildung ist, dann bekommt man das Essen auch um 5 Franken. Zudem geht sich nach dem Essen meist ein Kaffee oder ein Ovomaltine aus, was in den meisten Fällen von den Oberärztinnen und - ärzten, sowie Assistenzärztinnen und -ärzten spendiert wird, ist aber mit 1,5 Franken auch nicht ein Weltuntergang, falls man öfters einen Boost braucht.
Die Unterkunft war ebenfalls gut organisiert: sauber, in unmittelbarer Nähe zum Spital und mit Internet, Küche sowie einem Badezimmer inklusive Badewanne ausgestattet. Waschmaschine und Trockner befinden sich im Keller, können jedoch nur gegen Münzen genutzt werden.
Freizeit ist unter der Woche eher begrenzt, da man viel arbeitet. Die Wochenenden bieten jedoch die Möglichkeit, die Umgebung zu erkunden. Ich war im Herbst und Winter dort. Für Bergliebhaber*innen definitiv eine tolle Region. Ein Auto ist dabei allerdings von Vorteil, da viele Ausflugsziele sonst schwer erreichbar sind. Parkmöglichkeiten sind vor der Wohnung vorhanden, jedoch kostenpflichtig und am besten vorher die Gemeinde kontaktieren.
Insgesamt war es eine sehr intensive Zeit mit viel Arbeit, aber auch mit einem enormen Lernzuwachs und vielen Gelegenheiten, eigenständig zu arbeiten.
Big Shoutout an die Assis: Myrto, Sandro, Hannah, Cyril, Nick, und an die Oberärztinnen und -ärzte: Petra, Darius, Nici, Nico.
Bewerbung
Ich habe mich 2 Jahre vorher beworben, jedoch habe ich mitbekommen, dass schweizerische Studierende recht spontan noch einen Platz bekommen.