Ich kann das PJ am UKT uneingeschränkt empfehlen. Nach meiner Zeit dort fühle ich mich sehr gut auf meine zukünftige ärztliche Tätigkeit vorbereitet.
Das PJ ist insgesamt hervorragend strukturiert. Zu Beginn erfolgt eine gezielte Einarbeitung mit einem schrittweisen Heranführen an die eigenständige Patientenversorgung. Man wird durchgehend sehr gut unterstützt und erhält – abhängig von den eigenen Fähigkeiten – passende Aufgaben. Mit zunehmender Erfahrung arbeitet man zunehmend eigenständig und übernimmt viele Tätigkeiten, die auch Assistenzärzte ausführen, wenn auch in etwas reduziertem Umfang.
Nach der Einarbeitungsphase betreut man Patientinnen und Patienten eigenverantwortlich von der Aufnahme über Diagnostik und Therapieplanung bis hin zur Entlassung und Arztbriefschreibung. Gleichzeitig besteht jederzeit die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen. Die eigenen Patienten werden selbstständig mit den zuständigen Oberärzten besprochen und auch in Visiten sowie in der morgendlichen Konferenz vorgestellt.
Der wöchentliche PJ-Unterricht war durchweg sehr lehrreich und sowohl theoretisch als auch praktisch gestaltet. Zusätzlich findet einmal im Monat ein Mentorenmeeting statt, in dem eine eigene Patientenvorstellung sowie eine M3-Simulation durchgeführt werden. Darüber hinaus engagieren sich viele Oberärzte auch außerhalb der regulären Zeiten mit zusätzlichem Teaching, beispielsweise am Nachmittag im Arztzimmer. Lehrinhalte werden außerdem regelmäßig im klinischen Alltag, insbesondere während Visiten und Fallbesprechungen, vermittelt.
Im Rahmen meines PJs rotierte ich durch die Stationen 42/43 (formal die Epileptologie), die ZNA, die Tagesklinik sowie die Station 45 (Neurodegeneration). Die Station 42/43 entspricht am ehesten einer klassischen Normalstation mit einem sehr breiten Krankheitsspektrum und hohem Patientendurchsatz, weshalb sie sich besonders gut für den Einstieg eignet. Auch die Zeit in der ZNA und Tagesklinik entsprach den Erwartungen und war lehrreich. Die Rotation auf Station 45 im Bereich der Neurodegeneration stellte ebenfalls eine sehr wertvolle Erfahrung dar. Des weiteren gibt es die Neuroonkologie und die Stroke/Vaskuläre Abteilung, auf denen ich aber nicht eingesetzt wurde.
Besonders hervorzuheben ist das durchweg respektvolle und freundliche Arbeitsklima. Das gesamte Team war jederzeit hilfsbereit und unterstützend, unabhängig von Situation oder Fragestellung.
Negative Aspekte sind mir – abgesehen von allgemeinen Rahmenbedingungen wie PJ-Gehalt oder Urlaubsregelungen – nicht aufgefallen. Organisatorisch zeigte sich die Klinik zudem flexibel und verständnisvoll, beispielsweise bei kurzfristigen Abwesenheiten oder Krankheit und man wird bei längerer Anwesenheit oder ruhigeren Nachmittagen regelmäßig freundlich darauf hingewiesen, dass man als PJler pünktlich Feierabend machen sollte.
Insgesamt spreche ich eine klare Empfehlung für das PJ am UKT aus. Insbesondere wenn ihr plant in die Neurologie zu gehen werdet ihr hier super vorbereitet.