Die Station PA1 ist die Adoleszentenstation und hier werden daher Patient*innen im Alter von 16-25 betreut. Abgesehen von Essstörungen und Abhängigkeitserkrankungen werden hier alle Krankheitsbilder behandelt. Es gibt ein spezifisches Programm für Depressionen und eines für Emotionsregulationsstörungen, wo die Patient*innen dann jeweils ca. 11 Wochen auf Station oder in der Tagesklinik sind. Geführt wird die Station sowohl von der Erwachsenenpsychiatrie als auch von der Kinder- und Jugendpsychiatrie und es gibt dementsprechend zwei Oberärztinnen.
Zu meinen festen Aufgaben zählten die Blutentnahmen (nicht zu vergleichen mit der Inneren, ca. 7 Stück pro Woche), die körperlichen Aufnahmeuntersuchungen (nach der 20. ein bisschen nervig, aber auch das hielt sich sehr in Grenzen) und die Dokumentation der Behandlungskonferenz (sehr anstrengend, wenn man das allein machen muss, es sind aber eigentlich immer auch Psychologiepraktikant*innen da, die mithelfen).
Alles andere, was ich im Endeffekt gemacht habe, habe ich mir mehr oder weniger selbst ausgesucht: Leistungsdiagnostik (WAIS IV), Aufnahmegespräche, Begleitung von Therapiegruppen (sowohl "mitlaufen" als auch selber "leiten") und Begleitung von Einzel- und Familiengesprächen. Unter Supervision durfte ich nach einigen Wochen auch Patient*innen selbst übernehmen.
Einzig negativ wäre vielleicht zu sagen, dass die PA1 sowohl in der Erwachsenenpsychiatrie als auch in der KJP zu den arbeitsintensivsten zählt. Eine richtige gemeinsame Mittagspause (wie in der Psych ja nicht unüblich) haben wir selten geschafft. Wer also eine entspannte Station sucht, ist hier eher falsch (wobei man als PJler*in natürlich Pause machen kann, wann man möchte).
Insgesamt hatte ich eine unglaublich gute Zeit auf der PA1. Das Team ist mega nett und engagiert und ich habe mehr gelernt als in der Inneren oder Chirurgie (mag auch an meinem Engagement gelegen haben). 1-2x pro Woche gab es Unterricht bei einem Oberarzt oder einer Oberärztin. Der war super organisiert und in den meisten Fällen richtig gut.
Gerade wenn man sich bzgl. der Entscheidung zwischen Erwachsener- oder Kinder- und Jugendpsychiatrie noch unsicher ist, ist die PA1 perfekt. Aber auch ansonsten, wenn man sich für Psychiatrie interessiert, kann ich es nur von ganzem Herzen empfehlen.
Bewerbung
Ich habe ca. 3 Monate vor Tertialstart an die Sekretärin geschrieben und mir die Station gewünscht. Den Platz habe ich wie üblich übers PJ-Portal bekommen.