Das Pj war sehr ambivalent für mich.
Organisiert wird es über das Gyn Sekr. Das klappt so weit. Dosimeter muss man aber explizit einfordern, wenn es einem wichtig ist. Sonst hat das mit unseren Orbiszugängen ect ganz gut geklappt. Mal waren wir gesperrt, mal konnten wir die Wäsche nicht mehr holen, aber es wurde sich immer drum gekümmert.
Das Essen in der Kantine ist auch für Pj kostenpflichtig. (3-5€) je nach Menüwahl. Freitags gibt es zustätzlich Pasta, die dirket an der Ausgabe nach Wunsch gebraten/zubereitet wird. Zusätzlich ist im Haus ein Bäcker mit Mitarbeiterrabatt, was echt praktisch ist.
Der PJ- Unterricht ist zahlreich. Es gibt einen mit allen Fachabteilungen abgestimmten Plan. Es ist fast jeden Nachmittag PJ Unterricht und zusätzlich Freitagsmorgens von der UC und Do morgen von der Gyn noch mal ein Teaching. Das Haus ist empfehlenswert wenn man als Wahlfach Gyn oder Anästhesie hat (egal wo), denn die beiden Fächer nehmen den PJ Unterricht besonders ernst.
Eingeteilt haben wir uns selbst und es gab keine Kontrollinstanz. Es war "von oben" relativ egal wo in den Bereichen der Inneren wir uns eingeteilt haben und für wie lange. Bei uns war das noch ganz gut möglich, weil wir 5 waren und vor uns keine alten Pj da waren. Jeder war 3 Wochen lang auf einer Station und ist dann weiter. Da das Krankenhaus chronisch zu viele Pj annimmt, waren wir mit den Pj, die im überlappenden Terzial dazu kamen irgendwas bei 14. Da war die Einteilung deutlich schwieriger, ohne dass man sich auf den Füßen stand. Gerade bei der Notaufnahme ist das schwer. Die Notaufnahme möchte, dass Pj, die zu ihnen kommen, mind. zwei Wochen da bleiben. Spätdienste (z.B. einer früh und ein PJ spät) sind nicht erwünscht.
Das bringt mich gleich zum ersten inhaltlichen Punkt: Die Notaufnahmezeit war schrecklich für mich. Im Frühdienst sind mehrere OÄ und eine PA da. Sie nehmen das teaching zwar sehr ernst, aber ohne Rücksicht auf Vorerfahrung. Da wird dir wie jedem Neuen dasselbe runtergebetet ohne, dass man individuell seinen Kenntissstand verbessern kann. Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass man als PJ noch nie einen richtigen Patienten gesehen hat und so wird man behandelt. (Man darf allerdings nicht kritische Patienten alleine voruntersuchen) PJ Unterricht, Mittagspause, mal ne halbe Stunde früher gehen, was andere Stationen sehr locker sahen, wurde hier sehr kritisch beäugt. Das Team ist sehr auf sich fokussiert und äußert sich in jeder freien Minute abfällig über Rettungsdienst, Pflege, alle Stationen und die Aä im Besonderen. Es wurde grundsätzlich über eine Person gelästert, wenn sie den Raum verließ. Ich schreibe das hier nicht, weil ich mit der Stammbesatzung der NA eine persönliche Außeinadersetzung hatte und ich das hier jetzt ablassen will. Zu mir waren sie immer sehr nett und habe gescherzt, aber die Stimmung war insgesammt so toxisch, dass ich sehr ungern dort war. Man hat sich damit gerühmt einen Assistenzarzt zum Weinen gebracht zu haben. In anderen Notaufnahmen hab ich in der Vergangenheit deutlich lieber gearbeitet und genauso viel gelernt.
Normalstation und IMC: Hier ist es sehr vom AArzt abhänig wie viel man lernt. Es war für mich eine ganz neue Erfahrung mehrere eigene Patienten zu haben und sie fast komplett zu betreuen: Die Visite dort zu machen, Unteruchungen anzumelden, mit der Pflege zu besprechen, Konzile reinstellen, Angehörigengespräche zu führen und den Brief zu schreiben. Ich denke, da bekommt man ein realitisches Bild wie die Arbeit als AA ist. Am Anfang hat es mich sehr überfordert, aber eigentlich war es ein gutes Training. Morgen und Abends kam ein OA und auf der Privatstaion der Chefarzt und hat alles noch mal besprochen. An der Stelle möchte ich auch einmal erwähnen wie großartig der aktuelle Gastrochefarzt ist. Egal wie stressig es ist, er nimmt sich immer Zeit für Lehre. Seine Erklärungen sind immer anschaulich und gut zu verstehen. Auch menschlich ist er wirklich klasse. Setzt sich zu den Pj an den Mittagstisch und quatscht locker etc.
Auf IMC liegen viele Strokepatienten, die von den Neurologen visitiert werden. Dort werden Fragen auch gerne beantwortet und gerne mehr gezeigt, wenn man Interesse hat.
Auf B4 und C1 ist die Pflege auch super. Es hat mir eigentlich wegen der Pflege am meisten schwer gefallen die Station zu wechseln. Auf der C2 sind auch alle super lieb, aber da geht öffter mal was in der Arzt/Pj-Pflege Kommunikation verloren.
Zusätzlich gibt es eine Onkologin, die sich sehr viel Zeit nimmt wenn man Fragen hat. Zu den Oberärzten will ich gar nicht so viel sagen. Mit manchen kommt man besser klar mit manchen weniger, wie überall.
Blutabnahmen: Natürlich war auf Station nicht immer alles Sonnenschein. Ich kam in dies Krankenhaus weil es hier Needle nurses gibt, aber die haben doch einen sehr hohen Krankenstand und wenn sie gesund waren, haben sie Urlaub gehabt. Es kam daher schon häufiger vor, dass man über die Station lief und den ganzen morgen Blutabnahmen gemacht hat. Das war frustran, weil man an dem Tag eigentlich die OA Viste und die eigentliche Viste verpasst hat und nicht wusste was jetzt bei den eigenen Patienten Sache war. Einige nette AA haben geholfen, doch es dass man den halben Tag mit Blutabnehmen verbacht hat, kam für meinen Geschmack zu häufig vor. Aber selbst wenn eine Needle nurse da war, war man ab der Mittagszeit, sobald sie frei hatte, sowieso die Vertretung. An den Nachmittagen fällt allerdings auch nicht so viel an. Dazu gibt es noch ein Pj Telefon auf dem die Chef Sekr. anrufen, wenn eine Nadel dort zu legen ist. Da hat der PJ dann zu kommen.
Funktion: Man darf überall dazu, immer fragen und wenn es geht auch was machen. Überall= Gastro/Colo, Echo, Sono Abdomen, EEG, Schrittmacher Auslesen, Schrittmacher OP, HKT... Im Sono wurden auch Leberpunktionen, Pleurapunktionen etc. durchgeführt. Man lernt mit der Zeit, mitzubekommen, wo was los ist. Auch die MFA dort sind wieder super nett!
Wir waren, als wir dann so viele waren, dass es nicht immer für alle was zu tun gab, in anderen Abteilungen hospitieren. Die Gyn. freut sich immer über PJler. In der Uro war es auch spannend (Das herzlicheste Team im ganzen Haus!). Man kann bei frühzeitiger Absprache auch in die Psychosomatik. Ein Wechsel auf die Intensiv ist nur den Anästhesie PJ vorbehalten. Allerdings sind sich da Kardio und Gastro Chef nicht ganz einig darüber, ob sie die Hospitationen gut finden. Das Argument, man braucht die 4 Monate um Innere zu verstehen, kann ich nachvollziehen. Ich hab immer noch nicht alles verstanden. Aber bei chronisch zu vielen PJler, vielen neuen AÄ und kranken Needle nurse lernt man in der Inneren nicht unbedingt jeden Tag super viel (Vermutlich ist das in anderen Häusern genauso, Man ist zumindest sehr bemüht und sehr lieb zu Pj).