PJ-Tertial Urologie in Asklepios Klinik Altona (3/2024 bis 6/2024)

Station(en)
Station 14
Einsatzbereiche
Station, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich kann mir die vielen positiven Bewertungen der urologischen Abteilung am Asklepios Klinikum Altona nur damit erklären, dass diese teils 10 Jahre in der Vergangenheit liegen, denn meine persönlichen Erfahrungen waren leider ganz andere:

Tagesstruktur:
Start war immer um 6.45 Uhr zur Morgenvisite. Dabei (Dauer ca. 1h) wurde wir PJ-Studierenden absolut nicht eingebunden oder beachtet. Meist stand man abseits, während die Visite leitenden Ärzte sich vor dem PC nuschelnd gruppierten. Danach sollten wir aber die Dokumentation der Visite übernehmen, ein Widerspruch in meinen Augen.
Danach folgte die Morgenbesprechung und nach dieser mussten wir PJ-Studenten*innen die Blutabnahmen und Braunülen abarbeiten (tgl. mind. 15 Stk.), was zwar gut für Übungszwecken war, aber auch schnell sehr mühsam wurde. Gleich verhielt es sich mit der Stationsarbeit: Vorbereiten der Arztbriefe und Sonos erfüllen zwar am Anfang einen gewissen Lerneffekt, aber auf Dauer ist dies doch sehr langweilig und monoton.
War diese erledigt, konnte man entweder noch im OP assistieren oder in der Ambulanz aushelfen. In der Ambulanz herrscht oft Hektik und man wird auch hier völlig alleine gelassen.
Am Nachmittag fand immer eine Besprechung noch statt, bei der meistens überzogen wurde und die eigene Präsenz absolut irrelevant war (anberaumt bis 15.30 Uhr, aber teilweise bis 16.00 Uhr oder noch länger).

Einige Punkte, die mir noch wichtig sind zu erwähnen:
Angesichts dessen, dass das Asklepios Klinikum Altona keine Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, empfand ich die Anwesenheitspflicht um 6.45 Uhr (früher als alle anderen im Haus) von uns Studierenden als ordentliche Zumutung. Dies bedeutete für mich, dank schlechter öffentlicher Verkehrsanbindung, sowie dem teuren Hamburger Wohnungsmarkt um 5 Uhr aufzustehen und dies für einen Lohn von 0,- €. Anderen Studierenden erging es dabei gleich wie mir. Zumindest wird einem das HVV-Ticket im Nachhinein rückerstattet.

Dass trotz des frühen Starts bei den Abschlussbesprechungen noch überzogen wurde und wir Studierenden auch nicht eher entlassen wurden, machten die Arbeitstage überlang- insbesondere für den Verdienst von stolzen 0,- €.

Vom Gros der Ärzte*innen wurde man nicht als zukünftige*r Kollege*in behandelt, sondern als Gratisarbeitskraft und Blutabnahmemaschine, an denen man auch mal gerne seine eigene Überforderung über das Arbeitsklima an der Abteilung auslassen kann.
Fragen sind nicht unbedingt erwünscht, teils wird man damit auch einfach ignoriert, oder es folgt eine genervte Reaktion, was angesichts der vielen Gratisarbeit als PJ-Student doch ein Armutszeugnis ist.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es grundsätzlich nicht gerne gesehen wird, wenn man seine Mittagspause in Anspruch nimmt, bzw. man sehr darauf beharren muss um auch einmal essen gehen zu können.

Im Haus selbst gibt es auch keine Kantine, sondern bloß einen Kiosk und eine Bäckerei der Kette „Junge“.
Das Klinikum spendierte jedem von uns ein imaginäres Konto für Lebensmittel von€ 4,50 pro Tag, welches wir entweder am Kiosk oder in der Bäckerei (hier waren unsere € 4,50 nicht einmal auf alle Waren einlösbar; es gibt eine extra Liste!) einlösen konnten.
Satt davon wurde niemand, denn bei den Preisen wurde seitens des Betreibers sehr darauf geachtet, dass das Kontingent nicht gänzlich ausschöpfbar ist. Zusätzlich wurde von der Bäckerei „Junge“ auch keine Aufzahlung der Summe um die die € 4,50 überschritten werden akzeptiert.

Positives:
Das Pflegeteam war zu uns Studierenden immer äußerst lieb und bemüht. Da fühlte man sich als PJler mehr integriert als im Ärzteteam.
Das Studentensekretariat im Haus- super liebe und engagierte Mitarbeiter*innen. Sehr bemüht um alle Belange und auch keine langen Wartezeiten auf Rückantworten.
Der damals für uns PJler zuständige Arzt, war menschlich gesehen, einer der wenigen Lichtblicke in dem Haus.

Fazit:
Absolut nicht empfehlenswert. Kein Geld, keine Unterkunft, keine Lehre. Wer viel arbeiten will für kein Geld und keine Wertschätzung, ist hier genau richtig…
Unterricht
1x / Woche
Tätigkeiten
Braunülen legen
Briefe schreiben
Botengänge (Nichtärztl.)
Blut abnehmen
Rehas anmelden
Röntgenbesprechung
Patienten untersuchen
Mitoperieren
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt

Noten

Team/Station
6
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
6
Klinik insgesamt
6
Unterricht
6
Betreuung
6
Freizeit
1
Station / Einrichtung
6
Gesamtnote
6

Durchschnitt 5.33