Für mich war die Neurologie im Klinikum Dortmund das perfekte Tertial an dem ich nichts kritisieren kann. Ich konnte alles was die neurologische Klinik zu bieten hat miterleben und im Rahmen meiner Möglichkeiten konnte ich die meisten Tätigkeiten, die in der Neurologie oder auch in anderen Fachbereichen relevant sind selbstständig durchführen. Ich fühle mich durch das Tertial sehr gut auf die eigenständige ärztliche Tätigkeit vorbereitet. Für mich war früh klar, dass ich meine berufliche Zukunft in der Innere Medizin sehe. Ich habe mich daher für die Neurologie als Wunschtertial entschieden, weil ich die Neurologie immer schon sehr spannend fand und Kenntnisse in der Neurologie auch für den Alltag in der Inneren Medizin als sehr sinnvoll gesehen habe. Diese Tertial hat mich tatsächlich nochmal zum schwanken gebracht.
Team: Das Team in der Neurologie im Klinikum Dortmund ist super gut. Ich wurde sehr gut integriert und am Ende habe ich mich sogar als Teil des Teams gefühlt. Im Team herrschte insgesamt eine sehr große Zufriedenheit und ein sehr respektvoller Umgang untereinander. Jeder im Team von den Assistenzärzt*innen über die Oberärzt*innen bis zur Chefärztin waren sehr engagiert mir möglichst viel beizubringen und zu zeigen. Die Chefärztin pflegte eine sehr respektvollen und freundlichen Umgang mit dem gesamten Team. Gleichzeit war ihr die Einhaltung von gewissen Regeln, Zuverlässigkeit und Sorgfalt sehr wichtig. Meiner Meinung nach zeigte sie das genau richtige Maß an Respekt und Dominanz, wodurch sie für mich als Chefärztin absolut vorbildlich auftrat. Der Umgang mit den Patienten und Patientinnen empfand ich ebenfalls von allen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Team als vorbildlich und respektvoll.
Fachkompetenz: Im Klinikum Dortmund kann man so gut wie jedes Krankheitsbild was die Neurologie zu bieten hat und klinisch behandelt wird sehen. Das gesamte Team trat insgesamt sehr kompetent auf und war auf dem neusten Stand der medizinischen Möglichkeiten. Zudem ist die neurologische Abteilung an vielen großen Studien beteiligt. Dadurch das das Klinikum Dortmund ein regionales Zentrum in der Versorgung von Schlaganfällen ist und mit einer sehr guten Neuroradiologie viele Thrombektomien macht, kann man hier die komplette Versorgung von Patienten und Patientinnen mit Schlaganfälle verfolgen. Dabei war sehr spannend zu sehen, wie Patienten und Patientinnen von eine schnelle Therapie wirklich stark klinisch profitieren konnten. Aber auch die klinischen Verläufe aller anderen Erkrankungen (immunologische neurologische Erkrankungen, Epilepsien, Parkinson-Krankheiten oder Parkinson-Syndrome, seltene Syndrome (Bsp. MELAS-Syndrom, Anti-Ig-LON5-Syndrom etc.), Polyneuropathien, periphere Nervenläsionen usw. konnte ich gut beobachten und wurden mit den aktuellsten Therapiemöglichkeiten behandelt.
Lehre: Das wohl wichtigste im PJ ist natürlich das man vieles für die zukünftige ärztliche Tätigkeit lernen und mitnehmen kann. Hier war ich absolut begeistert von dem PJ. So gehörte es nicht zu meinen Aufgaben, dass ich täglich die 20 Blutentnahmen auf der Station erledigte. Nein, hierfür gab es einen Blutentnahmedienst und falls dieser mal krankheitsbedingt ausfiel (komischerweise immer Montags), wurden die Blutentnahmen unter dem gesamten Team aufgeteilt. Nach einiger Zeit durfte ich selbstständig Patienten und Patientinnen betreuen, was für mich einen sehr Lerneffekte hatte. Auch in der ZNA durfte ich selbständig Patienten und Patientinnen betreuen und immer unter oberärztlicher Supervision nachbesprechen. Bei den praktischen Fähigkeiten durfte ich Lumbalpunktionen, arterielle Zugänge, ZVKs, Duplex-Sonographien und natürlich die klinische Untersuchung durchführen. Gerade die klinische Untersuchung und den klinischen Blick für neurologische Erkrankungen erlernte ich besonders gut in diesem Tertial. Auch das theoretische Wissen wurde gut gelehrt. Es wurde sich wirklich die Zeit genommen während des klinischen Alltags uns Studierende auch einiges zu erklären. Neben den praktischen Erfahrungen gab es ein breites Angebot an Unterricht. So gab es Montags, Mittwochs und Freitags einen zentral organisierten Unterricht für alle PJ-Studierenden. Der Unterricht Freitags bestand aus einem EKG-Kurs von einem Oberarzt aus der Rhythmologie, welcher eine absolute Empfehlung ist. Zudem gibt es ein SkillsLap, in dem regelmäßig Schulungen zur Reanimation oder anderen Dingen angeboten wurde. Speziell für die Neurologie habe ich dann zusätzlich noch alle 2 Wochen einen Unterricht bei der Chefärztin bekommen (da ich der einzige PJler war, also Privatunterricht), welcher ebenfalls sehr gut war. Es gab hierbei die Möglichkeit sich entweder Themen zu wünschen oder ein interaktives Fallgespräch zu führen. Hierfür gab es ein klinisches Fallbuch aus welchen durch Zufall ein Fall herausgesucht wurde und dieser ähnlich wie beim dritten Staatsexamen besprochen wurde. Dieses hatte ebenfalls eine sehr großen Lerneffekt für mich.
Organisation: Das PJ im Klinikum Dortmund war insgesamt sehr gut organisiert. Es gab einen Einführungstag, an dem alles organisatorische sehr gut geklärt werden konnten. Zudem bekam man direkt einen IT-Zugang für das System, einen Dienstausweis/Schlüsselkarte und alle nötigen Informationen. In der Abteilung hatte ich einen festen Ansprechpartner, an den ich mich mit allen Wünsche wenden konnte. Dieser hat mir ebenfalls einen Plan erstellt, wodurch ich in alle Bereiche der Neurologie in einem angemessenen Zeitraum reinrotieren konnte. Auch Wünsche wie Neuroradiologie oder Neurochirurgie waren möglich. Finanziell gab es 500€, was aus meiner Sicht im Vergleich zu anderen Häusern noch okay ist. Wir wissen alle, dass die finanzielle Unterstützung im PJ nicht wirklich fair ist. Dieses ist allerdings ein politisches Problem und kein Problem des Krankenhauses. Der einzige Kritikpunkt ist, dass wenn man mal einen Tag fehlte, einem dieser Tag von der Aufwandsentschädigung abgezogen wurde. Zudem bekam man ein Mittagessen kostenlos. Hier durfte man das Hauptgericht, einen süßen Snack (Muffin, Donat, Pudding etc.), einen herzhaften Snack und einen Salat nehmen. Das Essen war meiner Meinung nach okay.
Insgesamt: Absolute Empfehlung für alle die Neurologie machen wollen oder sich für Neurologie interessieren. Eine entscheiden Frage bezüglich der Qualität einer Abteilung ist meiner Meinung nach immer die Frage, ob sich interne Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbst dort behandeln lassen würde oder nicht. Und "Ja", ich würde mich sofort selbst in der neurologischen Abteilung des Klinikum Dortmund behandeln lassen!