Wer tatsächlich Innere beruflich in Betracht zieht, sollte vielleicht woanders sein Tertial machen. Generell kursiert in diesem Krankenhaus das Gerücht, PJler seien zur Blutentnahme und für Braunülen „angestellt“. Wenn man hierfür wenigstens ein wenig Geld bekommen würde, wär’s ja noch okay. Aber für das gratis Mittagessen lohnt sich dieses Tertial nicht. Wirklich viel gelernt habe ich persönlich nicht.
Positiv:
ZNA: man lernt hier schnelle effektive Patientenaufnahme und kann eigentlich immer pünktlich um 15:00 Feierabend machen. Wer Mittagessen möchte, sollte den Oberarzt aber daran erinnern. Das ärztliche Team hier ist in Ordnung. Man kann, wenn man Willen zeigt, auch tatsächlich was lernen. Leider sind in der Rotation nur 2 Wochen in der ZNA vorgesehen.
Hämato: sehr freundliches Ärzteteam (der Chef ist gewöhnungsbedürftig). Auch der Kontakt zur Pflege stimmt hier. Ich hatte das Glück, dass während meiner Rotation noch eine MFA zur Blutentnahme 3x/Woche auf Station war. Wenn sie nicht da war, hielten sich die BEs in Grenzen. Man kann bei Knochenmarkspunktionen & Liquorpunktionen assistieren. Fragen werden immer freundlich beantwortet.
Kardio: War mein persönlicher Favorit. Auch hier ein sehr nettes Team ärztlich und pflegerisch. Hier wird einem auch angeboten eigene Patienten zu betreuen. Man geht mit auf Visite und kann auch in die Funktion rein schnuppern. Es sind zwar MFAs zur Blutentnahme angestellt, diese schreiben aber teilweise gern „nicht geschafft“ oder „PJ“ auf die Blutentnahmen, obwohl sie noch gar nicht beim Patienten waren. Wenn keine MFA da ist, gibt es schon eine Menge Blutentnahmen.
Negativ:
Gastro: Frechheit! Hier ist der PJler ausnahmslos der Blutentnahme- und Braunülen-Dulli. Teilweise haben wir 7 Stunden Blut abgenommen. Wenn man die Assistenzärzte darauf anspricht, dass man gerne mal mit auf Visite möchte, oder sich eigene Patienten wünscht, wird einem gesagt, man könne sich ja nach den 100 Blutentnahmen noch in einen Patienten „einlesen“. Dass das etwas witzlos ist, wenn man bei keiner einzigen Visite dabei war, trifft auf wenig Verständnis. Wer allerdings noch Probleme mit Blutentnahmen oder Braunülen haben sollte, kann hier in 4 Wochen zumindest das lernen.
Angio: passt gar nicht so zum „Negativ-Aspekt“, allerdings wurden auch hier kaum Lerninhalte vermittelt. Das Team ist aber sehr nett und man kommt wahnsinnig früh nach Hause.