Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Das PJ im Olgahospital kann ich fast uneingeschränkt empfehlen.
Erst kurz Pro/Contra, dann ausführlich.
Pro:
+ sehr nettes Team quasi im ganzen Haus, die Stimmung scheint sehr gut zu sein
+ überdurchschnittlich gute Kantine mit sehr günstigen Preisen (2,50-3,50€ auch fürs Salatbuffet), Kaffe 80-90ct
+ riesige Klinik mit breiter Aufstellung (größte Kinderklinik Deutschlands und das ohne Uniklinik zu sein)
+ Auf Wünsche wird eingegangen (Rotationen, Hospitationen, Feedback)
+ es gibt SEHR viel Unterricht (jeden Tag mind. 1x) immer von Oberärzt*innen und meist sehr gut!
+ gute PJ Ressourcen: Arztbriefschreiben E-Learning, Training im Simulationszentrum, Spind, Kleidung, Essen
+ STUPS: tolles Simulationszentrum, zB. Mit Mini-PALS
Contra:
- Je nach Station und Ärzt*innen auf Station darf man praktisch sehr wenig, auch an Stellen wo es anders möglich wäre
- Man betreut keine eigenen Patient*innen
- wie immer ist es extrem von der/dem Stationsärzt*in abhängig wie viel einem erklärt wird bzw. man selbst machen darf, manchmal entsprechend dann… nicht so viel. Die Organisation ist super gut, Frau Föll die organisatorisch und Frau Dr. Blattmann, die klinisch alles planen, sind, wie die allermeisten hier sehr nett, zugewandt und aufmerksam. Man kann vor Beginn seines Tertials Wünsche für seine Rotationen angeben, normalerweise ist angedacht, dass man immer einen Monat/Station verbringt, um gut eingebunden zu werden. In unserer Rotation war das nicht der Fall, was ich persönlich im Allgemeinen allerdings nicht als großen Nachteil empfunden habe.
Normalstation/MA42/Endo, Rheuma, Gastro, Nephro: sehr nette Station mit teils sehr kranken Kindern (z.B. Rapid Progressive Glomerulonephritis), teils sehr wenig kranken Kindern (z.B. Provokationstest bei Nahrungsmittelallergie). Das Spektrum ist sehr breit und die Staions- und Oberärzt*innen sind sehr nett. Man geht normalerweise einfach mit den Stationsäzt*innen mit und kann, wenn man proaktiv ist auch Anrufe tätigen, Arztbriefe schreiben etc. Jeden Morgen ist eine kurze intersiziplinäre Besprechung mit dem Chef (Dr. Enninger), den anwesenden Oberärzt*innen, der leitenden Pflege, Psycholog*innen und Therapeut*innen. Die Stationsarbeit wird normalerweise von einer Ärzt*in gemacht und die Aufnahmen vom Aufnahmedienst (teilweise die Ärzt*in aus der Ambulanz/Tagesklinik). Je nach Präferenz/ zu wie viel man ist, kann man sich für Station oder Aufnahme aufteilen, oder auch selbst fragen, ob man in die Ambulanzen mit den Oberärzt*innen mitkommen kann, da kann man der Kreativität freien Lauf lassen und alle sind meist sehr offen dafür, auch wenn man einen oder ein paar Tage anderswo im Krankenhaus unterwegs ist. Nach meinem Feedback meinte die sehr nette Oberäzt*in , dass sie versuchen wolle ab jetzt den Studis eigene Patient*innen zuzuteilen, um diese zu betreuen (von Aufnahme, über Therapie bis hin zur Entlassung, natürlich unter Supervision). Dieses Konzept kenne ich aus anderen Kliniken von Ausbildungsstationen und würde es generell jeder Klinik ans Herz legen, da man so wirklich die nötigen Skills lernt, um dann bald selbst Ärzt*in zu sein. Fragt vielleicht sonst danach eigene PAtient*innen zu betreuen, ich denke da werdet ihr auf Offenheit stoßen (Dr. Rücklova)!
PINA/MC01 Aufnahmestation: Sehr nette Öberärzt*innen, viel Rotation bei den Assis, da viele Schichten abgedeckt werden. Obwohl alle sehr nett waren habe ich mich dort häufig eher nutzlos gefühlt. Je nachdem wer da ist (bzw. wenn viele da sind) fühlt sich teils niemand richtig verantwortlich und nachdem man die niedrig triagierten Patient*innen untersucht hat muss man lange (bis zu 1-2h) warten, bis sie einem abgenommen werden. In der Zeit will/soll man aber nicht noch weitere aufnehmen/ ist gehemmt andere sinnvolle Dinge zu tun. Eigentlich ein guter Ort um Anamnese und Körperliche Untersuchung zu üben, aber die Realität hat manchmal nicht so gut geklappt. Es gibt ein super Sonogerät, das man sich auch, wenn es keiner nutzt mal schnappen kann und an sich oder den anderen PJs übten kann!
Als PJs durften wir immer mit zu den Sono-Teachings, die super lehrreich waren, sowie zu den Mini-PALS Kursen im STUPS (Simulationszentrum) das war toll und man wurde total mit eingebunden!
Kardio: Es wurde gerade ein bisschen das System umgestellt, als ich kam, was hoffentlich die Assistent*innen entlassen soll. Spannende Krankheitsbilder, aber ich konnte häufiger nicht so viel machen. Ich war ein paar Tage auf der Intensiv, das war super und sehr spannend und mir wurde sehr viel erklärt dort! Man durfte meist die nicht zu komplexen Aufnahmen machen und konnte dann auch schon den Arztbrief anlegen. Einen Tag war ich im Herzkatheter, das war der blödeste Tag meines PJs dort. Ich wurde fast komplett ignoriert. Bin entsprechend danach nicht mehr dahin gegangen.
Onko: Sehr eindrücklich die Kinder zu sehen und toll, wie viele Ressourcen sie dort haben (Dank Olgäle-Stiftung und dem Einsatz unter Frau Dr. Blattmann). Die Assistent*innen mussten tendenziell sehr viel arbeiten, aber viele von ihnen waren sehr nett, genau wie die MFA, die u.a. die Blutentnahmen aus den Hickmanns macht. Morgens konnte/sollte man immer die Blutentnahmen (quasi komplett aus Hickman-Kathetern mit No-touch) mitmachen und die Kinder untersuchen, was schön war, weil man so eine engere Beziehung zu den Kindern aufbauen konnte und selbst untersuchen durfte. Manchmal wurde man sehr viel auf Botengänge (z.B. Akten suchen) geschickt, oder in die Tagesklinik verfrachtet, wenn es manchen Leuten zu voll war bei der Kurvenvisite. Das war besonders schade, wenn Chefvisite war, weil einem dort am allermeisten erklärt wurde. Zu empfehlen ist auch in Sprechstunden von Frau Blattman und Frau Spaber-Sauer oder Hecker-Nölting zu gehen, wenn man Lust hat, da wird einem häufig mehr erklärt als bei der normalen Kurvenvisite (zu den Kindern selbst gehts häufig erst nach dem Mittagessen, da die Visiten so lang sind). Eine nette MFA macht auch gerne sehr spannende Morphologie Seminare, klare Empfehlung!
SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum): Ganz anders, da chronisch kranke (z.B Entwicklungsverzögerung, ADHS, diverse angeborene Syndrome, Autismus,…) oder nicht optimal unterstütze Kinder (Schreibabies,…) hier diagnostiziert und behandelt werden. Man darf bei den verschiedenen Professionen dabei sein und deren Arbeit kennenlernen. Alle waren sehr nett und es war schön ausführlicher mit den Kindern und Familien zu sprechen, die möglichen Ressourcen zu erfahren und besonders die dort arbeitenden Personen mit vielen Fragen zu löchern, die sie alle sehr geduldig und begeistert beantwortet haben! Ich war dort nur zwei Wochen und denke, dass das auch als Zeitraum reicht, weil man quasi nichts selbst macht, aber trotzdem sehr lohnenswert!
Weitere Hospitationen während des Tertials:
- Kinderradiologie (Sono): Ich habe eine Begeisterung für Sono und wollte mal reinschnuppern. Ich durfte leider tatsächlich gar nicht selbst schallen, es war aber trotzdem spannend und ich habe auch etwas mitgenommen, nur leider nicht wirklich praktisch.
- Kinderschutzteam: Super nettes Team und sehr spannend in diese Arbeit hineinzublicken. Ein so interdisziplinäres und gut ausgestattetes Team ist wirklich besonders und man merkt es! Alle sind mit Leidenschaft dabei und ich kann es sehr empfehlen!
Beides am besten persönlich/per Mail anfragen und dann mit Frau Blattmann rückbesprechen.
Mein Tipp:
- Wenn man auf Station ist alles selbst so mitschreiben- und denken, als wenn man selbst Stationsärzt*in wäre, dann selbst Vorschläge machen, welche der To Dos man den Ärzt*innen dann abnehmen kann! Man lernt so das mitdenken, macht viel und hilft mit (auch gut für die manchmal mangelnde Selbstwirksamkeit als PJ ;). )
Ich kann das PJ dort sehr empfehlen, das einzige Manko ist, dass man oft wenig selbstständig machen darf, trotzdem habe ich es ganz und gar nicht bereut und würde wieder dort hingehen!
Bewerbung
Bewerbung über Uni Tübingen Website (dort stehen die exakten Zeiträume), als Externe.
Zuerst habe ich eine absage erhalten, aber bei Nachfrage konnte ich nachrücken!