Mein Tertial in der Inneren in Bogenhausen war super! Ich wär sehr positiv überrascht.
Die Organisation war sehr gut. Die PJ-Koordinatorin hat immer versucht es allen Recht zu machen und man konnte jederzeit zu ihr kommen und auch während des Tertials noch Rotationen ändern. Auch, wenn man mal krank war, ließ sich immer eine Lösung finden.
Freitags ist jede Woche Funktionstag. Die Stationen wissen, dass man an dem Tag nicht kommt. Bei uns gab es 7 Pflichtfunktionen. Wenn man diese durchlaufen hat, konnte man sich die restlichen Freitage frei nehmen oder nochmal Funktionen anschauen die einem besonders Spaß gemacht haben. Ich fand die Funktionstage super, alle waren nett und haben immer viel erklärt und man bekommt aus den anderen Internistische Fächern was mit auch, wenn man nicht dorthin rotiert. Ab und zu war auch mit anpacken möglich, zB bei einer Pleurapunktion, in der Sonographie (Arterien und Venen) oder bei der elektrophysiologischen Untersuchung.
Einmal die Woche gab es regelmäßig PJ-Unterricht für 1 Stunde. Die Themen waren aus allen inneren Fächern und immer spannend. Je nach Gruppengröße und Dozent*in konnte man auch mit entscheiden was man hören wollte oder auch mal zB Abdomen Sonographie üben.
Jede zweite Woche war Mittwoch vormittags radiologische Fortbildung, die auch immer interessant war. Ab und zu mussten wir allerdings in der Radiologie anrufen, weil wir vergessen wurden.
Grundsätzlich rotiert man in 2 Abteilungen je 8 Wochen. (Mindestens 1 Rotation in die Gastro oder Kardio). Nach Rücksprache waren aber auch 4 wöchige Rotationen möglich.
Kardiologie, 8 Wochen (Station 17):
Meine erste Rotation war die kardiologische Allgemeinstation. Zu den Aufgaben der PJ-Studierenden gehört vor allem Blut abnehmen und Zugänge legen (44 Patient*innen auf Station ). Je nachdem, ob man alleine ist, oder andere PJ oder Famu auf der Station machen ist man schneller oder langsamer fertig. Die pflegerische Stationsleitung und die meisten Stationsärzte sind allerdings sehr hinterher, dass man abgesehen davon auch viel mitnimmt und man wird zu spannenden Sachen in der Regel immer dazu geholt. Deshalb hab ich diese Rotation trotz des vielen Blutabnehmens als sehr spannend empfunden. Ich hab gelernt artieriell und inguinal zu Punktieren und man darf auch kardiovertieren und wenn man Glück hat auch als Assistenz in der Funktion assistieren. Mittags ist Teambesprechung in der alle neuen Zugänge der Leitung vorgestellt werden und es gibt regelmäßig interne Fortbildungen und es werden spannende Elektrophysiologische und Herzkatheter-Untersuchungen gezeigt. Meistens wird man dann gegen 14 Uhr heim geschickt.
Rheumatologie, 4 Wochen:
Kleines Team. Man wird gut integriert, macht fast alle Aufnahmen eigenständig und kann richtig mitarbeiten, wenn man will. Blutabnahmen sind meist nur um die 5 Stück. Mir hat es sehr gut gefallen. Man sieht alle möglichen Rheumatologischen Krankheitsbilder von Rheumatoider Arthritis bis zu seltenen Gendefekten. Das Team ist super nett und man kann auch mal mit in die Sprechstunde und die Sonographie. Es gibt regelmäßig gemeinsame Kaffeepausen und Schluss war meist gegen 15 Uhr.
Internistische Intensivstation 02:
Die absolut beste Rotation meines gesamten PJs. Man lernt wahnsinnig viel bei den Oberarzt-Visiten. Der leitende Arzt der Intensivstation ist super nett und kompetent und bindet einen immer auf sehr witzige Art ein. Wenn man sich gut anstellt, kann man Arterien und ZVKs legen, Pleura punktieren und eigene Patienten betreuen. Die Fälle sind super abwechslungsreich, weil zu den Internistischen auch neurologische und ab und zu herzchirurgische Patienten kommen. Die Pflege ist super kompetent und hilfsbereit und das miteinander zwischen Ärzt*innen und Pflege habe ich in keiner anderen Abteilung so gut erlebt. Mal auf Intensivstation zu rotieren empfehle ich allen.
Insgesamt hat mich die Innere sehr positiv überrascht. Die Internist*innen waren interessierter, offener und haben deutlich mehr erklärt als die chirurgischen Kolleg*innen in meinem PJ (eigentlich wollte ich vorher Unfallchirurg werden). Von der fehlenden PJ Bezahlung kann man leicht absehen, da man dafür deutlich früher rauskommt als an der Uniklinik und mit einem halb Tag pro Woche Nebenjob genauso auf seine 500€ kommt.
Ich empfehle das innere Tertial in Bogenhausen sehr, aber am wichtigsten ist unvoreingenommen an Fächer heranzugehen auch wenn man nicht denkt, dass sie einen interessieren. Man wird dann doch immer wieder überrascht ;)