Zentral-OP im St. Josef Hospital und im St. Elisabeth-Hospital
Einsatzbereiche
OP
Heimatuni
Bochum
Kommentar
Die Ärzte der Anästhesie im JOBO und im St. Elisabeth Hospital waren sehr bemüht mir etwas beizubringen und haben mich schnell viele Ein- und Ausleitungen selbst machen lassen. Hierdurch konnte ich mich schnell mit der Narkoseführung vertraut machen.
Generell herrscht im St. Elisabeth Hospital eine deutlich bessere Stimmung als im JOBO und ich habe mich dort deutlich wohler gefühlt.
Leider muss ich hier sehr viel auszählen, da die Organisation des PJ´s sowie im OP vieles sehr enttäuschend war.
Grundsätzlich war der Umgang mit mir nicht selten erniedrigend. Gerade von Seiten der OP-Pflege und den Operateuren, manchmal auch von der Anästhesiepflege musste ich mir Sprüche über meine Inkompetenz anhören, was ich an einem Universitätsklinikum, welches unter anderem die Ausbildung von Medizinstudenten zur Aufgabe hat, äußerst beschämend finde. Pauschal gilt das natürlich nicht für alle. Ich habe, im Gegenteil, auch einige hilfsbereite und freundliche Mitarbeiter kennengelernt, nur leider Überwiegen die Negativbeispiele. Zudem wurden leider auch die Anästhesisten selbst von einigen Operateuren oder OTA´s, oftmals ohne erkennbaren Grund, angefahren (Pat. sollten weiter relaxiert werden, obwohl bereits eine vollständige Relaxierung vorlag oder es sollten grenzwertig tiefe Blutdrücke forciert werden, ohne akut relevante Blutungen um nur zwei Beispiele zu nennen). All das hat mich oft verunsichert, sodass ich nicht selten weniger mitgeholfen habe, um nicht für mögliche Fehler verantwortlich gemacht zu werden.
Die Organisation in der Anästhesie lief ebenfalls nicht optimal. Eine Einführung bekam ich erst am Ende der zweiten Woche und einen Rotationsplan erst nach sechs Wochen im PJ. Da es keine Frühbesprechung im JOBO gibt, dauert es einige Zeit bis man sich am Morgen orientiert hatte und einen passenden Saal für den Tag gefunden hatte. Eine Rotation auf die Intensivstation ist leider nicht vorgesehen, mir wurde davon sogar abgeraten. Die Möglichkeit NEF Dienste zu absolvieren war zwar grundsätzlich möglich, allerdings ist hier der Organisationsaufwand recht hoch. Im Prinzip war ich das gesamte Tertial nur im OP des JOBO oder des St. Elisabeth-Hospitals, was ich bei einem vielfältigen Fach wie der Anästhesie, sehr schade finde. In anderen Kliniken sind feste Rotationen in Prämedikationsambulanz, Intensivstation und NEF eingeplant.
Negativ aufgefallen sind auch die Rahmenbedingungen im JOBO: gerade mal die Mindestbezahlung für PJ´ler (400 €), kein kostenloses Mittagessen, keine Parkplatzmöglichkeit, keine Kasaks, keine Umkleiden, keine eigenen Spinde, ein Minimum an PJ-Unterricht, eine minimale Einführungsveranstaltung, billige Papiernamensschilder für PJ´ler, die nur ein Tertial im JOBO sind und nicht einheitlich geregelte Studientage. All das ist beispielsweise Standard im Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum. Hier kann man sich die eine oder andere Scheibe abschneiden.
Auch die Lehrkoordination hat mich enttäuscht. Hier fehlte es immer wieder an Kommunikation gegenüber den PJ´lern bezogen auf die Seminare und den BLS-Kurs.