Mein PJ-Tertial auf der Infektiologie am Universitätsklinikum Essen war für mich eine besonders prägende Zeit. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, auf einer Station gelandet zu sein, auf der Lehre und ein respektvoller Umgang einen hohen Stellenwert haben. Rückblickend habe ich hier fachlich am meisten gelernt und bin gleichzeitig sehr gern zur Arbeit gegangen.
Besonders positiv ist mir das Engagement gegenüber den PJlern in Erinnerung geblieben. Dem Chefarzt und den Stationsärzten liegt die Förderung der PJler besonders am Herzen. Der Oberarzt nahm sich viel Zeit, erklärte mir Inhalte verständlich und bereitete mich gezielt auf die Patientenfallvorstellungen vor. Die Betreuung eines eigenen Patienten mit anschließender Präsentation im wöchentlichen Seminar hat mir fachlich enorm weitergeholfen und Sicherheit im klinischen Alltag gegeben. Auch die Assistenzärzte bezogen mich regelmäßig in den Stationsalltag ein und besprachen Patientenfälle gemeinsam mit mir. Die Zusammenarbeit mit Pflege und Sekretariat war stets freundlich, respektvoll und unkompliziert.
Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Nephrologie und Pneumologie bot viele praktische Möglichkeiten, etwa bei Punktionen oder anderen invasiven Eingriffen selbst aktiv mitzuwirken. Das medizinische Spektrum war breit gefächert: von Pneumonien und Tbc über Herpes-Infektionen, komplizierte HWI und opportunistische Erreger bis hin zu Hepatitiden, FUO-Fällen und Patienten nach Nierentransplantation. Hin und wieder kamen auch seltenere Krankheitsbilder wie Leishmaniose oder Echinokokkuszysten vor. Diese Vielfalt sorgte dafür, dass ich fast täglich Neues dazugelernt habe.
In den ersten Tagen hatte ich noch eine gewisse Unsicherheit im Umgang mit infektiösen Erkrankungen, fühlte mich aber durch die klaren Hygieneregeln sehr schnell sicher. Praktisch konnte ich ebenfalls viel lernen: ich konnte mehrere Punktionen durchführen und bei Bronchoskopien oder Pleurapunktionen mitwirken. Besonders wertvoll war auch das kurze, simulierte Prüfungsgespräch am Ende des Tertials, eine hervorragende Vorbereitung auf das Examen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich mein Tertial auf der Infektiologie absolvieren durfte. Fachlich habe ich viel gelernt, und vor allem habe ich mich als PJler wertgeschätzt und gut betreut gefühlt. Wer in seinem PJ-Tertial sowohl fachlich viel lernen als auch in einem freundlichen, unterstützenden Team arbeiten möchte, ist die Infektiologie am Uniklinikum Essen aus meiner Sicht eine hervorragende Wahl.