Ich habe in Kapstadt einen Monat in der Neurochirurgie und einen Monat in der Herzthoraxchirurgie verbracht.
In der Neurochirugie finden Operationen aus dem onkologischen, vaskulären und traumatischen Spektrum statt. Zu diesen konnte man immer gehen oder auch mal auf Station etwas Zeit verbringen. Die Zeit im OP fand ich aber spannender. Hier waren auch viele ausländische Ärzte, die zugeschaut/assistiert haben.
Die Morgenbesprechungen und das freitägliche Teaching fand ich gut.
Zudem konnte ich für eine Woche ins Red Cross rotieren und habe dort noch einmal andere Operationen und Krankheitsbilder gesehen (+ der dortige Prof ist sehr nett).
In der Herzthoraxchirurgie begann der Morgen immer mit einer gemeinsam Visite der ICU und einer kurzen Besprechung. Danach haben wir Studenten einiges an Aufgaben (Röntgenanforderungen vorbereiten, Blut abnehmen, EKGs..) übernommen und sind danach in den OP oder die Ambulanz gegangen.
Auf Station habe ich gelernt Thoraxdrainagen zu ziehen und unter Anleitung zu legen.
Finanzierung:
Die Gebühren, die man bezahlen muss, sind recht hoch. Daher habe ich mich auf ein Promos-Stipendium beworben und dieses auch erhalten.
Fazit:
Ich würde den PJ-Platz in der Neurochirurgie oder Herzthoraxchirurgie empfehlen, wenn man an diesen hochspezialisierten Fachrichtungen interessiert ist, aber auch nicht erwartet bei allen OPs am Tisch zu stehen. In der Neurochirurgie war man etwas selbstverantwortlicher, bei den Herzthoraxchirurgen wurde schon darauf geachtet, ob die Studenten morgens die Hilfsarbeiten übernehmen.
Insgesamt war es ein interessanter Einblick in ein anderes Land und ein anderes Gesundheitssystem. Zwei Monate waren ein guter Zeitraum. Danach hatte ich das Gefühl im Krankenhaus und auch in Kapstadt alles wichtige gesehen zu haben und habe mich auf ein etwas freieres, sichereres Leben in Europa gefreut.
Bewerbung
Ich habe mich auf der offiziellen Website der Uni informiert und auch beworben. Es ist durchaus zu empfehlen, sich exakt zum Anfang des angegebenen Bewerbungszeitraum zu bewerben. Ansonsten kann es wirklich schwierig werden, einen Platz zu erhalten. Außerdem sollte man sich darauf einstellen, dass man länger auf eine Antwort warten muss (mehrere Wochen).