PJ-Rahmenbedingungen am Städtischen Krankenhaus Lüneburg:
• Man kann in einem PJ-Wohnheim wohnen; dafür wird Wohngeld berechnet.
• Man kann einen Mensachip bekommen für Essen im Krankenhaus; dann wird pro Tag Essensgeld von ca. 6,20 Euro bereitgestellt. Es sind jeden Tag neue 6,20 Euro, und was man davon nicht nutzt, verfällt am jeweiligen Tag.
!Wohngeld und Essensgeld wird jeweils vom Maximalbetrag abgezogen, sodass ein Rest ausgezahlt wird.
• Beansprucht man weder Wohngeld noch Essensgeld, kann man sich einen monatlichen Maximalbetrag von 649 Euro auszahlen lassen. Dann kann man selbst entscheiden, wie viel Geld man täglich für Essen ausgeben möchte, denn meistens reichen 2,50–4,50 Euro in der Mensa aus.
• Man bekommt einen Chip zur Zeiterfassung der Arbeitszeit, mit dem man sich täglich ein- und ausstempelt und der die Minus- oder Überstunden anzeigt, sodass man beides eigenständig ausgleichen kann.
• Die tägliche Arbeitszeit beträgt 7,7 h.
• Von Montag bis Donnerstag findet planmäßig meist ab 13 Uhr strukturierter Unterricht für PJler statt. Die Teilnahme ist freiwillig. Jede Woche gibt es Unterricht in den Fächern Neurologie, Pädiatrie, Urologie, Anästhesie, Gynäkologie, Tumorkonferenz/Pathologie, Radiologie, Unfallchirurgie/Allgemeinchirurgie, Kardiologie und Innere Medizin.
PJ in der Radiologie:
• Generell sehr freundliches Team und von den MTR bis zu den Oberärzt*innen ist man per Du.
• Oft isst man mit den anderen PJ-lern zu Mittag oder mit den Kolleg*innen der Radiologie.
• Ich wurde zur Radiologie-Weihnachtsfeier eingeladen und das war ein sehr schöner Abend
• Ich habe mich sehr wohl gefühlt im gesamten Team der MTR und Radiolog*innen
• Ich hatte mein eigenes PJler-Telefon, sodass ich erreichbar war, wenn z.B. kurzfristig eine spannende Intervention geplant war.
• Man kann die MTRs beim Röntgen, CT und MRT begleiten; mir wurde viel zu den Geräten, technischen Aufnahmen und Abläufen erklärt.
• Einblicke sind je nach Interesse möglich beim Röntgen im Erdgeschoss oder in der Notaufnahme/Schockraum, bei der Durchleuchtung (z. B. Breischluck), MRT, CT, Mammografie, Szintigrafie, Sonografie sowie bei Interventionen im CT und in der Angiografie.
• Morgens um 7:45 Uhr startet die radiologische Besprechung mit Fallvorstellungen, Weiterbildungsfällen und Vorträgen.
• Täglich finden Radiologie-Konferenzen für verschiedene Fachabteilungen statt, bei denen man sich selbstständig und freiwillig dazusetzen kann – dazu gehören Neurologie, Unfallchirurgie, Allgemeinchirurgie, Urologie, Pädiatrie, Strahlentherapie, Tumorkonferenz, Gefäßkonferenz und Innere Medizin. Auf die Art sieht man ein breites Spektrum an Erkrankungen und Patient*innen und bekommt Einblicke in die Arbeit der anderen Abteilungen. Diese Überschneidungen sind auch für die Pflichttertiale Chirurgie und Innere Medizin sehr hilfreich.
• Oberarzt oder Chefarzt haben mit mir vor, nach oder während Interventionen die theoretischen und praktischen Aspekte durchgesprochen und sich immer viel Zeit für Erklärungen und Nachfragen genommen.
• Bei einigen Interventionen durfte ich steril am Tisch assistieren.
• Bei allen elektiven Interventionen oder auch Notfällen (meist Thrombektomie bei akutem Schlaganfall) kann man zuschauen.
• Generell wird ein breites Spektrum radiologischer Interventionen durchgeführt, z. B. TIPS (transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Stent-Shunt), GAE (genikuläre arterielle Embolisation), Carotis-Stenting, (DEB-)TACE (transarterielle Chemoembolisation), Coiling bei GI-Blutungen oder Aneurysmen und vieles mehr.
• Wer Übung und Praxis im Zugänge-Legen möchte, kann in der Radiologie viel davon machen, z. B. bei Patient*innen, die für Untersuchungen kurzfristig Kontrastmittel benötigen.
• Mir wurde vorgeschlagen, zu Übungszwecken selbst Befunde zu schreiben bzw. zu diktieren und für Rückmeldung an die Oberärzt*innen zu schicken. Das Angebot war da, allerdings ist es aufgrund technischer Schwierigkeiten nicht dazu gekommen, dass ich selbst Befunde diktiert habe. Dahingehend habe ich der Abteilung ein Feedback zur Verbesserung gegeben.
• Zusätzlich zu den vielen praktischen Möglichkeiten gibt es im Klinikordner der Radiologie zahlreiche digitale Radiologiebücher sowie die PowerPoint-Präsentationen der internen Fortbildungen. Diese Option des Selbststudiums kann ich sehr empfehlen und sie eignet sich außerdem hervorragend zur Vorbereitung auf das M3.
Zusammenfassung:
Ich kann ein Tertial in der Radiologie im Klinikum Lüneburg allen empfehlen, für die der Fachbereich Radiologie später infrage kommt – und selbst dann, wenn das nicht der Fall sein sollte. In der Abteilung für Radiologie liegt der Fokus klar auf Ausbildung und Weiterbildung. Man geht dort hin, um die Zeit eines Wahltertials sinnvoll nutzen zu können. Mein Herz schlägt schon lange für Innere Medizin, allerdings könnte ich mir nach diesem Tertial gut vorstellen, stattdessen in die Radiologie zu starten.