Diagnostik, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Insgesamt war das Tertial in Salzburg schön, ein gutes erstes Tertial zum ins PJ „reinkommen“ die Teams wirklich sehr nett, und ich habe auch echt viel gelernt. Allerdings muss ich im Nachhinein sagen, dass man insgesamt wenig selbstständig machen konnte und daher das, was im PJ neben Wissen, einzelnen Skills und Erfahrung mit verschiedenen Krankheitsbildern lernen sollte, nämlich sich und im besten Fall einige Patientenfälle zu organisieren, etwas zu kurz gekommen ist. Das hat aber mit Sicherheit mehrere Faktoren gehabt. Vor allem waren häufig recht viele Leute auf Station (Basis-, Turnus- und Assistenzärzt:innen, z.T. viele PJ-ler:innen gleichzeitig), was dazu führte, dass nicht alle einen eigenen PC hatten, und es auch manchmal nicht so viel zu tun gab. Allerdings gab einem das auch die Zeit, in den zahlreichen Ambulanzen vorbeizuschauen, in denen man zwar selbst auch nicht sehr viel machen konnte, in denen sich aber die Ärzt:innen wirklich viel Zeit nahmen, um Verschiedenes zu erklären.
Ich bin über 3 Abteilungen rotiert:
Zuerst war ich in der Nuklearmedizin (Da ich auch angegeben hatte, an Endokrinologie interessiert zu sein und ein Teil hiervon, zum Beispiel die Schilddrüsenambulanz, der Nuklearmedizin zugeordnet ist). Neben Schilddrüsen- und Osteoporosewissen, konnte ich auch viele Nuklearmedizinische Untersuchungen, von denen ich bisher ehrlich gesagt wenig Ahnung hatte. Auch meine allgemeinen Bildgebungsskills z.B. bei PET-CTs konnte ich mit Sicherheit etwas verbessern. Sehr nettes Team!
Pneumologie
Auch hier sehr nettes Team und viele verschiedene Bereiche (Station, verschiedene Ambulanzen, Tagesklinik, Palliativstation), zum Teil natürlich etwas spezieller, gerade was onkologische Aspekte angeht. Wurde hier auf Station gut eingearbeitet, Visite dokumentiert und mitbesprochen, Aufnahmen, Aufklärungen, BGAs etc., dann ist die Lernkurve auch wieder etwas abgeflacht, aber das ist normal, waren hier zum Teil sehr viele Leute. Gibt auch die Möglichkeiten, mit in die Ambulanzen zu gehen, was ich sehr interessant fand. Jeden Freitag ist interne Fortbildung, die ich meistens auch sehr gut fand.
Innere Medizin I: Gastroenterologie, Nephrologie und Endokrinologie
Relativ große Abteilung mit mehreren Stationen und Funktionsbereichen. War hier viel in den Ambulanzen, da auf Station nicht allzu viel zu tun war. Gerade die Diabetes-Ambulanz fand ich besonders spannend. Hier konnte man zwar selbst nicht sonderlich viel machen, aber dafür viel mitnehmen. Auch hier fehlte etwas der Aspekt „selbst Patient:innen betreuen“.
PJ-Unterricht war einmal die Woche. Der bestand vor allem aus Vorlesungen, meist zwar ziemlich gut, insgesamt kamen allerdings praktische Komponenten wie ich fand etwas kurz. Die Arbeitszeiten waren an sich relativ entspannt. Man müsste selten lange bleiben und wurde auch oft eher früher nach Hause geschickt (wenn man wollte). Mittagessen war kostenlos und wie ich fand echt lecker.
Bewerbung
Ein paar Punkte zur Orga:
- Die Bewerbung war relativ unkompliziert und ging zentral über die Website des SALK bei Frau Gappmeier (immer ab Anfang November für das kommende Jahr).
- Ich habe mich dann auch relativ zeitnah daran gemacht, eine Wohnung zu finden. Durch das Klinikum können leider keine Unterkünfte gestellt werden (aber man bekommt ein paar Tipps an wen man sich wenden kann). Das Ganze hat sich allerdings als sehr schwierig erwiesen, da die Mieten in Salzburg relativ teuer sind und der Wohnungsmarkt angespannt ist. Also kümmert euch möglichst früh darum.
- Was ich auch empfehlen kann, für alle Nicht-Österreicher:innen, ist Erasmus-Förderung über das placementship program zu beantragen (darum müsst ihr euch aber auch rechtzeitig kümmern, da es auch entsprechende Fristen gibt).
- Salzburg selbst und die Umgebung sind wunderschön. Wir waren im Winter in viel Skifahren, wobei es schon mindestens eine Stunde mit dem Zug oder dem Auto zu den nächsten größeren Skigebieten war. Es gibt allerdings auch viele Möglichkeiten, zum Beispiel zu wandern und ein großes kulturelles Angebot in der Stadt.
- Selbst wenn ihr nicht so lange in Österreich seid, kann das das Klimaticket für den ÖPNV sinnvoll sein. Wenn ihr euch ordentlich bei der Stadt Salzburg an- und abmeldet (habe ich als sehr unkompliziert empfunden), könnt ihr euch auch den Anteil für den nicht genutzten Teil des Jahres zurückerstatten lassen.