Das Tertial in der Inneren ist in zwei Teile getrennt, die in verschiedenen Fachbereichen abgeleistet werden. Bei der Verteilung werden nach Möglichkeit eigene Wünsche respektiert.
Ich wurde in der Rheumatologie und in der Kardiologie eingesetzt - Rheumatologie hatte ich mir initial nicht gewünscht, die Zeit dort war aber bei weitem die beste des Tertials. Würde ich nur die Zeit auf der Rheumatologie (Station Ehrlich) bewerten, so würde ich eine 1 vergeben.
Rheumatologie: Das Team auf Station Ehrlich ist wirklich sehr sympathisch und sehr bemüht, PJler einzubinden. Das Arbeitspensum ist hoch genug, dass man sich als PJler tatsächlich „gebraucht“ fühlt - gleichzeitig wird die eigene Arbeit aber auch sehr wert geschätzt. Morgens ist man für die Blutentnahmen verantwortlich, anschließend macht man weitgehend selbstständig die Aufnahmen, schreibt Briefe und legt Viggos. Bei der Visite kann man jederzeit dabei sein. Man bekommt in jedem Fall einen intensiven Einlick in rheumatologische Krankheitsbilder, auch solche, die eher selten sind. Unter Anleitung ist es möglich, auch Gelenkpunktionen selbst durchzuführen. Alle Ärzte (auch die Oberärzte) sind bei Anliegen, Fragen und eigenen Anmerkungen zu Patienten sehr offen. Man wird in das Team integriert, das auch seinerseits sehr gut integriert scheint und in dem eine wirklich angenehme Atmosphäre herrscht. Einmal pro Woche gibt es ein PJ-Seminar zu einem bestimmten Krankheitsbild, und ebenfalls einmal pro Woche findet eine Lehrvisite statt, bei der über die Stationen der PJler rotiert wird. Ich würde die Station jederzeit fürs PJ empfehlen.
Kardiologie: In der Kardiologie war ich am Standort Bad Krozingen (Herzzentrum) eingesetzt, der von Freiburg aus einigermaßen gut erreichbar ist (ca. 20min mit der Bahn, 1h mit dem Fahrrad). Dort rotiert man als PJler über eine unnötig große Zahl an Stationen, sodass man auf jeder einzelnen Station maximal 3 Wochen, teils auch nur eine Woche bleibt. Bad Krozingen ist die Cash Cow der Uniklinik, und das merkt man auch. Patienten bleiben dort in der Regel 2-3 Tage, werden einmal durch die (permantent laufenden) Herzkatheterlabore geschoben und dann so schnell wie möglich wieder entlassen. Echter Patientenkontakt ist kaum möglich, Blutentnahmen werden von einem Dienst gemacht, und insgesamt fühlt man sich als PJler ziemlich überflüssig. Von Zeit zu Zeit kann man im Herzkathetherlabor zusehen, was allerdings auch nur die ersten paar Male wirklich interessant ist, da von den Agierenden in der Regel wenig bis gar kein Input kommt. Es ist möglich, Briefe zu schreiben, die alle mehr oder weniger gleich aussehen. Sich ins Team einzufinden ist aufgrund der kurzen Zeit auf jeder Station schwierig. Wenn man Pech hat, gibt es nicht einmal einen Tisch, an den man sich setzen kann, sodass man (wie auf der Angiologie und seltsamerweise der Intensivstation) seine Zeit wortwörtlich auf einem Schemel absitzt. Wem das gefällt, dem sei Bad Krozingen empfohlen - Ich persönlich empfand es als außerordentlich aufreibend.
Bewerbung
Von Freiburg aus absolut unkompliziert - wie es von extern aussieht, kann ich nicht sagen.