Wichtig vorab: Das SKBS bietet im Chirurgischen Tertial seit WS 2025 nur noch UCH, ACH und HTG an! Alle anderen chirurgischen Fächer sind für PJs im Chirurgie Tertial nicht mehr wählbar und auch auf deutliche Nachfrage wird eine Rotation selbst für wenige Tage nicht ermöglicht. Inoffizielle Absprachen führen deutlich zu Stress.
UCH: Hier sind eigentlich alle nett zu den PJs und froh, über die Hilfe im OP und in der ZNA. Wer will, kann hier viel lernen und tun, wer weniger chirurgisches Interesse hat, kann trotzdem eine relativ gute Zeit haben.
Dienstbeginn 7:15 Uhr mit Visite (klassisch chirurgisch, sehr schnell und kühl), 8:00 Uhr Frühbesprechung, danach teilen sich die Ärzte*innen und PJs auf. Je nach dem wieviele Säle belegt werden, werden 3-4 PJs im OP gebraucht und sind fest zum Haken halten vorgesehen. Die anderen können sich dann aussuchen ob sie in die ZNA oder auf Station gehen, auf Station warten dann BEs, Vigos und Verbände. Wenn grade viele PJs in der Abteilung sind (wir waren tlw. 9) kann man unter der Hand auch frei Tage absprechen. Spätdienste sind jederzeit möglich und in der ZNA auch sehr sinnvoll. Pro OP laufen meist 3-4 Punkte, wenn die zügig gehen, kann man zwischen 14 und 15 Uhr Feierabend machen.
Ein mega Plus: NEF! Wer mag, kann bei Kapazitäten die Notärtz*innen auf dem NEF begleiten und spannende Einblicke erhaschen. Die Kleidung bis auf festes Schuhwerk werden von der Feuerwehr gestellt.
ACH: Hier ist aus meiner Zeit leider wenig Positives zu berichten, soll aber mal deutlich bessere Zeiten gegeben haben.
Dienstbeginn: 6:50 mit Visite, PJs machen die Visitendoku und BEs. Zu meiner Zeit herrschte viel Anspannung im Team, sodass es schon während der Visite zu scharfen Kommentaren und Zickereien kam. Nach der Frühbesprechung geht es gegen 8:30 Uhr in den OP. Meist laufen zwei Säle. Als PJ ist man nur selten eingeteilt, kann aber jederzeit zum zugucken bei der Anästesie stehen (dort wird einem nebenbei viel erklärt, für alle die auch ein bisschen Anästhesie lernen möchten: so habe ich meine meiste Zeit vebracht;). Es gibt noch einen ambulanten OP in der Celler Straße, dort kann man als PJ auch mitgehen und hat eher die Chance ein bisschen was zu machen. Die ZNA wird nur auf Zuruf besucht durch die Ärzt*innen, die die Sprechstunde machen. Je nach Besetzung kann man dort einiges Lernen oder sich auch mal doll langweilen. Ab 14 Uhr ist tägl. Kurvenvisite, meist wird man dann heim geschickt. Insgesamt wurden wir PJ kaum bis garnicht eingebunden, aber wie gesagt, vll nur eine schlechte Phase grade.
HTG: Insgesamt sind alle sehr nett, die Abteilung ist sehr vielfältig , man kann viel sehen und bei Engagement auch einiges machen. Im Vergleich zu den anderen Abteilungen wird das Teaching etwas ernster genommen.
Dienstbeginn 7:00 Uhr mit BEs wodurch man leider meist die Visite verpasst, weil es parallel gemacht wird. 7:45 Uhr Frühbesprechung, danach OP. Als PJ wird man nur selten fest eingeteilt, aber man ist stets eingeladen mit am Tisch zu stehen und zuzuschauen. Auch hier loht es sich auch einfach von der Anästhesie aus zu zuschauen. Einige Chirurg*innen stellen den PJs Fragen zu Anatomie und dem Krankheitsbild, aber alles entspannt. Es wird viel erklärt und gezeigt und man darf schnell selber nähen und assistieren. Auch Tage auf Station lohnen sich um Drainagen und Schrittmacherkabel zu ziehen.
Pluspunkt hier: ITS! Hat in meiner Zeit leider nicht mehr geklappt, aber wer mag, kann auch einige Zeit auf der ITS verbringen. Hab gehört, dass es sich sehr lohnen soll.
Kurz zur Unterkunft: Man wohnt in zweier bis dreier WGs, meist am Bebelhof (nah an der Klinik in der Salzdahlumer Straße) oder Hinter der Masch (nah an der Klinik in der Celler Straße). Die Räumlichkeiten sind leider eher alt und runtergekommen. Für 3-4 Monate geht das sicherlich, aber schön ist anders. Die Ausstattung ist schon spärlich, ich würde empfehlen ein paar Utensilien für die Küche mitzubringen. Ansonsten Daumen drücken, dass die Mitbewohner*innen cool sind, dann kann es eine super Zeit werden.
Fazit: Es war nicht schlimm, aber es war auch nicht gut. Ich denke, das SKBS ist eine gute Wahl für Studierende, die Begeisterung für die Chirurgie mitbringen, denn in jeder Abteilung werdet ihr es damit einfacher haben. Jeder wird euch fragen, ob ihr Chirurgie machen wollt, und wir, die sich da nicht so sehen, haben uns immer eher abgeschrieben gefühlt. Wenn ihr Bock hat auf Haken halten, Nähen und Gipsen, auf OP Atmosphäre und OTAs, denen ihr euch beweisen müsst, dann werdet ihr eine gute Zeit haben. Ansonsten ist es ehrlicherweise etwas zäh...