PJ-Tertial Anästhesiologie in Spital Lachen (1/2026 bis 3/2026)

Station(en)
OPS, IPS, AVUS
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP
Heimatuni
Magdeburg
Kommentar
Zusammenfassung: Die Unterassistenz in der Schweiz ist eine richtig gute Gelegenheit, wenn du im PJ viel praktisch arbeiten willst und schnell ins Team integriert werden möchtest. Der Einstieg ist entspannt organisiert und im Alltag – gerade in der Anästhesie – darfst du unter Supervision ziemlich viel selbst machen, wodurch man schnell dazulernt. Insgesamt sind die Tage zwar lang und fordernd, aber fachlich und menschlich lohnt sich das Ganze definitiv.

PJ = Unterassistenz; PJlerInnen = UHU

Bewerbung: 1 Jahr im Voraus über das Anästhesie-Sekretariat. Weitere Korrespondenz super entspannt via E-Mail und Post. Es gibt im Spital aufgrund Kapazitäten nur einen UHU-Platz gleichzeitig. Man ist also erstmal alleine als Studi in der Abteilung.

Unterkunft: Ganz entspannt nach der Bestätigung via Hotellerie (wurde weitergeleitet). Es gibt eine Vielzahl an Personalunterkünften (am Spital 4er & 3er WG; Ziegelhüttenstr. 2x 3er WG; Spreite 4er WG; Gweerhofstr. 8er WG). Wer gerne Menschen um sich herum hat und WG-erfahren ist für den ist die Gweerhofstr. perfekt. Die Zimmer sind modern, die Küche sehr lebendig, Wasch- und Spülmaschine vorhanden. Am Spital in der 4er WG ebenfalls alles modernisiert, schönes Bad, gut ausgestattete Küche. Die Zimmer sind allerding sehr hellhörig. Die Lage ist dann sehr Premium, Arbeitsweg <1min.

Ankunft: Alles easy an der Rezeption zu klären. 300CHF sind als Depot zu hinterlegen.
Eine frühere Ankunft oder spätere Abreise war bei mir kein Problem, aber das ist Kapazitäten abhängig.
Der ersten Tage: Das Spital hat ein super Welcoming-Programm, wurde vom CA am Empfang abgeholt und herumgeführt. Habe dann einen Batch für die Türen und zum Bezahlen bekommen. Im Anschluss ging es erstmal in den OPS, ich hatte im Vorhinein eine Assistenzärztin zur Seite gestellt bekommen die mich nett in die lokalen Gegebenheiten eingeführt hat. Am zweiten Tag hatte ich dann einen richtigen Welcome-Day mit Seminaren rund um das Spital und Brandschutz etc. dazu gabs Kaffi und Gipfli und man hat die neuen Mitarbeitenden kennengelernt. Am dritten Tag gab es noch eine Einführung ins KISIM, das Spital-IT-System (extrem elegant!!! BESTE <3).
Ab dann ging es los, Personal kennenlernen und in die Arbeitsabläufe reinkommen. Hier wird mit guter Struktur und viel Expertise was Lehrsituationen betrifft angelernt. Neben den Ärzten die eigentlich durch und durch ALLE Bock haben Wissen zu vermitteln, gibt es sehr gute Anästhesie-Pflegenden (in der Schweiz Anä.-Experten) die u.a. auch ihrer eigenen Pflege-Studenten haben und sehr gut und viel erklären. Hier lohnt es sich im Saal zu bleiben und Fragen zu stellen! Wer technisches Interesse hat meldet sich bei Fred, er zerlegt mit dir die Respis bis auf den Kern.

Arbeitsumfang: Rapport 7:15. Pat. kommen um 7:20-30h. Mithelfen bei der Vorbereitung und letztlich Einleitung. Von LA-Standby über Spinalanästhesien bis zur Vollnarkose kann man hier alles lernen selber zu machen – immer supervidiert durch OA/Ä. An die Vollnarkosen mit unterschiedlichen Atemwegen wird man herangeführt und nach und nach gesteigert. Letztlich durfte ich bis hin zu modifizierten RSI-Einleitungen intubieren. Bei RSI und nasalen Intubationen sowie Kindernarkosen sind die Oberärzte am Start. Es ist alles standardisiert und nachlesbar. Am Ende habe ich auch Pat. Im WAR abgegeben was immer ein gutes Training ist alles gemachte nochmal zu wiederholen.
Einzig die Regional-Anästhesien durfte ich nicht selbst machen, das kenne ich aber aus DE nicht anders. Hier kann man aber die Anatomie studieren und sich von Stanislav ausquetschen lassen. Sehr lehrreich!
Für eine Woche bin ich auf die IPS (=ITS) gegangen, wo ich die Visiten begleiten, Briefe schreiben und bei Katheter-Anlagen helfen durfte. Es ist immer eine Assistenz aus der Chirurgie/Inneren dort und lernt auch alles neu, da kann man sich direkt anschließen. Die Pflege ist hier sehr nett wenn man sich kurz vorstellt und eingroovt.
1-2 die Woche sind Fortbildungen, entweder von Anästhesie-OA/Ä theoretisch oder Bed-Site-Sonos auf der IPS. Gelegentlich auch Journal-Clubs und Interdiszipl. Fortbildungen – machen sich gut ab und zu.
Insgesamt arbeitet man 9h/d. Diese sind aber unterschiedlich auf 10h und 8h Schichten aufgeteilt. Ich habe immer geschaut was noch läuft und bin nach Bedarf und Kraft geblieben oder habe einen kurzen Tag gemacht (es wird nach 16h eigentlich fast immer ruhig). Zum Ende wurden meine Überstunden gerecht kompensiert – ohne Meckern! Ich möchte aber Anmerken, dass die Tage generell lang sind und das Abarbeiten gefordert wird.

Soziales bei der Arbeit: Knackpunkte. 1. Ärzte und Pflege: Durch die stark erweiterte Kompetenz der Pflege sind die Grenzen der Kompetenz und damit einhergehender Verantwortung relativ dünn. Wie so oft entstehen dann aber Spannungen. Da man selber aber zwischen den beiden Berufsgruppen steht (man hilft der Pflege oft und es ist super nett insgesamt) sind solche Situationen oft eine Zerreißprobe – ich möchte da unser Recht betonen einfach aus der Situation zu gehen, schützt euch selbst!
Das Gesamte Team ist super nett und das Beschriebene eine normale und bekannt Problematik an der auch stetig gearbeitet wird.
2. Verpflegung: Im Spital teuer (5-12CHF pro Gericht), Cafe in Ordnung. Im OPs gibt es Suppe und Brot for free. Außerhalb Essen auch teuer, die Lebenserhaltungskosten sind schon deutlich teurer. Besonders die Migros und Coop sind um einige Rappen teurer als Aldi und Lidl (leider nur im Nachbarort). Bis auf Berghütten alles mit Karte oder Twint.

Finanzen: Man bekommt zwar 1200CHF, davon gehen aber 500CHF für die Wohnung ab und geringfügig Steuern. Ich, ohne Dienstzuschläge, bin mit 605CHF rausgekommen. Das reicht aber meiner Meinung nach um auszukommen und auch um ein paar schöne Dinge zu erleben. Es lohnt sich ein Schweizer Konto zu eröffnen (UBS ist easy mit Arbeitsvertrag – ermöglicht Twint zu nutzten) oder eine virtuelle Schweizer IBAN zu haben (Revolut, Wise habe ich gehört).

Umgebung und Soziales: Kommen wir zum spaßigen Teil. Lachen SZ hat wie ich finde eine Sweetspot in der Schweiz – da es eine gute Anbindung an die Metropole Zürich hat und zeitgleich kurz vor den starken Bergen liegt. Zürich: zig Museen, teils kostenlose Eintritte an bestimmten Tagen, günstige Orchester-Konzerte für Studis in der Tonhalle, Lido-Zürisee, Parks mit Beachvolleyballfeldern, Archäologische Fenster in der ebenso schönen Altstadt, Uetliberg…
Städte: Ich war nur in Zürich, Basel und Lugano. Allesamt sehenswert, besonders aber im Sommer erlebenswert.
Outdoor (Winter): Schneeschuhtouren und Winterwanderungen via SchweizMobil-App suchen und navigieren, Skipisten in der Umgebung (nah: Brunni, Flumserberg, Pizol; fern: Arosa, Davos), Wanderungen in der Gegend: Etzel, Chli und Grosser Aubrig, Wägitalersee mit Schwarzenegg & Bockmattlihütte, Klöntalersee, Walensee, Rigi Kulm, Hausberg: Stöcklichrüz darum herum Hütten (Guetereggalm <3, Diebishüttli, Skihütte nur am WE)
Outdoor (Sommer): Wanderungen – überall :D
Klettern&Bouldern gehen indoor/outdoor in Wädenswill Gaswerk, Outdoor am Holzegg, Bockmattli, uvm.

Mobilität: Bahn und Bus gut ausgebaut, holt euch ein SBB-Schnupperhalbtax für 33CHF für 2M. Ansonsten haben oft ein paar UHUs/Kollegen auch Autos.


Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Eigene Patienten betreuen
Patienten untersuchen
EKGs
Patienten aufnehmen
Notaufnahme
Blut abnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Gehalt in EUR
1200CHF
Gebühren in EUR
500CHF Miete

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
2
Unterricht
3
Betreuung
1
Freizeit
2
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.53