Das PJ-Tertial ist in vier Rotationen aufgeteilt, was ich als sehr angenehm empfunden habe. Insgesamt hat man im Hauner ein eher arbeitsintensives PJ und sieht viele Patienten mit seltenen Erkrankungen. Das ärztliche Personal ist wirklich nett, jedoch merkt man, dass es im letzten Jahr eine gewisse Personalfluktuation gegeben hat und daher teilweise etwas weniger Zeit für Teaching bleibt. Eine gewisse Frustration ist bei den Assistenzärztinnen und -ärzten gelegentlich spürbar, wird jedoch nie an den PJ-Studierenden ausgelassen. Als Student hat man im Hauner insgesamt eine sehr schöne und lehrreiche Zeit. Auf den Stationen nimmt man viele Kinder auf und kann sich Schritt für Schritt proaktiv an Blutentnahmen bei kleineren Kindern herantasten. Man schreibt relativ viele Arztbriefe und findet immer etwas zu tun. Mehrmals pro Woche gibt es mittags Hörsaalvorträge, zusätzlich ein- bis zweimal wöchentlich weitere Fortbildungen. Die Vorträge stellen häufig neue Forschungsergebnisse vor; die Fortbildungen habe ich als besonders lehrreich empfunden. Wenn man lieber eine andere Rotation haben möchte, kann man den PJ-Beauftragten fragen, ob man wechseln kann. Dieser ist manchmal nicht so schnell im Antworten, daher würde ich frühzeitig nach Tertialbeginn fragen.
Intern 5 pulmonologisch-infektiologische Station: Besonders im Winter werden hier viele Kinder mit RSV und anderen respiratorischen Virusinfektionen behandelt. Man lernt sehr gut einzuschätzen, wie ein Kind aussieht, das stationär aufgenommen werden sollte, und wie ein Kind aussieht, das wieder entlassen werden kann, da sich die Kinder klinisch häufig innerhalb weniger Tage deutlich bessern. Das Team war sehr nett, und wir konnten meist gemeinsam Mittag essen. Teaching gab es immer wieder zwischendurch in informeller Form.
Intern 1 gastroenterologisch-nephrologische Station: Auch hier habe ich das Team als sehr freundlich erlebt. Es gab viel Teaching, insbesondere von nephrologischer Seite. Man wurde gut ins Team integriert und konnte eigene Patienten betreuen. Die Arbeitszeiten waren hier am längsten (wobei man vermutlich auch früher hätte gehen können, als ich es getan habe), sodass ich häufiger bis etwa 18 Uhr geblieben bin.
ZNA: Das war meine beste Rotation. Man durfte hier am meisten eigenständig arbeiten und Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung unter Supervision betreuen. Wenn zwei PJ-Studierende eingeteilt waren, arbeitete meist eine Person von 8:30 bis 16:00 Uhr und die andere von 16:00 bis 23:00 Uhr. In der Spätschicht war in der Regel deutlich mehr zu tun. Man sieht Patienten mit einfachem Infekt, aber auch hochkomplexe Patienten mit onkologischen, neurologischen oder metabolischen Erkrankungen.
Neonatologie: Hier hat man am wenigsten Eigenverantwortung (was bei diesem Patientenkollektiv auch sinnvoll ist). Insbesondere in der ersten Woche hatte ich gelegentlich den Eindruck, dass sich niemand so richtig zuständig fühlte und nicht ganz klar war, welche Aufgaben man konkret übernehmen konnte außer zuzuschauen. Das hat sich jedoch im Verlauf gebessert. Besonders spannend waren die Erstversorgungen, zu denen man immer mitkommen durfte und je nach Assistenzarzt oder -ärztin auch aktiv mithelfen konnte. Es wurde zudem sehr geschätzt, wenn man bei U2-Untersuchungen unterstützte. Ich habe außerdem zwei freiwillige Nachtdienste mitgemacht, die ebenfalls sehr interessant waren. Insgesamt konnte man in der Neonatologie meist am frühesten nach Hause gehen. Teaching gab es eher wenig, auch nicht regelmäßig während der Visite. Insgesamt war die Rotation dennoch sehr spannend. Hier geht es um 8 schon los, man darf daher aber auch etwas früher gehen.