Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Station
Heimatuni
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Kommentar
Famulatur an der Universitätsklinik Balgrist: fachlich sehr hohes Niveau in einer spezialisierten orthopädischen Klinik mit Fokus auf elektive Eingriffe und Spitzenmedizin. Der Lerneffekt ist gut, insbesondere im OP und auf der Notfallstation, jedoch stark abhängig vom jeweiligen Team – die Einbindung reicht von aktiv bis eher beobachtend, insgesamt nicht durchgehend fordernd. Unterkunft über die Klinik möglich (ca. 700 CHF/Monat), dafür sehr gute Freizeitmöglichkeiten in der Zürich.
Ich habe eine Famulatur an der Universitätsklinik Balgrist absolviert. Insgesamt ist der fachliche Anspruch sehr hoch, und die Klinik bietet ein exzellentes orthopädisches Umfeld, in dem man viel lernen und mitnehmen kann.
Der Arbeitstag beginnt in der Regel um 07:00 Uhr mit einem Vortrag der Assistenzärztinnen und -ärzte, bei dem wöchentlich wechselnde Themen präsentiert werden. Um 07:30 Uhr folgt der große Rapport mit dem gesamten ärztlichen Team. Anschließend wird man ab etwa 07:45 Uhr entweder im Operationssaal oder auf Station eingesetzt, abhängig von der jeweiligen Einteilung.
Im OP ist man aktiv eingebunden und assistiert bei den Eingriffen. Je nach Operation, Operateur und zeitlicher Taktung variiert der Grad der eigenen Beteiligung – von unterstützenden Tätigkeiten bis hin zum eigenständigen Nähen unter Anleitung. Nach Abschluss der Operation unterstützt man bei der Lagerung und Versorgung der Patientinnen und Patienten und begleitet diese bis zur Schleuse. Die Abläufe sind meist eng getaktet, sodass zwischen den Eingriffen nur kurze Pausen bleiben.
Auf der Station begleitet man überwiegend den zuständigen Stationsarzt. Klassische Stationsarbeit ist jedoch nur eingeschränkt Teil der Tätigkeit, da viele organisatorische Aufgaben durch Physician Assistants übernommen werden. Zusätzlich ist man bei Voruntersuchungen und Sprechstunden dabei, wobei die eigene praktische Beteiligung hier meist begrenzt ist.
Gelegentlich besteht jedoch die Möglichkeit, in der Sprechstunde aktiver mitzuwirken. In diesen Situationen kann man eigene Patientinnen und Patienten betreuen, untersuchen, dokumentieren und anschließend mit dem Oberarzt besprechen, um gemeinsam das weitere Vorgehen festzulegen.
Besonders lehrreich ist der Einsatz in der Notfallstation. Dort betreut man orthopädische Notfälle und übernimmt vergleichsweise viel Verantwortung. Durch die Vielfalt der Fälle erhält man einen breiten Einblick und wird aktiv in die Patientenversorgung eingebunden.
Das Arbeitsumfeld ist insgesamt professionell und strukturiert, die Teamatmosphäre kann jedoch variieren. Der Lerneffekt hängt stark vom jeweiligen Einsatzbereich und den betreuenden Assistenzärztinnen und -ärzten ab – während einige sehr engagiert sind und einen aktiv einbinden, bleibt man in anderen Situationen eher in einer beobachtenden Rolle.
Auch abseits des klinischen Alltags bietet die Zürich zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Zusätzlich organisiert die Klinik selbst Angebote wie monatliche Nahtkurse durch die Assistenzärztinnen und -ärzte sowie regelmäßige interne Fortbildungen.
Bezüglich der Unterkunft besteht die Möglichkeit, ein Personalzimmer über die Klinik zu beziehen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 700 CHF pro Monat und werden direkt vom Gehalt abgezogen. Die Zimmer sind mit eigenem Bad, WC und einer kleinen Kochnische ausgestattet, Kochutensilien müssen jedoch selbst mitgebracht werden.