PJ-Tertial Chirurgie in Klinikum Neumarkt (12/2025 bis 4/2026)

Station(en)
2A, 2K, 3A, 3B
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich habe mich aufgrund der vielen positiven Bewertungen für dieses Haus entschieden und kann diese nach meinem Einsatz dort nur bedingt nachvollziehen.
Man rotiert während des Tertials durch 3 Abteilungen: Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie. Die Rotation wird vorher durch die Personalabteilung festgelegt, auch wie lang man jeweils in den Abteilung bleiben wird. Dies kann in Rücksprache mit der Personalabteilung auch nicht geändert werden.

Allgemeinchirurgie: Beginn ist um 6:45 Uhr, um 7:00 Uhr geht es dann mit der Visite los. Dort läuft man in der Regel einfach nur mit, manchmal muss man auch die Dokumentation übernehmen, die Assistent*innen sagen einem aber in der Regel, was man notieren soll. Um 7:50 Uhr ist dann eine kurze Frühbesprechung mit der ganzen Abteilung. Danach wird vorausgesetzt, dass man erstmal Blut abnehmen geht, wenn es keinen Blutentnahmedienst gibt. Oft wird man auch von den Ärzt*innen der anderen allgemeinchirurgischen Station angerufen, falls es dort keinen Blutentnahmedienst gibt. Für OPs wird man zum Haken halten eingeteilt, oft wurde ich dann sogar im OP angerufen, dass ich irgendwo Blut abnehmen oder eine Nadel legen sollte. Es ist mehrmals vorgekommen, dass ich so für OPs eingeteilt war, dass ich keine Mittagspause machen konnte. Ansonsten wurde man auf Station bis auf Blutentnahmen und Nadeln legen nicht sehr eingebunden. In OPs mit rein zu gehen und zuzuschauen war jederzeit möglich. Ob einem dabei etwas erklärt wurde, hing sehr von der Person ab, die operiert hat. Nachmittags ist um 15 Uhr nochmal eine Besprechung mit der ganzen Abteilung, diese hat meistens mindestens eine halbe Stunde gedauert, weshalb man auch selten früher gehen konnte.

Unfallchirurgie: Auch hier ist um 6:45 Uhr Arbeitsbeginn und es geht direkt mit der Visite los. Nachdem man Blut abgenommen und Nadeln gelegt hat ist man relativ flexibel, wie man seinen Tag einteilt. Auch hier wird man auf Station eher weniger eingebunden. In der Unfallchirurgie wird man für die OPs auch nicht eingeteilt, weshalb zwar gerne im OP zuschauen darf, oft aber nicht mit an den Tisch konnte und dementsprechend wenig gesehen hat, weil schon 3 Operateur*innen am Tisch standen. Die andere Option war, mit in die Notaufnahme zu gehen, dort konnte man auch eigenständig Patient*innen voruntersuchen und dem Arzt/der Ärztin vorstellen (wenn man nicht gerade angerufen wurde, dass man eine dringende Nadel legen soll). Hin und wieder wird man bei der Morgenbesprechung von den Orthopäden gefragt, ob man bei ihnen im OP helfen kann, dort wurde einem dann auch gerne viel erklärt, vor allem auch wenn externe Operateure da waren.

Gefäßchirurgie: Arbeitsbeginn ist um 7 Uhr und es wird direkt mit der Morgenbesprechung begonnen. Danach geht man mit bei Visite. Falls man bei einer OP eingeteilt ist, wird man in der Regel von der Chefin bei der Morgenbesprechung darauf angesprochen. Man hat aber auch jederzeit die Möglichkeit freiwillig mit in den OP zu gehen, meistens durfte man dann auch mit an den Tisch. Die andere Möglichkeit ist, mit in die Ambulanz zu gehen und an der Sprechstunde teilzunehmen. Dort hat man die Möglichkeit, selbstständig Patient*innen zu anamnestizieren und zu untersuchen und es wird einem beigebracht, wie man Ultraschalluntersuchungen durchführt. Alle in der Abteilung (von den Assistenten bis zur Chefin) waren sehr bemüht, einem viel zu zeigen und zu erklären. Ich hatte hier wirklich das Gefühl, dass sie sich gefreut haben, dass man da war und man konnte viel lernen, sowohl theoretisch als auch praktisch. Nachmittags wurde man oft von der Chefin früher heim geschickt, wenn es keine Patient*innen mehr in der Ambulanz gab.

An sich gibt es für das Tertial 8 Studientage. Es gab aber in mehreren Abteilungen Probleme, diese zu nehmen, selbst wenn man Fehltage genommen hat, wurde einem teilweise mangelndes Interesse an der Abteilung und Lustlosigkeit unterstellt, weshalb ich dann am Ende nur 2 von 8 Studientagen überhaupt nehmen konnte.
Einmal pro Woche findet der PJ-Unterricht statt, dieser wird wechseln von den verschiedenen Abteilungen gehalten und ist von recht unterschiedlicher Qualität. Von praktischen Untersuchungen, Unterricht am Patientenbett, über Frontalvortrag und Abfragen aus einem Lehrbuch war alles dabei. In der Regel fand der Unterricht auch zuverlässig statt.
Mittagessen gibt es im Haus kostenlos, es ist wie ein Buffet aufgebaut, sodass man sich das Essen individuell zusammenstellen kann, wie man möchte.

Alles in allem bin ich eher enttäuscht von diesem Tertial, ich habe nicht wirklich viel gelernt, obwohl ich eigentlich chirurgisch interessiert bin. Ich hatte zu einem großen Teil das Gefühl, als persönlicher Blutabnahmedienst und Hakenhalter ausgenutzt zu werden, so nach dem Motto: Wir haben ja einen PJler, der kann das ja machen.
Bewerbung
PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Tätigkeiten
Blut abnehmen
Mitoperieren
Braunülen legen
Röntgenbesprechung
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Unterkunft gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
636

Noten

Team/Station
3
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
4
Klinik insgesamt
3
Unterricht
2
Betreuung
4
Freizeit
2
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.8