Ein Tertial in der Frauenklinik am Klinikum Konstanz kann ich nur empfehlen! Das gesamte PJ war top organisiert, mit Einführungstag, eigenen Computer Zugängen, Lehre etc. Die PJ-Beauftragte Christine Spieß war super lieb und ihr lag es immer sehr am Herzen, dass bei uns alles gut lief. Sie war für jede Frage immer für uns da.
Die Frauenklinik ist aufgeteilt in eine gynäkolgische Station, eine Wochenbettstation + Kreißsaal, die Ambulanz und den OP. Jeden Tag gibt es zwischen 3-4 AssistentInnen, die den jeweiligen Stationen zugeteilt sind. Die ambulanten Sprechstunden werden von den OberärztInnen und dem Chef geführt. Das gesamte Team war super lieb und herzlich und hat einen ganz toll aufgenommen.
Tagesablauf:
Der Tag begann immer um 7:45 Uhr mit der Morgenbesprechung. Hier gab es die Übergabe vom Nachtdienst und es wurde grob der anstehende Tag besprochen (Fokus auf der aktuellen Situation im Kreißsaal, welche OPs stehen an, etc.). Danach Blutentnahmen, Visite und alles was auf den Stationen sonst noch so anfällt wie Abschlussuntersuchungen, Briefe anlegen, Ultraschalluntersuchungen usw. Gleichzeitig fand immer die ambulante Sprechstunde der OberärztInnen statt und es liefen nebenbei die OPs. Um 15:45 Uhr kamen dann immer alle wieder zur Nachmittagsbesprechung zusammen und danach war, bis für die Diensthabenden, Feierabend.
Tätigkeiten:
Wir waren während meines Tertials zu zweit und haben uns wochenweise aufgeteilt - immer einer auf der Gyn-Station und der andere Wochenbett/ Kreißsaal und dann nach einer Woche Wechsel. Das wurde uns frei gestellt aber es ist besonders in der Frauenheilkunde sinnvoll sich aufzuteilen, da die Untersuchungen ja doch etwas sehr intimes sind. Wir durften bei allen Untersuchungen dabei sein, meistens vor- oder nachuntersuchen und es waren immer alle daran interessiert, dass man etwas lernt. Fragen waren immer gerne gesehen und wurden immer geduldig beantwortet - egal ob von AssitentInnen, OberärztInnen oder vom Chef. Auch im OP waren wir immer willkommen und es gab immer die Möglichkeit mit an den Tisch zu gehen und, wenn Zeit war, auch zu nähen. Bei manchen OPs waren wir als PJ sowieso mit eingeplant, wenn eine dritte Assistenz benötigt wurde.
Kreißsaal:
Das Team im Kreißsaal war super lieb! Die Hebammen haben uns auch sehr herzlich aufgenommen und waren immer motiviert uns was zu zeigen oder zu erklären, besonders wenn gerade keine Hebammenstudentinnen da waren (die haben dann natürlich Vorrang).
Es gibt keine festen Aufgaben für uns als PJler (außer den paar Blutentnahmen/ PVK), aber es freuen sich natürlich immer alle über Hilfe. Mit der Zeit lernt man natürlich welche Aufgaben man selbstsändig machen kann und welche nicht aber es war einem auch keiner böse, wenn man nur bei den Untersuchungen oder in der Sprechstunde dabei war. Es hieß immer erst Lernen und Zuschauen und dann Helfen, die Priorität lag immer auf der Lehre. Der Chef hat mal zu mir gesagt "Der Laden muss auch ohne PJler laufen, sonst machen wir was falsch." Aber am Ende des Tertials konnten man auch schon ganz gut selbstständig arbeiten und war somit auch im Team integriert.
Bei Nachtdiensten oder am Wochenende durften wir auch immer mitgehen und haben dafür einen beliebigen Tag frei bekommen.
Wir hatten jeden Tag die Möglichkeit essen zu gehen. Es gab für uns als PJler extra Essensgeld, was separat auf unseren Transponder geladen wurde und auch am Ende nicht ausgezahlt werden konnte - unabhängig vom "Gehalt". Gegessen haben wir meistens mit dem Team zusammen oder mit den PJlern der anderen Abteilungen. Es gab fast jeden Tag PJ-Unterricht, der Fachrichtungen übergreifend organisiert war und irgendwann im Lauge des Tages stattgefunden hat.
Zusätzlich gibt es am Klinikum Konstanz den chirurgischen Bereitschaftsdienst, den jeder PJler (nicht nur die aus der Chirurgie) machen kann und bei dem man sich noch gut etwas dazu verdienen kann.
Im gesamten Krankenhaus herrscht eine sehr familiäre Stimmung, die ich aus der Uniklinik nicht so kannte. Selbst als PJler kennt man teilweise Fachrichtung-übergreifend die Leute. Ich wurde während meiner gesamten Zeit nicht einmal von der Seite blöd angemacht, weder von ÄrztInnen, Pflege, OP-Team oder PatientInnen.
Ich war im Wintertertial in Konstanz. Das hatte den Vorteil, dass insgesamt weniger StudentInnen in der Klinik waren. Besonders in der Gyn steht man sich mit zu vielen gerne mal auf den Füßen, was für alle Beteiligten etwas anstrengend sein kann. Dadurch, dass wir nur zu zweit waren, konnten wir uns ganz gut aufteilen. Im Sommer hat der Bodensee aber natürlich sehr viel mehr zu bieten. Trotzdem kann ich Konstanz zu jeder Jahreszeit nur empfehlen!