Das Negative vorweg:
- Wie gut der Tag verlief, hing sehr davon ab, mit wem man eingeteilt war. Das ist vielleicht immer so, aber bei der Anästhesie ist es mir besonders stark aufgefallen. Es gab viele Ärzt:innen, die sehr gerne und viel erklärt, abgefragt und Fragen ausführlich beantwortet haben. Es gab aber auch einige, die einen fast komplett ignoriert haben, obwohl man sich bemüht und Interesse gezeigt hat. Ich würde sagen, das Verhältnis war ungefähr 85:15 (gute Zeit:Langeweile).
- Das UKE ist ein großes Lehrkrankenhaus und die Anästhesie am UKE gibt sehr gerne Unterricht, sodass es häufig auch Blockpraktikanten, Famulanten usw. gab, mit denen man sich die Säle teilen musste. Es gibt in jedem OP-Bereich nur vier Säle, sodass man immer wieder zu zweit war.
- Der Unterricht fand immer wieder nicht statt (ungefähr 30% Ausfallquote). Der Tag begann an den meisten Tagen einfach im OP mit der ersten Einleitung für den Tag. Da hatte man die Möglichkeit, sich auch auszusuchen, mit wem man geht. Es gab nur mittwochs eine Frühbesprechung mit dem gesamten Team, bei der auch ein Vortrag gehalten wurde. Sonst hatten wir effektiv zwei bis drei Mal pro Woche Unterricht (geplant waren bis zu vier Unterrichtstermine).
Man wird über die Zeit in drei bis vier verschiedene OP-Bereiche (am UKE Cluster genannt) zugeteilt. Ich hatte anfangs eine Rotation in einem Cluster, in dem es zu dem Zeitpunkt viele Blockpraktika und einige Einarbeitungen gab. Ich habe schnell gemerkt, dass ich gar nicht die Möglichkeit hatte, Skills zu üben. Dafür konnte man aber schnell eine Lösung finden und ich wurde für die Zeit in einen anderen Bereich zugeteilt.
Man hat keine festen Aufgaben, sondern kann frei entscheiden, was man ausprobieren und übernehmen möchte (Zugänge, Intubation, Einleitung, Ausleitung, Übergabe im Aufwachraum, ZVK, Bronchoskopie...).
Man verbringt auch vier bis sechs Wochen auf der Intensivstation, was ich sehr lehrreich und angenehm fand.
Das Tertial war exzellent organisiert. Man wurde sehr gut betreut, respektiert und ernst genommen. Man hat erkannt, dass die Klinik sehr darum bemüht ist, die Zeit für PJ-Studierende gut zu gestalten.
Trotz einiger kleine Mängel, fand ich die Zeit in der Anästhesie am UKE insgesamt angenehm und kann sie Leuten, die überlegen, in der Anästhesie zu arbeiten, empfehlen.