Man rotiert als PJ zwischen drei verschiedenen chirurgischen Abteilungen, wobei alle Viszeral machen müssen (sonst Unfall, Thorax, Gefäß, Plastische).
Ich hatte Gefäß, Plastische und Viszeral, die Note bezieht sich auf alles zusammen, es gibt zwischen den Abteilungen riesige Unterschiede, deswegen beschreibe ich kurz die einzelnen Stationen.
Gefäß: Recht kleines Team, sehr netter Chef und Assis eigentlich auch nett, Oberärzte ok, zu meiner Zeit gerade zwei gegangen, also damit quasi die ganze OA-Riege. Insgesamt ist es echt super langweilig dort. Es gibt nichts zu tun, man sitzt viel rum und so gehts den Assis aber auch. Relativ wenige OPs, für die ist man auch nicht mit eingeplant. Da kann man zuschauen gehen. Die Abteilung teilt sich ein Büro mit den Angelogen, die sind super lieb und haben immer ein bisschen Mitleid und nehmen einen ggf. mit oder schicken einen in die Funktionsdiagnostik. Einziger Vorteil, man kann eigentlich immer recht früh gehen und das sollte man auch machen. Lernen tut man da nicht so viel.
Plastische: Große Warnung vor dieser Abteilung! Ganz toxisch! Alle fühlen sich wie die größten Macker, spritzen sich gegenseitig Botox und tun auf heile Welt und gönnen sich hintenrum den kleinsten Erfolg nicht. Ganz unangenehm! OPs immer angespannt, am besten einfach Mund halten, OTAs der Plastischen auch mehr als speziell. Viele Brustrekonstruktionen, die sind super spannend und man darf durchaus auch was machen, aber es wird eigentlich nur gemeckert und mit einem gesprochen wird nicht. Wenn man Glück hat, darf man bisschen nähen, ist aber selten. Es gibt einen sehr netten OA, sehr fähig, reflektiert, angenehm und bereit einem was zu erklären (malt immer alles auf, was er erklärt - total cool!), vom Rest würd ich eher Abstand halten. Was die Abteilung spannend macht ist die Transgender-Chirurgie, wie mit den Menschen v.a. hinter deren Rücken umgegangen wird, geht überhaupt nicht. Also wenn Chirurgie am EvB, dann sucht euch auf keinen Fall Plastische aus, aber nur meine Meinung.
Viszeral: Macht es wieder wett. Wirklich cooles Team, sehr coole, liebe und witzige Assis, die einen gerne mitnehmen und viel erklären, auch mal bei den BEs helfen. Da lernt man auch wirklich was. Und man steht auch recht viel im OP, operiert viel mit den OÄ, die z.T. auch wirklich lässig sind (z.T. leider auch sexistische Kommentare raushauen). Wenn man mit dem Chef im OP steht, muss man sich drauf einstellen abgefragt zu werden zu Anatomie und ökologischen Krankheitsbildern "wie im M3". Macht er gerne und viel und man fühlt sich immer dumm, das ist bisschen unbefriedigend. Also Tipp: Gut vorberieten auf die OPs, die man assistiert. Dienstbeginn 6:50 tut bisschen weh...
Insgesamt schon großer Pluspunkt, weil Helios halt ok zahlt, im Vergleich in Berlin, viele Fortbildungen, die auch immer ganz gut sind und chirurgisch doch einiges zu bieten hat, für so ein kleines Haus.