In Mitte läuft das mit der Inneren so, dass man 8 Wochen in die eine Subdisziplin geht (z.B. Kardiologie) und die zweiten 8 Wochen in eine andere (z.B. Rheumatologie).
Die Rheuma ist im Gegensatz zu vielen anderen internistischen Bereichen der Charité zahlenmäßig noch eine relativ gut besetzte Station mit 3-4 Ärzten pro Tag (davon meist ein Rotationsgastarzt), so dass Stimmung und Arbeitsteilung dort noch sehr gut funktionieren. Ein witziger und alles gut im Griff habender Stationsarzt bildet das Herzstück der Station. Als PJ´ler ist man stets gut beschäftigt aber eigentlich selten überfordert. Eine sorgfältige Aufnahme pro Tag ist usus, welche auch sogleich in Form des Anamneseteils des Patienten-zugehörigen Arztbriefes am PC festgehalten werden muss.
Das Fach selbst hat sich für mich als unerwartet spannend entpuppt. Die Rheuma bietet ein ungeheuer interdisziplinäres Spektrum der abgefahrensten Krankheiten und es macht mitunter sogar richtig Spass daran rumzuknobeln, welche seltene Erkrankung hier oder da nun tatsächlich vorliegt. Der Großteil der Patienten ist jedoch bereits vordiagnostiziert und ausschließlich zur regelmäßigen Chemotherapie vorstellig.
Wenn man mal von den lieb gemeinten dennoch krass nervenden Pharmakologie-Fragen absieht, macht selbst die Chefvisite Spaß, da doch oft sehr viel erklärt wurde. In den 8 Wochen, in denen ich auf der Rheuma war, fiel diese Visite jedoch 6 mal aus.
Als Wehrmutstropfen der Station empfand ich die fehlende Möglichkeit eines anständigen Mittagessens. Stattdessen werden gegen 11.30 Uhr noch mal Brötchen, Käse und Nutella rausgeräumt und beim Brunchen (was ja Socializing-technisch trotzdem sehr nett war) die wichtigsten Dinge des Tages geklärt.
Insgesamt eine sehr schöne Zeit gewesen!