Ich kann das Tertial in der Inneren am Klinikum Stuttgart auf jeden Fall weiterempfehlen! Es hängt natürlich auch stark davon ab, welche Rotationen man sich wünscht/bekommt. Insgesamt rotiert man durch drei Bereiche - meine waren Hämato/Onko, Nephro und die interdisziplinäre Notaufnahme (INA).
Hämato/Onko:
Ein sehr spannendes Fach und ein wahnsinnig netter Chef + OberärztInnen! Es gibt wöchentliche Lehrseminare mit einer Oberärztin und man darf direkt neu aufgenommene PatientInnen in der Mittagsbesprechung vorstellen (aber alles sehr entspannt). Die Blutentnahmen usw. wurden größtenteils von einer MFA erledigt, so dass man sich auf die tatsächliche Stationsarbeit konzentrieren konnte. Hier konnte man bei Visiten mitlaufen, Ports anstechen. Briefe schreiben usw und auf Wunsch auch eigene PatientInnen betreuen. Leider war die Arbeitssituation unter den AssistenzärztInnen oftmals sehr angespannt, da diese ziemlich dünn besetzt waren. Es wurden dann wohl jedoch einige neu eingestellt. Auch die hämatologische Station F21 war sehr spannend, hier kann man theoretisch ZVKs legen und Knochenmarkpunktionen machen, wenn die Zeit der AssistentInnen es erlaubt. Dies war bei mir leider nicht der Fall, da auch noch eine PA eingelernt wurde. Außerdem wurden wir auf die sehr lustige Weihnachtsfeier eingeladen (nur zu empfehlen!).
INA:
Die Notaufnahme ist genial, da man hier super selbstständig arbeiten konnte (wenn man etwas Initiative zeigt). Man kann sich oftmals einen spannenden Fall heraussuchen, sich einen Arzt/Ärztin schnappen und zusammen den Fall betreuen. Dabei macht man die gesamte Anamnese und klinische/ sonographische Diagnostik zunächst selbst, überlegt sich Differentialdiagnosen und weiteres Vorgehen und bespricht dies dann noch mit dem zuständigen Arzt/der zuständigen Ärztin. Ich habe hier super viel gelernt und eine sehr gute Zeit gehabt, gegen Ende waren es nur leider sehr viele PJlerInnen, FamulantInnen usw.
Nephro:
Eine sehr interessante Station und unglaublich nette AssistenzärztInnen! Leider gab es keine Blutentnahmekraft, so dass dies an uns hängen blieb. Dadurch hat man von der Visite leider nicht sonderlich viel mitbekommen und das zieht dich dann leider so bisschen durch den Tag. Auf der anderen Seite - wenn man Blutabnehmen und Nadeln legen beim PatientInnenklientel auf der Nephro dann mal routiniert kann, schockiert einen nix mehr. Eine sehr engagierte Oberärztin hat die Abteilung leider verlassen und mit ihr ging sehr viel Teaching und Stimmung. Der Chef ist von der alten Schule, die Stimmung bei Visite war sehr angespannt, am Besten vermeiden. Allerdings muss man hier nochmal kurz die AssistenzärztInnen auf Station lobend erwähnen: Ihnen war bewusst, dass die Bedingungen nicht ideal waren aber sie haben versucht einem trotzdem möglichst viel mitzugeben und man hat wirklich für jede Tätigkeit ein Danke bekommen!
Allgemein:
- PJler essen kostenlos, das Essen ist mittelmäßig lecker. Vegane Ernährung ist zwar möglich, aber nicht sonderlich spannend, angeblich ändert sich hieran etwas. Fleischprodukte usw gab es in Hülle und Fülle - soviel zu Gesundheit und Nachhaltigkeit.
- Der Verdienst wurde nach meinem Tertial auf meines Wissens ca 700€ angehoben. Angeblich könne man aufgrund der zusätzlichen Sachleistungen nicht höher gehen. Warum es das Diakonieklinikum um die Ecke dann aber schafft, den Bafög Höchstsatz zu zahlen, konnte niemand erklären. Soviel zu #fairesPJ.
- Es wurde eine Unterkunft im Wohnheim angeboten. Diese war zwar relativ nah am Klinikum und frisch renoviert, kostete aber auch ca. 70% des PJ Gehaltes und man konnte nur zum Monatsende kündigen - das Tertial ging bis zum 11. März. Auch hier würde man etwas ändern, wurde mir versichert, ich hoffe das stimmt.
- Es gibt extrem viel PJ Unterricht, teils mehrmal am Tag. Klasse!
Insgesamt kann ich das Tertial in Stuttgart total empfehlen. Es ist bei weitem nicht alles perfekt, aber man hat den Eindruck, dass daran gearbeitet wird, Dinge zu verbessern. Ich würde mich sofort wieder bewerben.