PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Freeman Hospital (11/2024 bis 1/2025)

Station(en)
Ward 5/6/7 HPB
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Station, Diagnostik
Heimatuni
Goettingen
Kommentar
Ich habe mich für ein PJ im Ausland entschieden um ein anderes Gesundheitssystem zu sehen.
Für Newcastle upon Tyne selbst sprachen positive Bewertungen von anderen PJ-Studierenden. Das Freeman Hospital ist neben der Royal Victoria Infirmary und dem Great North Children’s Hospital eins der 3 großen Krankenhäusern in Newcastle. In der näheren Umgebung befinden sich noch zahlreiche kleinere Häuser. Während das RVI hauptsächlich für sein großes Traumazentrum und die Notfallbehandlung bekannt ist, macht das Freeman elective Operationen und beherbergt das Cancer Centre.
Ich war in der HPB(hepato-pancreas-biliary)-Chirurgie unter der supervision von Jeremy French. Mr. French ist Sarkom- und Leber-Spezialist und operiert mehrfach die Woche. Neben speziellen Fällen zum Sarkom ist es hier auch möglich, Standardeingriffe wie laproskopische Cholezystektomien, Hernienreparatur etc. zu sehen. Bei den kleineren OPs darf man z.T. als 1. Assistenz gemeinsam mit einem weiteren Operateur operieren.
Das Sarkom als breite Erkrankung mit diversen Erscheinungsformen hatte ich im Studium zwar nie richtig auf dem Schirm, konnte aber durch Mr. French viel spezifisch lernen. Auch generell ist Mr. French immer bereit, Fragen zu beantworten und einem Tips und Tricks mitzugeben. Es ist ihm wichtig, dass man Spaß dort hat und gerne da ist, was er mit seiner enthusiastischen Art zeigt.
Wer ein gut betreutes PJ wünscht, ist bei Mr. French völlig richtig. Dadurch, dass er zeitgleich nur 1-2 Studierende betreut ist es möglich, ihm auf Schritt und Tritt zu folgen und so die unterschiedlichen Aspekte der HPB zu sehen (Ambulanz, Dienste, OP, Stationsarbeit, Meetings…). Wer lieber eigenständig in die OPs schauen möchte und nicht an eine Person gebunden sein möchte, kann sich auch bei weiteren Ärzten der Abteilung bewerben. Während meiner Zeit hatte ich das Glück, alleine bei Mr. French zu sein, sodass ich bei den von ihm geleiteten OPs eigentlich immer gemeinsam mit einem anderen Consultant oder Registrar am Tisch öffnen und zumachen durfte. Am Tisch selbst wurde nicht immer was erklärt, aber auf Nachfrage wurde eigentlich jede Frage beantwortet. Mittwochs war ich immer mit in der Clinic (Ambulanz) und habe dort zum Teil selbst Patienten gesehen, die ich anschließend mit Mr. French besprochen habe. Auch dies würde ich jedem empfehlen. Dadurch, dass es in England keine niedergelassenen Fachärzte gibt, kommt jeder mit Leber-, Gallen- und Pankreas-Auffälligkeiten in die Clinic, wodurch man dort unterschiedlichste Fälle sieht (Hernien, Karzinome, Follow-ups, etc.).
An Tagen, wo hauptsächlich Meetings für Mr. French anstanden, konnte ich mir alles nach Belieben anschauen. Auf Station freuen sich alle, wenn man zb Blutentnahmen und Zugänge macht (kein Muss!), aber auch andere OPs oder die Endoskopie lassen einen etwas reinschnuppern. Wenn man möchte, kann man ebenfalls Dienste mitmachen, wo dann z.B. Transplantationen von Mr. French gemacht werden. Da er nicht hauptsächlich für die Transplantationen verantwortlich ist, macht die im Alltag jemand anderes. Hier darf man aber auf Nachfrage auch mitgehen.
Zusätzliche Veranstaltungen sind u.a. wöchentlich Fortbildungen für die Assistenzärzte, Multi-disciplinary-Team(MDT) meetings, Sarcom-Meetings, Abteilungsbesprechungen.
Alles in allem war für mich Newcastle die beste Entscheidung. Man muss durchaus nachfragen und nachhaken, da dort nicht jeder etwas mit PJlern anzufangen weiß. Aber auf Nachfrage ist eigentlich fast jeder hilfsbereit und erfreut, Dinge zu erklären, zu zeigen oder einen machen zu lassen.
Newcastle selbst hat viel zu bieten. Von zahlreichen pubs, wundervoller Weihnachtsdeko und einer schönen Stadt am Tyne bis zur Küste mit super Wellen zum Surfen gibt es alles. Auch Ausflüge nach Edinburgh, Glasgow oder York sind unter den internationals beliebt. Es gibt eine WhatsApp Gruppe mit allen internationalen Studierenden, sodass man auch schnell Kontakt aufnehmen kann und gemeinsam etwas unternehmen kann.
Bezüglich der Unterkunft muss man sich selbst etwas suchen. Ich hatte über SpareRoom.com eine private Unterkunft gefunden. Durch die Uni werden ebenfalls Zimmer gestellt, in denen andere PJler gewohnt hatten. Diese sind etwas teurer (~800£) und am RVI gelegen, jedoch fährt wochentags alle 20 Minuten ein Shuttle vom RVI zum Freeman, sodass die Distanz kein Problem darstellt. Ich kann es nur von Herzen empfehlen.
Kleiner Tipp: immer nachfragen, wie Sachen vor Ort gemacht werden. Einwaschen bspw. unterscheidet sich maximal von dem, was wir aus Deutschland kennen.
Bewerbung
Ich habe mich ca. ein Jahr vorher um einen supervisor gekümmert (muss vor Bewerbung an der Uni feststehen). Hierfür hab ich mich per Telefon beim Sekretariat gemeldet und ein kurzes Bewerbungsschreiben per E-Mail gesendet (meist [email protected]). Wenn das Telefon besetzt ist mehrfach anrufen, ausländische Nummern werden nur in Ausnahmefällen zurückgerufen. Die Antwort kam dann aber sehr schnell. Ein halbes Jahr vor Tertialbeginn muss man sich an der Uni bewerben (inklusive Unterlagen wie Sprachzeutnis etc.). Ab dann ist das electives Office für die Formalien zuständig (sehr nett und immer zügig im Antworten).
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Bildgebung
Nahtkurs
Repetitorien
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Poliklinik
Eigene Patienten betreuen
Untersuchungen anmelden
Blut abnehmen
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Mitoperieren
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Gebühren in EUR
Anmeldegebühren 210£

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.07