Das EK Weende macht den PJ Start sehr leicht: Die u.a. für das PJ zuständige Kollegin Frau Lindner schickt vorab alle wichtigen Infos zu und fragt Rotations- und Urlaubswünsche ab und versucht diese umzusetzen. Ich wollte eher weniger rotieren, dafür längere Einsatzzeiten, andere PJler*innen wollten eher viele Abteilungen sehen: beides wurde möglich gemacht und spontane Urlaubswünsche selbstverständlich auch. Auf Station war allen Ärzt*innen in Weiterbildung bewusst, dass wir zB Frühstückspause sowie Mittagessen kriegen und das wurde immer ermöglicht, auch wenn sie oft nicht mitkommen konnten. Zweimal die Woche gab es PJ-Fortbildung: einmal die Klinische Arzneimittelkonferenz an der UMG für alle und einmal in Weende selbst für die PJler*innen dort - je nach Tertial Teilweise gemeinsame, teilweise getrennt nach Innere und Chirurgie. Zusätzlich wurden PJler*innen auch explizit zu den weiteren hausinternen, ärztlichen Fortbildungen eingeladen.
Ich habe die Atmosphäre in der Inneren als sehr wohlwollend für PJler*innen wahrgenommen, da ich dort als PJlerin immer mitgedacht wurde und zu Beginn fundiert eingearbeitet wurde und auch zeitnah eigene Zimmer/Patient*innen bekam.
Besonders gut hat mir gefallen, auch mal tageweise in die Funktionsdiagnostik, zum Herzkatheter oder auch an deren anderen Standort zur Angiologie zu rotieren und dort zu hospitieren.
In der Geriatrie war besonders spannend die Verzahnung der Inneren mit weiteren Fachdisziplinen wie der Neurologie, aber auch unterprofessionell mit den Phyisio- und Ergotherapeut*innen sowie Logopädie und selbstverständlich Pflege.
Schade fand ich, dass es eher auf Eigeninitiative ankam, ob ich auch mal selbst (außerhalb von Aufnahme & Körperliche Untersuchung) Diagnostik durchführen könnte wie zB Abdomensonografie, Pleura- oder Lumbalpunktionen - alles Eingriffe, die auf den Stationen täglich durchgeführt werden, aber wo "nur zugucken" den Lerneffekt für mich persönlich nicht so gesteigert hat. Aber frühes Ansprechen hat mir da auch sofort Türen geöffnet. Leider gab es "nur" eine praktische Sonografie Fortbildung für die Gefäße bei den Angiolog*innen, so etwas wie Abdomen-Sonografie als relevantes Übungsfeld hat mir gefehlt. Zum Glück gab es durch zB den ALS Kurs weitere Möglichkeiten "hands-on" zu üben und zu lernen.
Zuletzt: die Innere des EK Weende zeichnet sich für mich auch dadurch aus,dass es sowohl junge als auch ältere Ärzt*innen auf allen Weiterbildungstufen gibt, dass auch Leitungspositionen wie Oberärzt*Innenstellen vielfach weiblich besetzt sind und (obgleich des Geschlechts) ich wenig das Gefühl hatte, in Kontakt mit "staubig-verkrusteten" Strukturen zu tun zu haben, wie es ja oftmals im Krankenhausalltag berichtet wird.
Ich denke für das Krankenhaus spricht auch, dass im Gespräch viele meiner Mit-PJler*innen geäußert haben, dass sie dich vorstellen können, dort anzufangen, nach ihrem PJ.
Zuletzt: ich glaube, wenn jemand ein "chilliges PJ mit lockeren Anwesenheitszeiten" sucht, ist Weende der falsche Ort. Ich durfte immer Mal wieder früher gehen, wenn die Arbeit des Tages erledigt war, jedoch wurde viel Augenmerk auf Lehre gelegt, sodass ich so wie auch geplant viel anwesend war.
Dafür gibt es jedoch die Möglichkeit mit bis zu 3x teilnahme an Diensten weitere Urlaubs- bzw. Freitage sich zu erarbeiten, was ich auf jeden Fall auch sehr praktisch fand.