Hi, ich möchte hier mal versuchen einen möglichst detaillierten Einblick in mein PJ-Tertial in der Inneren Medizin zu geben :)
Positives:
Lehre:
Man kann imTertial über alle Bereiche der Inneren rotieren, das sind Station3 (Gastro/Palli), Station4 (Kardio/Pneumo) und die internistische Notaufnahme, in unserem Tertial wurde das auch für alle so realisiert. Ich habe mir in jeder Abteilung mehr oder weniger "einen Arzt gesucht" und auch schnell gefunden, mit dem ich mich gut verstanden habe und dann den Großteil des Tages verbracht habe (wobei ich mit dem überwiegenden Teil der Ärzte gut klargekommen bin und diese sehr nahbar sind). Dabei habe ich mich immer gut betreut und wertgeschätzt gefühlt, oft wurde mir sehr viel erklärt, ohne dass ich explizit danach fragen musste. Der Alltag auf den Stationen war: Blut abnehmen, Visite begleiten (ggf. eigene Patienten betreuen), Patientenaufklärungen, Arztbriefen diktieren und schreiben, Patienten im Tagesverlauf mit dem Arzt nachbesprechen. In der Notaufnahme hat man relativ schnell eigene Patienten betreut und diese dann dem Arzt übergeben und besprochen, dort war die Lernkurve am steilsten. Die Visiten finden in sehr entspannter, kollegialer Athmosphäre statt, da man oft nur zu zweit, ggf zu dritt unterwegs ist. Es gibt jede Woche 2 Seminare, eines davon ein EKG-Seminar und ein wechselndes Seminar von den verschiedenen Fachrichtungen des Hauses. Manchmal fallen Seminare aus, manchmal gibt es noch mehr. Die Seminare finden aufgrund der relativ geringen PJler-Anzahl in kleiner Runde statt und sind dadurch oft sehr lehrreich. Theoretisch kann man jederzeit in die Funktionsdiagnostik schauen.
Studien-/Krankentage, Arbeitszeiten:
Arbeitszeit ist Mo-Fr von 7:30 bis 16:00. Mittagspause haben wir immer gemacht. Wenn man den Zug nach Ribnitz nimmt, schafft man es fast nie rechtzeitig zur Frühbesprechung, das ist bei den PJlern aber geduldet. Ich durfte oft etwas früher nach Hause gehen, um einen guten Zug zu schaffen. Wenn man mal einen Termin hatte, konnte man das gut absprechen. Es gibt 8 Studientage für das Tertial, diese kann man sich frei legen. Für uns galt dieselbe Krankheitsregelung wie für Angestellte: Krankenschein erst ab 3 Tagen, weniger Tage werden auch nicht als Fehltage gezählt. Bei uns wurde niemand längerfristig krank oder hat diese Regelung ausgereizt. Damit wird auf jeden Fall sehr fair und kulant umgegangen.
Geld:
Es gibt eine monatliche Aufwandsentschädigung von 300€ und dazu eine Essens- und Fahrtkostenpauschale für jeden Tag, den man tatsächlich anwesend ist. So kann man auf fast 600€ im Monat kommen.
Spritzendienste:
Es besteht die Möglichkeit am Wochenende Spritzendienst von 8 bis 12 Uhr zu machen und dafür wahlweise einen beliebigen Tag frei oder 50€ zu bekommen.
Negatives
Klar, Blutentnahmen und Flexülen gehören zu einem PJ in der Inneren Medizin dazu. Zu einem Großteil der Zeit waren wir allerdings nur 3 PJler (bei maximal 6 Plätzen, davon 3 azyklisch). Da kam es regelmäßig vor, dass man bis 13 Uhr mit den Blutentnahmen beschäftigt war und dabei wenig bis nicht von Ärzten und Pflegekräften unterstützt wurde (haben natürlich selbst genug zu tun). Am restlichen Nachmittag kamen dann noch weitere Blutentnahmen und Flexülen dazu und natürlich noch die Aufklärungen,bei denen man ohne Supervision/Feedback auch nichts lernt. Da hatten wir wohl einfach Pech, laut Erzählungen wäre es mit 6 PJlern wohl wesentlich entspannter gewesen. Dazu wurde (wegen der engen Personalsituation) durchaus Druck ausgeübt, die eigentlich freiwilligen Spritzendienste doch bitte wahrzunehmen (und damit im Prinzip das Lernen zugunsten von BEs aufzugeben). Eine Weigerung meinerseits wurde akzeptiert, aber durchaus wiederholt von der Chefetage negativ kommentiert. Ist in meinen Augen prinzipiell ein nettes Angebot, aber sollte keine "Pflicht" als PJler sein:)
Ich möchte hervorheben, dass das definitiv nicht auf die ganze Zeit des PJ zutraf, aber eben doch zwei Monate. Der Zusammenhalt unter den wenigen PJlern war dabei aber immer gut, glücklicherweise haben uns die chirurgischen PJler oft bei den Außerliegern der Innere-Stationen unterstützt.
Fazit:
Ich habe das Gefühl, durchaus viel über die Grundversorgung in der Inneren Medizin gelernt zu haben, das war auch mein Ziel für das Tertial. Außerdem bekomme ich in die meisten Venen irgendwie irgendeinen Zugang. Ich habe einige nette, engagierte Ärzte kennengelernt bei denen ich mich wohlgefühlt habe und einiges lernen konnte. Blutentnahmen und Flexülen waren von der Anzahl her manchmal erdrückend, das ist mit mehr PJlern wahrscheinlich entspannter.