Wenn du dir für dein PJ ein tolles Team, Wertschätzung und sehr gute Lehre wünschst, bist du hier richtig!
Nicht zuletzt haben mich die positiven Erfahrungsberichte dazu motiviert, für mein Innere-Tertial von Frankfurt nach Mutlangen zu ziehen. Und es hat sich gelohnt!
Am ersten Tag wurden wir neuen PJler herzlich begrüßt und durften uns in Absprache untereinander auf die Stationen verteilen. Das Stauferklinikum bietet zur Rotation für PJler ein wirklich breites Spektrum an Abteilungen in der Inneren Medizin (Kardiologie, Gastroenterologie, Pneumologie, Hämatologie/Internistische Onkologie, Palliativmedizin, die Notaufnahme und sogar eine Schlaganfallstation). Solange man sich mit den anderen PJlern einigt, kann man sich ziemlich frei einteilen.
Ich habe die ersten drei Wochen auf der Station D30 (Hämatologie/Internistische Onkologie) verbracht und kann das absolut empfehlen. Mein Highlight dort war, dass ich zweimal (unter Aufsicht und Anleitung) Knochenmark punktieren durfte. Auch der Tag in der hämatologisch-onkologischen Tagesklinik im Haus war sehr interessant. Als nächstes habe ich eine Woche auf der D10 (Palliativstation) verbracht. Auch das kann ich wärmstens empfehlen! Von dem Oberarzt dort konnte ich enorm viel lernen, sowohl medizinisch als auch menschlich. Sein empathischer Umgang mit schwerstkranken Patienten hat mich sehr beeindruckt. Auch hat er sehr darauf geachtet, dass ich möglichst viel lerne und mich unter Aufsicht eine PleurX-Drainage legen und annähen lassen.
Als nächstes bin ich in die Notaufnahme rotiert. Die Zeit dort hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und war meine Lieblingsrotation. Am liebsten wäre ich dort gar nicht mehr wegrotiert. Es wird darauf geachtet, dass die Zeit in der Notaufnahme fair zwischen den PJlern verteilt wird. Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, soll immer nur ein PJler dort sein.
Schon am ersten Tag durfte ich (nachdem mir alles erklärt wurde) selbstständig arbeiten. Es gab immer einen Ansprechpartner für mich und alle Ärzte haben sich viel Zeit genommen, um mir etwas beizubringen. Ich habe Patienten untersucht und bis zur Entlassung oder Verlegung auf Station mitbetreut. Ich wurde ermutigt, mir Gedanken zum weiteren Prozedere zu machen, habe in Rücksprache weiterführende Diagnostik angemeldet, Gespräche mit Patienten und Angehörigen geführt und Arztbriefe geschrieben. Auch im Sonografieren wurde ich sehr gefördert und habe vieles dazugelernt.
An dieser Stelle möchte ich den PJ-Beautragten und Oberarzt Herr Yayla hervorheben. Man merkt sofort, wie sehr ihm die Lehre der PJler am Herzen liegt. Er gibt wirklich alles für die PJler im Haus und setzt sich sehr dafür ein, dass man möglichst viel mitnimmt. Am Anfang hat er uns gesagt, dass wir auf ihn zukommen können, falls wir nach ein paar Wochen noch keine Aszites- oder Pleurapunktion gemacht haben. Für den Fall organisiert er es dann. Während meiner Zeit in der Notaufnahme habe ich sehr viel von ihm gelernt. Einmal hat er mich zu einer Reanimation mitgenommen (es gab Herzalarm auf einer Station). Obwohl mehr als genug Ärzte anwesend waren, hat er sich dafür eingesetzt, dass ich die Thoraxkompressionen durchführe, damit ich Berührungsängste verliere und merke, dass man auch in dieser Situation als „nur“ PJlerin mithelfen kann. Für mich war es die erste Reanimation und dank ihm hatte ich, trotz der vielen Ärzte im Raum, nicht das Gefühl im Weg zu stehen. Auch bei meinem Wunsch mit im NEF zu fahren, hat er mich unterstützt und mir ein mehrtägiges Notarzt-Praktikum ermöglicht. Ich war zuvor noch nie mitgefahren und bin sehr dankbar für diese wertvollen Erfahrungen. Ich habe während dieser Zeit einen Pieper bekommen und war parallel auf der E11 (Schlaganfall-Station und gemischt internistische Station), was ebenfalls sehr interessant war.
Ein weiteres Highlight war meine Nachtwoche in der Notaufnahme. Wenn man möchte, gibt es hier für PJler die Möglichkeit 5 Tage lang Nachtdienste mitzumachen. Der Assistenzarzt, mit dem ich eingeteilt war, war super und hat mir viel beigebracht.
Es lohnt sich auch immer zu fragen, wenn einen etwas interessiert. Auch ohne in die Kardiologie rotiert zu haben, konnte ich bei einer elektrischen Kardioversion und bei Echokardiographien dabei sein. Eine Patientin mit thorakalen Schmerzen, die ich in der Notaufnahme untersucht hatte, habe ich bis ins Herzkatheterlabor begleiten dürfen, wo ich während der Koronarangiographie und Stentimplantation steril mit am Tisch stand. Auch bei Endoskopien war ich als PJlerin willkommen.
Mein Fazit:
Das Tertial im Stauferklinikum war das mit Abstand lehrreichste Tertial meines PJs. Ich kann es nur jedem empfehlen hier her zu kommen, auch wenn ihr nicht in der Nähe wohnt. Es gibt die Möglichkeit im Wohnheim direkt nebenan zu wohnen. Die Zimmer sind für den Preis völlig okay. Das PJ-Gehalt hier finde ich sehr fair (in Frankfurt gab es nichtmal halb so viel). Durch den Blutentnahmedienst im Haus konnte ich immer bei der Visite dabei sein. Es gab fast täglich (z.T. sogar zweimal täglich) PJ-Unterricht, der zuverlässig stattfand.
Das gesamte Team der Inneren Medizin ist wirklich toll und man fühlt sich wohl ab Tag 1! :)