Die Hauptsprache ist leider Französisch (definitive Empfehlung: das Kitteltaschenbuch Französisch für Mediziner). Man kommt mit deutsch und englisch teilweise nicht weit. Ich würde sehr empfehlen mindestens mit A2 Französisch dort hinzugehen, sonst nimmt man echt nichts mit in den Visiten und Besprechungen. Nur die Oberärzte sprechen teilweise deutsch/luxemburgisch. Die Patienten sprechen zum Grossteil alle drei Sprachen gut. Häufig war meine Hauptaufgabe am Tag in der Visite/Untersuchung/Anamnese zu übersetzen. Man hat im Allgemeinen typische Aufgaben als PJler: Aufnahmen machen, Verlaufeinträge schrieben. (Blutentnahmen und Zugänge macht die Pflege)
Gastro: Sehr nettes Team. Es gab nie mehr als 8-10 Patienten auf Station, was häufig recht langweilig war. Man konnte auch eigene Patienten übernehmen, was mir am Anfang etwas zu viel war. Wenn es auf Station nichts mehr zu tun gab, wurde ich meistens nach dem Mittagessen nach Hause geschickt oder konnte immer in der Endoskopie vorbeischauen (ERCP, Gastro, Kolo, etc.). Arbeitszeiten 8- ca. 14 Uhr
Infektio: Nettes (Oberarzt-)Team, etwas langweilig, da man nur unregelmässig Visite mit den Oberärzten gemacht. Es wurde einem häufig auch gar nicht von den Assistenten gesagt, wenn sie auf Visite gegangen sind. Ich saß den Grossteil des Tages nur hinter den Assistenten oder am Computer zum Einlesen in Akten. Manchmal dürfte ich Visiteneinträge machen, was sich häufig durch die Sprachbarriere nicht so einfach gestaltete. Hier gibt es aber viele luxemburgische Oberärzte, die einem echt gut Sachen oder DD erklären/ Fälle durchsprechen können, wenn sie Zeit haben. Arbeitszeiten 9- ca. 15/16 Uhr
Kardio: sehr grosses Team mit mehreren Stationen. Überwachungsstation hat mir am besten gefallen. Auf Normalstation kommen die elektiven Aufnahmen erst ab 17 Uhr. Ich habe fast jeden Tag von 8-18 Uhr auf Station verbracht. Vormittags meistens Visite, dann Mittagessen. Es gab für uns Studenten dann 4h-5h nicht viel zu tun bis die Aufnahmen kamen. Wenn man mit in den Herzkatheter oder eine Ablation wollte, musste man sich frühzeitig anmelden.
Es wurde ab und zu noch etwas teaching gemacht, aber eher für die neuen Assistenzärzte, da die zudem Zeitpunkt rotiert sind.
Jeden Freitagmittag gab es eine Fortbildung mit Sandwiches über unterschiedliche Themen oder Fallvorstellungen. Hier habe ich definitiv am meisten mitgenommen.
Ich hatte insgesamt das Gefühl, dass sie nicht oft (deutsche) Studierende haben und sich auch nur teilweise um einen kümmern (keiner sagt Bescheid, wenn Visite ist; keine Aufgaben, bei Nachfrage, ob man noch helfen kann, wurde nein gesagt, man wurde aber auch nicht nach Hause geschickt; Aufgaben verteilt, die mit Basisfranzösischkenntnissen nur schwer machbar waren). Man hat leider einfach viel Zeit abgesessen, ausser man hatte echt Glück mit einem Assistenten (MEVS werden sie dort genannt), der auch echt Lust hatte einem etwas beizubringen. Ich persönlich war sehr enttäuscht, da ich das Gefühl hatte, nicht so viel gelernt zu haben, vor allem auch durch die Sprachbarriere trotz Nachfragen. Wenn man recht fliessend im Französischen ist, kann man auf jeden Fall mehr machen als ich. Ich finde es nur sehr schade, dass man nicht im PJ-Portal vorgewarnt wird, dass fast alles auf Französisch abläuft.
Ich hatte das Glück eine kostenlose Unterkunft gegenüber der Klinik zu haben. Das gibt es seit dem Gehaltsanstieg für Praktikanten leider nicht mehr.
Man kann das Mitarbeitergym mitbenutzen, was super ausgestattet ist und auch Kurse anbietet.
Besonders hervorheben möchte ich den Essensrabatt als Mitarbeiter*in: Das Mittagessen (Menü 2,80€) bestand aus Suppe, Salat, Hauptgericht und Nachspeise und war wirklich super!! Man konnte auch morgens dort für 50ct frühstücken gehen.