Ich habe mein 2. Tertial am Spital Menziken absolviert. Das Haus ist insgesamt eher klein, die Abteilung besteht aktuell aus einer Chefärztin, einem Oberarzt und diversen Assistenten und Unterassistenten. Kompliziertere Fälle werden meist in das Kantonsspital verlegt. Die Arbeitsatmosphäre ist dafür familiär. Das Personal duzt sich untereinander, die Zusammenarbeit mit der Pflege ist auch meist harmonisch und unkompliziert.
Der Tag beginnt um 8 Uhr mit dem Morgenrapport, im Anschluss wird die Visite vorbereitet. Diese beginnt meist um 9 Uhr nach dem "Huddle", eine kurze Besprechung mit der Pflege etc.. Meist sind ein bis zwei Assistenzärzte auf Station eingeteilt, die man häufig bei der Visite begleitet. Im Verlauf durfte ich selbst Patienten übernehmen und diese visitieren. Nach der Visite findet eine Besprechung der aktuellen Patienten mit dem Oberarzt statt. Am Nachmittag wird die übrige Stationsarbeit erledigt (Austrittsberichte, Schellongtests, Spirometrien, Punktionen, Telefonate, Sonographien), welche wir als Unterassistenten häufig mit übernommen haben. Feierabend ist zwischen 16:00 und 18:00 Uhr.
Häufig werden die Unterassistenten auch in der Notaufnahme eingeteilt, entweder im Früh- oder Spätdienst. Der Notfall ist interdisziplinär, d.h. man kümmert sich sowohl um chirurgische als auch internistische Patienten. Pro Schicht ist ein Assistenzarzt einteilt, der die Fälle mit dem jeweiligen Hintergrund bespricht. Die Pflege übernimmt in der Schweiz die Blutentnahmen, aBGAs, EKGs etc. Es gibt einen "Fast Track", in dem die "harmloseren" Fälle gesehen werden, dies übernehmen häufig die Unterassistenten und besprechen die Patienten mit dem Assistenzarzt.
Das Spital hat ein Personalhaus sowie ein Einfamilienhaus mit 6 Zimmern, wo man wie in einer WG lebt. Die Gebäude sind direkt neben dem Spital. Die Zimmer kosten zwischen 280 und 690 CHF/Monat. Das Mittagessen im Spital kostet als Mitarbeiter 9 CHF. Je nachdem, wie viele Unterassistenten zurzeit im Spital arbeiten, hat man meist 1x/Monat einen Bereitschaftsdienst über das Wochenende, dafür bekommt man Kompensationstage frei. Zusätzlich gibt es Pickettdienste unter der Woche, die mit 80 CHF zusätzlich bezahlt werden. Urlaubstage bekommt man anteilig für die 4 Monate.
Der Ort ist relativ klein, Supermärkte sind fussläufig erreichbar. Für Ausflüge in die Berge oder nach Luzern/ Zürich würde ich eine Anreise mit dem Auto empfehlen.
Fazit: Insgesamt hatte ich eine lehrreiche Zeit am Spital Menziken. Ich wurde fest in das Team integriert und durfte häufig eigenständig arbeiten und Patienten selbst visitieren. Der Oberarzt erklärt gerne und es finden hin und wieder Fortbildungen statt. Falls man das breite Spektrum der Inneren Medizin kennenlernen möchte, sollte man besser in ein größeres Haus gehen!