PJ-Tertial Anästhesiologie in Praxis (11/2025 bis 3/2026)

Station(en)
Saal
Einsatzbereiche
OP, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Vorne weg: Macht das Anästhesie Terial unbedingt hier!

Am ersten Tag wird man von der Personalabteilung willkomengeheißen. Man unterschreibt den Vertrag, bekommt eine Aufklärung, Schlüsselund ein paar Info-Bögen.Danach gibt es ein kleines Tour und man wird zur Sekretärin gebracht.

Die Chefarztsekretärin ist mega lieb, freundlich und hilfsbereit. Ich habe ein Diensthandy am ersten Tag bekommen. Dann wird man in den Saal gebracht. Es gibt insgesamt 12 OP-Säle + MKG + Endourologie + MRT/EKT. Hier läuft eigentlich fast alles außer Kardiochirurgie. Im Saal kann man, je nach wie motiviert man ist, alles von Flexülen/ZVK/Arterien legen bis zur RSIs und SPAs machen. Es ist von Person zu Person stark unterschiedlich, manche erwarten gar nichts von euch und sind sehr überrascht und froh, wenn ihr die Basics könnt und manche erwarten etwas fachspezifischeres Wissen. Aber ganz wichtig: alles kann, nichts muss.

Man kommt mit fast allen super klar, es ist ein ganz nettes Team und auch multikulti. Ich wurde nie mit neuen Assistenzärzten eingeteilt, das heißt ihr seid immer mit erfahrenen Assistenzärzten, Fachärzten oder Oberärzten eingeteilt. Ich wollte ab Tag 1 alles machen, was ich machen darf/kann und habe sehr selten ´´Nein´´ als Antwort bekommen und dabei war es hauptsächlich wegen engen zeitlichen Bedingungen. Ab Tag 1 habe ich intubiert, LAMA platziert, Flexülen gelegt, Beatmung selbsständig eingestellt und Protokolle geschrieben.

Man muss sagen: hier hat man die ganzen Vorteile des Arztlebens ohne die Nachteile. Ich musste nie länger bleiben, war immer pünktlich raus, konnte immer Mittagspause machen, fast immer kleine Päuschen machen (außer wenn der Arzt selber kurz in der Pause ist), Freitags immer früher los (weil ich die Bahn nehmen musste und sogar manchmal wegen Bahnausfällen schon gegen 12 Uhr), zwischen Sälen frei switchen, wenn sich die Möglichkeit stellt. All das kann man als PJler machen (was im Arztleben ja nicht mehr so der Fall ist) und gleichzeitig alle coolen Sachen und Eingriffe machen.

Ich habe über 100mal intubiert, ci. 15 RSIs, über 20 Arterien gelegt, ein paar ZVKs, ein paar SPA, ein Plexus, über 30 LAMAs platziert, 5 EKVs gemacht, eine chirurgische Thoraxdrainage gelegt und einmal reanimiert. Ich hätte die Möglichkeit einer dilitativen Tracheotomie zu machen, hatte aber an dem Tag leider einen Termin und war nicht in Neubrandenburg, Schade!

Der Tag fängt um 07:15 Uhr mit Frühbesprechung an. Diese dauert unterschiedlich lange (zwischen 5 Minuten und einer halben Stunde). Die Fälle des Tages, die Dienste vom vorherigen Tag und Kapazitäten der ITS werden besprochen. Danach geht es in den Saal. An den allermeisten Tagen ist man nur einem Saal zugeitelt, manchmal aber mehreren gleichzeitig, d.h. man kann zwischen ihnen frei rotieren. Um 15:00/15:15 Uhr ist die Nachmittagsbesprechung, diese dauert ci. eine halbe Stunde und die Fälle des nächsten Tages werden besprochen. D.h. die Patienten, die in der Sprechsstunde zur Aufklärung waren, werden mit Wahl der Narkose vorgestellt und ggf. Notwendigkeit einer Arterie/ZVK und Verlegung auf ITS postop. Danach ist Feierabend.

Mittwochs findet immer eine Weiterbildung um 06:30 Uhr statt und läuft bis 07:15 Uhr. Am letzten Mittwoch des Monats gibt es nach der Routine-Weiterbildung wieder eine größere Weiterbildung mit Snacks, Kaffee und Tee und geht bis ci. 8 Uhr. Hier sind Themen wie Sepsis, Organspende neue ALS Leitlinien vorgestellt worden.
Sonst gibt es vom Klinikum unregelmäßig PJ Seminare von anderen Fachabteilungen wie Innere Medizin, Augenheilkunde, Pathologie, etc... Manchmal jede 2. Woche und manchmal einmal monatlich.

Im Saal habe ich im Allgemeinen sehr wohl gefühlt. Ich habe unheimlich viel gelernt und hatte an den meisten Tagen auch viel Spaß, sodass die Zeit schneller verging. Ich hatte meine Lieblingsärzte und durfte manchmal öfter mit ihnen Laufen. Ich weiß nicht, ob ich die Namen hier nennen könnte, ich wurde zumindest die Nachnamen sagen, hoffentlich kriege ich keinen ärger. Ich bin allen wirklich sehr dankbar und war bei allen (außer einer Person) immer richtig, also bin wirklich sehr froh, dass ich von allen was lernen konnte aber trotzdem will besonders den folgenden aus dem Herzen bedanken: Klages, Nagel, Craciun, Bereczki, Fazekas, Gomes, öze, Szürti, Fielmuth, Ich hoffe, ich habe keinen vergessen.

Ich war 3 Monate im Saal und einen Monat auf ITS. Der Chef ist der Meinung, dass man im Saal mehr lernen kann, v.a. das, was man später für den Anfang unbedingt braucht und empfiehlt deshalb nicht unbedingt, dass man lange auf ITS rotiert, vielleicht eine Woche. Aber da ich internistische Intensivmedizin machen wollte, war ich ein Monat auf der ITS. Der Chef hatte natürlich Recht, deshalb ist er auch der Chef. Also ich habe nie so viel von einem Chef gelernt, wie unser Chef. Der ist sehr sehr belesen und erfahren, super nett und gar nicht arrogant, wie man sich das sonst vorstellen würde. Wenn man von ihm was lernen kann, hat man wirklich Glück ´´ Der Teufel schläft nicht´´ und ´´ weniger ist mehr´´. Auf der ITS habe ich auch viel gelernt allerdings muss man ehrlich sagen nicht so viel wie im Saal. Der Ablauf auf der ITS ist ganz unterschiedlich und hängt vom Arzt ab, mit dem man eingeteilt ist. Bei manchen durfte ich selbsständig meine eigenen Patienten betreuen und konnte sie selber bei der übergabe vorstellen und bei anderen musste ich leider alles komplett mit den ärzten machen und keine Entscheidungen selbst treffen bzw. konnte nicht proaktiv sein und selber meine Patienten durcharbeiten. Aber auch bei diesen ärzten habe ich sehr viel gelernt und hatte nie das Gefühl, dass ich hier falsch bin, auch wenn ich das lieber anders hätte. Also es ist stark unterschiedlich aber ich habe sehr viel gelernt und habe die Zeit auf der ITS nicht bereut. Auf ITS geht es nach der Frühbesprechung mti Visite los. Die übergabe ist um 14 Uhr, dauert ci. eine Stunde, Danach kann man als PJler nach Hause. Die ITS -ärzte sind auch die, die den Schockraum und das Notfallteam bedienen. Deshalb war ich bei Notfällen im HKl und Schockraum auch dabei.

Mit der Pflege kommt man auch eigentlich gut klar. Viele erklären und zeigen auch mega viel. Maddy und Thomas will ich auch hier besonders bedanken. Auf ITS ist die Pflege auch größtenteils freundlich und hilfsbereit.

Die Personalabteilung ist immer telefonisch und per Email kontaktierbar, man wird zu einer Feedback-Runde auch eingeladen.

Freie Tage konnte ich wirklich super flexibel und ohne Probleme managieren. Der Chef ist diesbezüglich sehr großzügig.

Man bekommt ein Zimmer in einer 3erWG, meins war, Gott sei dank, 5 Minuten zu Fuß entfernt. Man konnte das Klinikum vom Balkon im Wohnzimmer sehen. Die Wohnung hat eigentlich alles wichtige.
Fahrkosten werden auch übernommen.
Essen bekommt man vergünstigt in der Cafeteria. Der günstigste Gericht bekommt man kostenlos und man kann die anderen 2 Gerichte durch Bezahlen der Differenz von 1-2 Euro bekommen.

Ich wollte eigentlich keine Anästhesie als Weiterbildung machen, meine Priorität war Atemwegsmanagement und danach kam alles andere (Arterien/ZVK/Narkose/Analgosedierung/ALS/Etc...), was man in der Anästhesie machen kann/muss. Dies habe ich auch sehr gut lernen können, also Ziel auf jeden Fall erreicht, tja sogut wie man das in 4 Monaten machen kann.
Ich dachte vor Anfang des Tertials, dass ich mich am Ende sehr freuen würde, wenn das Tertial ´´endlich´´ durch ist und habe nicht erwartet, dass ich an meinem letzten Tag eher mit Tränen in den Augen rauskommen würde. Ich werde die Zeit da, die Anästhesie, die Klinik, die Mitarbeiter und den Chef alle vermissen.....
Hätte ich nochmal die Wahl gehabt, würde ich mein Tertial ohne verzögertes Nachdenken wieder hier machen. Ich hätte natürlich auch lieber 2 Tertiale Anästhesie gemacht als ein Tertial Chirurgie!

Ihr seid hier ganz richtig, ihr werdet hier das mehrfache machen können als das, was man am Uniklinikum machen würde. Ihr seid auch die einzigen PJler im tertial und es gibt 12 Säle, also ihr habt ein Ozean an Wissen, was ihr freiwillig aufnehmen könnt. Ich kann es nicht genug weiterempfehlen. Ich hoffe, ich habe irgendjemandem mit diesem Beitrag helfen können. Ihr könnt mir gerne schreiben, wenn ihr Fragen habt. Viel Erfolg! Viel Spaß!
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Repetitorien
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Braunülen legen
Punktionen
Briefe schreiben
Eigene Patienten betreuen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Unterkunft gestellt
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
450
Gebühren in EUR
-

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1