Ich glaube, es ist schwer vorherzusagen, ob es einem auf der Nephrologie im AKH gefallen wird weil:
1) das Team rotiert
2) die Anzahl an freie Tage pro Woche (unabhängig von offiziellen Fehltagen, es ist allen wurst) variert zwischen 0-2, da es davon abhängt, wie viele KPJler da sind, das heißt wenn man theoretisch alleine wäre kann man sich halt “nur” den offiziellen Urlaub neben, während wenn man zu 5. Ist man dazu aufgefordert ist, nicht zu viele auf der Station zu sein.
3) es gibt 20H und 20I als normalstationen und 13I3 als Intensivstation, es basiert aber generell alles sehr auf “es sich untereinander ausmachen” wohin man gehen darf.
Wichtig ist mir aber zu betonen, dass es mir persönlich sehr gut gefallen hat und ich das Tertial auf jeden Fall nochmal machen würde.
Am ersten Tag gab es eine gut gemachte Einführung mit Dr. Winnicki, der einer der nettesten Menschen auf der Welt ist.
Allgemein sind alle sehr liebe Menschen, es gibt einige die vielleicht übermotiviert sind und manchmal ein bisschen anstrengend werden können, aber ich hatte ein super Teamgefühl. Besonders von Oberärzlicher Seite finde ich, ist man in sehr guten Händen.
Der Nachteil ist, dass wie bei vielen Inneren Stationen alles ein bisschen random in der Betreuung ist. Wenn man motiviert ist und einfach “vibed” hat man eine super Zeit (ich habe manchmal Tränen gelacht), wenn man sich zurückhaltend zeigt und zB nur die Aufträge erledigt und sonst nie was sagt, dann wird man auch genau für das verwendet und ist denen fürs Restliche egal.
Das klassische “als KPJler wird man ausgenutzt”- Gefühl hat man schon zwischendurch, aber mir kommt vor, das ist auf einer Inneren unvermeidbar.
Man startet gegen 07:30 (entspannt mit pünktlichkeit) mit Blutabnahmen, dann um 08:00 ist Morgenbesprechung. Es gibt zwischen 0-4 Aufnahmen pro Tag, die die KPJler machen. Man kann, wenn man sich einsetzt, auch eigene PatientInnen betreuen, aber allgemein ist der Arbeitsstil auf der Station sehr in Gruppenarbeit.
Nach Hause geht man meistens um ca 16:15
Inhaltlich ist es finde ich das beste Fach, wenn man Innere Allgemein machen will, weil alle Top InternistInnen sind und durch die Notfallkontingente eigentlich kaum richtig rein nephrologische Patientinnen da liegen. Es gibt kein strukturiertes Teaching aber manchmal freuen sie sich doch, wenn man nachfragt. Es herrscht aber glaube ich in Wien keine richtige “Teaching-Kultur”, dass die Leute von sich aus auf die Idee kommen, etwas zu erklären, oder zumindest selten.
Insgesamt, wenn man 3-6 Leute ist würde ich dieses Tertial definitiv empfehlen.
Bewerbung
Bei Celine Schmid/Safak Ates, beides sehr nette Leute. Die machen auch die Rheuma und Gastro. Der Kontakt mit ihnen war immer sehr unkompliziert und zuvorkommend.
Geheimtipp: wenn man nachfragt kann man gegen eine Kaution einen Schlüssel für Spinds bekommen!:)