Das Team in Rotenburg ist insgesamt sehr nett und aufgeschlossen. Wir waren vier Pjler in der Abteilung, was meiner Meinung nach leider etwas viel war. Wir wurden in die verschiedenen Bereiche aufgeteilt, das waren Zentral- OP, HNO, Plastischer und MKG -OP, Intensivstation und Flexibler Bereich (hierunter viel NEF, Ambulanz, Schmerzdienst). Man konnte in Absprache mit den anderen Pjlern aber relativ frei entscheiden, wie man sich aufteilt. Es gab mehrmals die Woche Unterricht, der allerdings häufig so gelegt war, dass man am Ende Überstunden machen musste. Die Ärzte haben sich aber immer reingehangen guten Unterricht in den verschiedenen Abteilungen zu machen. Mittags konnten wir, wenn wir wollten, immer Pause machen. Da hat nie jemand was dagegen gehabt. Die Stimmung unter uns Pjlern war fächerübergreifend super. Jeden Monat muss man einmal zum UKE für einen Studientag. Das war ein bisschen wie Vorlesungen und hat sich nicht so richtig gelohnt. Wer sowieso mal nach Hamburg will oder dort wohnt, hat aber auch keinen Nachteil dadurch. Die Tage waren etwas unnötig, aber die Zeit mit anderen Studierenden ganz nett.
Im Zentral-OP konnte man am besten Intubation und Narkoseführung an sich lernen, da hier verschiedene Operationen waren mit mehr oder weniger aufwendigeren Anästhesieverfahren. Aus diesem Grund würde ich empfehlen, dass der Anfang des Tertials am besten im Zentral-OP stattfindet.
Wenn man sich gut macht, darf man sehr vieles selbst durchführen und umsetzen. Es ist immer möglich zu intubieren, Narkosen zu überwachen und selbstständig zu dokumentieren. Vor allem der Chefarzt lässt einen sehr viel Aufgaben übernehmen, erwartet aber, dass man sich auch selbständig informiert und Wissen beispielsweise über Medikamentendosierungen aneignet.
Wenn man in der Gymäkologie eingeteilt ist, wird man auch gelegentlich Sectiones mitbekommen, die Einsätze im Kreissaal haben mir viel Freude bereitet, auch wenn ich keine Spinalanästhesien oder PDAs dort legen konnte.
Auf der Intensivstation konnte man sehr gut Intensivmedizinische Verfahren durchführen, u.a. Arterie legen, ZVK, Sheldon, Sonografie. Hier habe ich auch Nierenersatzverfahren wie die CVVHD kennengelernt. Weiterhin konnte man assistieren bei Bronchoskopien, Gastroskopien und CT Transporten und hausinternen Reanimationsdiensten. Bei Herzkatheteruntersuchungen durfte man zusehen. Ich konnte gelegentlich eigene PatientInnen übernehmen, allerdings war dies aufgrund von einzuarbeitenden AssistenzäzrtInnen häufig nur eingeschränkt möglich. Einige Oberärzte und Oberärztinnen waren sehr motiviert uns Dinge beizubringen und uns die Möglichkeit zu geben, vieles selbst durchzuführen. Da auf der ITS vieles mal anders abläuft als geplant, war jedoch manchmal der Plan besser als die Durchführung. Die Arbeitszeit dort ist von 7.00- 16.00, ich fand es schwer, rechtzeitig zu gehen, obwohl der Arbeitstag für Pjler eigentlich bis 15.30 angesetzt war.
Beim NEF Dienst verbringt man die meiste Zeit in Montur (die lieberweise von den KollegInnen sogar bereitgestellt wurde) auf der ITS. Es war dann glückssache, ob ein Einsatz kam oder nicht. Da ich vorher wenig Berührung mit Rettungsdienst hatte, waren die Einsätze für mich alle spannend. Die KollegInnen haben gerne erklärt und einen mitgenommen. Ich war am Ende froh, dass kein sehr dramatischer Unfall etc dabei war, aber die Erfahrung war sehr lehhreich.
Ich empfehle definitiv auch die Teilnahme an der Arbeit in der Anästhesieambulanz, da man hier teilweise selbst die Anamnese und Untersuchungen durchführen konnten und auch viel über die Anästhesie selbst gelernt hat. Besonders spannend fand ich den Umgang mit PatientInnen, bei denen die Aufklärung aufgrund eingeschränkter Kognition oder Sprachbarrieren kaum möglich war.
Pädiatrische Anästhesie konnte ich vor allem in der HNO und MKG kennenlernen, ein toller und spannender Bereich mit sehr viel Verantwortung.
Ein kleiner Nachteil ist, dass Katheterverfahren nicht so häufig wie in anderen Häusern angewendet werden. Gleichzeitig habe ich leider nicht die Möglichkeit bekommen, eine Spinalanästhsie oder Plexus zu legen.
Insgesamt war es ein tolles Tertial und je mehr man sich selber zutraut, desto mehr darf man auch machen. Leider waren wir zu viele Pjler in Summe mit den PraktikantInnen, sodass auch das ärztliche Team geäußert hat, dass es zu viele Leute sind. Auf der Intensivstation ist die Stimmung manchmal angespannt und manchmal gab es Spannungen zwischen OP und ITS. Die Stimmung zwischen Ärzten und Pflege und den Abteilungen untereinander ist eigentlich recht gut. Sowohl Pflege als auch ärztliches Team waren sehr freundlich und offen mit uns Pjlern. Ich würde Rotenburg als PJ Tertial in der Anästhesie definitiv empfehlen!
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Repetitorien Fallbesprechung Patientenvorstellung
Tätigkeiten
EKGs Eigene Patienten betreuen Punktionen Blut abnehmen Patienten untersuchen