Pro:
Es gibt ein festes Curriculum für das PJ-Tertial in der Neurologie. Die meiste Zeit (8-9 Wochen) verbringt man auf der Normalstation (22c), wo man eigenständig Patienten aufnehmen darf. Hier kann man viel Anamneseerhebung und Untersuchen üben und hat zudem die Möglichkeit, die aufgenommenen Patienten am Nachmittag bei der Oberarztbesprechung vorzustellen. Für die Aufnahmen kümmert man sich auch um erste Anordnungen (z.B. Medikamente) und Anmeldung der Diagnostik. Man darf Liquorpunktionen selber machen und wird nur selten wegen Blutabnahmen oder Zugänge legen gefragt. Es gibt ein PJ-Telefon und man darf beispielsweise auch die Visite dokumentieren. Zweimal in der Woche gibt es einen PJ-Unterricht von den Oberärzten, wo man auch unter Anderem Fälle durchspricht. Man hat entsprechende Accounts, um selbst Arztbriefe zu schreiben oder Anmeldungen zu machen. Zusätzlich rotiert man drei Wochen auf die Stroke Unit (22a), wo man z.B. den NIHSS-Score erheben darf und den Ablauf eines "Stroke-Alarms" mitbekommt und mindestens eine Woche auf die Intensivstation (22b). Relativ frei kann man sich weitere Stationen aussuchen. Ich war z.B. am Uniklinikum auf der neuroonkologischen Station, in der Neuro-Reha (Hier durfte ich bei verschiedenen Therapien, z.B. Neuropsychologie oder Sprachtherapie hospitieren.), in der Elektrophysiologie und in der Notaufnahme (sowohl am Bezirksklinikum als auch am UKR).
Wenn man sich bestimmte Dinge anschauen möchte, kann man jederzeit fragen und bekommt viel erklärt. Beispielsweise war ich einmal im Labor, um mir die Liquordiagnostik anzuschauen, am Uniklinikum habe ich mir angeschaut, wie ein fMRT gemacht wird und auch die MTAs in der Elektrophysiologie haben mir oft und geduldig erklärt, wie sie bestimmte Messungen machen.
Für die Ärzte gibt es am Donnerstag Nachmittag eine Fortbildung, wo man als PJ-ler auch hingehen darf. Teilweise gab es zusätzlich noch externe Vorträge. Zum Ende des Tertials konnte ich sogar einige Patienten eigenständig betreuen.
Kontra:
Wenn man nicht so interessiert an der Neurologie ist, kann es vielleicht anstrengend werden, weil man, um z.B. die Oberarztvisite am Nachmittag noch mitzubekommen, doch recht lange bleiben muss (teilweise bis 17 Uhr, dafür darf man in anderen Bereichen weitaus eher gehen).
Am Uniklinikum hat man leider keinen Zugang für das SAP und kann deswegen nicht eigenständig am Computer arbeiten.
Ich habe ziemlich oft gefragt, ob ich selbst Patienten betreuen darf und so richtig funktioniert hat es nur teilweise. Das war auch sehr stark vom Personal auf Station abhängig.
Fazit:
Alles in allem hat mir das Tertial sehr gut gefallen und man kann unheimlich viel lernen, wenn man sich die unterschiedlichen Bereiche anschaut. Das Personal war sehr nett und hat sich immer Mühe gegeben, mir meine Fragen zu beantworten.
Bewerbung
Die Bewerbung lief über die Fristen der Uni Regensburg.