Arbeitszeit: Mo-Fr offiziell 8-16.30 (man kann meist zwischen 14.30 – 15.30 gehen, wenn man alles erledigt hat und fragt, ob man gehen darf), man kann Dienste mitmachen und hat dann entsprechend frei, 1x pro Woche Studientag, die können auch gesammelt genommen werden
Tagesablauf auf Station: 8:00 Beginn, 8:15 Frühbesprechung ca. 15-30min, dann viel Blutabnehmen + Viggos legen, Lasix spritzen (Pflege sagt, sie dürfen das nicht), Blut zum Labor bringen (es gibt dafür keinen Transport oder Rohrsystem, der Weg ist nicht weit aber insgesamt muss man schon oft hinlaufen), Visite mitlaufen (falls sie nach dem Blutabnehmen noch nicht vorbei ist), ca. 12 Uhr Mittagessen (kostenlos und man darf so viel nehmen, wie man möchte), dann weiter Stationsarbeit, 15:30 Röntgenbesprechung (muss man nicht hin, wenn die Ärzte dahingehen, kann man gut nachhause gehen)
Tätigkeiten: Blut abnehmen + Viggos legen (auf der eigenen Station und bei den Außenliegern und in der Privatresidenz, wenn nötig/ es gibt keine Blutentnahmekräfte), Blutkulturen, BGA (arteriell/ venös), bei Punktionen zuschauen o. assistieren, Sono, irgendwo anrufen, um irgendwas faxen zu lassen, im Herzkatheter zuschauen, in der Endoskopie sedieren (Personalmangel)
Einsatzmöglichkeiten: Normalstation, Intensivstation, Notaufnahme, NEF mitfahren, Endoskopie, Elektive Aufnahme (irre viel Büroarbeit, wird gerne vom Chef als lehrreiches Schmankerl verkauft – cave)
Team: mega jung und ultra nett!! Habe hauptsächlich mit den jungen Assistenzärzt:innen auf Station zusammen gearbeitet, die waren alle super lieb und respektvoll! Es gab auch nie Stress, das Blut schnell abnehmen zu müssen, es hatten alle wirklich Interesse uns viel zu erklären, wenn gleich dafür nicht immer genug Zeit war. Mit den Oberärzten (gibt leider nicht mal eine einzige Oberärztin) hatte ich eigentlich wenig Kontakt. Negativ ist mir nur der leitende Oberarzt der Intensivstation durch regelmäßige sexistische Kommentare aufgefallen (z.B. Computer fährt nicht hoch – „ja haha Frauen und Technik“ oder Ärztin braucht etwas länger, um den Isokittel zu schließen – „ja das müssten Sie als Frau doch gut können - wegen der Küchenschürze“)
Unterricht: eigentlich montags 14: 30, ist meist ausgefallen
Wohnung: es gibt Zimmer im Wohnheim (120 Euro/ Monat) und auch Zweier-Appartements, die sind aber begrenzt, man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen, ansonsten sind einige bei nebenan.de und Kleinanzeigen fündig geworden, Parkplätze gibt es auch
FAZIT:
Ich bin insgesamt sehr zufrieden, dass ich mich für das Tertial in Starnberg entschieden habe. Eigenständiges Patientenbetreuen ist nicht so richtig vorgesehen, was ich persönlich nicht schlimm fand, mit mehr Eigeninitiative ist da aber sicherlich viel möglich. Die Studientage sind natürlich der Hammer, das Team ist wirklich ultra nett und insgesamt hatten wir eine sehr nette Gemeinschaft mit den anderen PJs, alle haben sich gegenseitig ausgeholfen und wir waren immer lange gemeinsam Mittagessen. Man ist schon viel mit Blutabnehmen und Botengängen und Hilfsaufgaben beschäftigt, aber ein paar Mal hatte ich Glück und durfte auch ärztliche Aufgaben übernehmen (Pleurapunktionen, Kardioversionen, ZVK). Auch ne gut Wahl, wenn man nicht so mega Bock auf Innere hat.