Mein 8-wöchiges PJ-Tertial in der Unfallchirurgie war geprägt von repetitiven Aufgaben, mangelnder Lehre und einer insgesamt wenig wertschätzenden Atmosphäre.
Alltag als PJ-Student
Die Hauptaufgaben für PJ-Studierende bestanden aus Blutentnahmen und Zugänge legen – und zwar in einer Endlosschleife. Auf der privaten Unfallchirurgie, wo ich die meiste Zeit verbracht habe, kamen zusätzlich an Montag, Mittwoch und Freitag noch sämtliche Verbandswechsel für die Station hinzu.
Zusätzlich wurde man regelmäßig aus dem OP angerufen, um „Haken zu halten“.
Arbeitsklima
Die Ärzte waren zwar nett, aber es gab keine strukturierte Lehre. Man konnte an der Fallvisite teilnehmen. Diese lief so ab, dass die to-dos der Patienten am Computer von den Assistenzärzten vorbereitet wurden und im Anschluss mit dem Oberarzt besprochen wurden. Aufgrund des zeitlichen Drucks war für theoretische Wissensweitergabe aber auch meist keine Zeit.
Es bestand die Möglichkeit an Sprechstunden teilzunehmen, welche ich aber meist aufgrund der genannten alltäglichen Routineaufgaben nicht wahrnehmen konnte.
Besonders negativ fiel der Umgang mit der Pflege auf. Eine Zusammenarbeit war quasi nicht vorhanden, stattdessen wurde man bewusst mit zusätzlichen Aufgaben belastet. So wurde beispielsweise entschieden, dass plötzlich die PJ-Studierenden für den Materialbestand verantwortlich sind. Zudem weigerte sich die Pflege, die täglich benötigten Blutröhrchen vorzubereiten, sodass wir diese selbst ausdrucken und bekleben mussten.
Vergütung und Wertschätzung
Ein weiteres großes Manko: Alle ausländischen PJ-Studierenden erhalten exakt 0€ Bezahlung. Keine Aufwandsentschädigung, nicht einmal Essensmarken für das Mittagessen.
Fazit
Insgesamt kann ich dieses PJ-Tertial nicht empfehlen. Wer etwas lernen möchte, ist hier fehl am Platz. Wer die Wahl hat, sollte sich nach einer anderen Klinik umsehen.