Man muss hier deutlich zwischen Med 1 und Med 2 unterscheiden.
Ich habe in der Med 2 angefangen (Gastro). War da vor allem auf der Station 19, eine Rotation in die Palliativmedizin ist unter Absprache mit den Assistenzärzten möglich. Die PJ-Koordinatorin der Med2 sieht das leider nicht sooo gerne. Man wird sich jedoch einig, wenn man nicht direkt zu ihr geht und es über die Palli läuft. Ansonsten ist der Tag einigermaßen strukturiert. Man darf um 7:30 auf die Visite mitgehen, die Blutabnahmen werden danach gemacht. Davon gibt es hier sehr viele, ich war teilweise bis 12-13 Uhr damit beschäftigt, manchmal war ich aber auch schon um 9 fertig. Man kann danach selbstständig in die Funktionsabteilung gehen, darf dort bei Gastro/Kolos zuschauen, mal eine ERCP sehen, ins Sono mitgehen und mal selber Aszites punktieren. Man kommt jeden Tag zum Mittagessen, ist auf der Station immer mit einem zweiten PJler, was die Arbeit sehr angenehm macht. Man kann nach dem Mittagessen auch immer körperliche Untersuchungen machen, Verlaufsdokus anlegen, mal einen Brief schreiben. Letzteres ist kein Muss, man kann sich aber daran versuchen und bekommt konstruktives Feedback.
Ich denke es ist wie überall abhängig davon, welche Assistenzärzte da sind, wie die Lehre aussieht. Ich hatte das glück eine sehr erfahrene Ärztin auf station zu haben, die mir wirklich vuel erklärt hat, wenn sie einen nicht mochte, durfte man aber Sinnlos bis 16 uhr da bleiben und noch vor sich hin lernen. Die jüngeren Assistenten lassen einen aber schon meistens um 14 Uhr nach Hause gehen. Von den Krankheitsbildern her, hat man vor allem mit Leberzirrhosen, Patienten, die zum C2 Entzug da sind und den üblichen Gallenwegsproblematiken zu tun.
In der Med1 hatte ich das Glück auf die 32 (allg. Kardio) zu kommen. Da war der Tag tatsächlich noch strukturierter und ich konnte mehr selber machen. Da geht es immer um 8 Uhr mit den Blutabnahmen los. An schlimmen Tagen können es auch da mal 20-30 sein, die man alleine machen muss. Erst nach den Blutabnahmen (je nach Assistenzarzt) darf man auf die Visite mit. Um 10 Uhr ist jeden Tag eine Frühbesprechung, an die sich an manchen Tagen noch kurze Teachings, oder Demonstrationen anschließen. Ich war meist ab 10 auch mit den Blutabnahmen fertig und konnte dann mit den Patientenaufnahmen anfangen, Verlaufsdokus anlegen, mal eine Anamnese oder eine körperliche Untersuchung machen. Um 12 ging es dann mit den Assistenzärzten zum Mittagessen. Das fand ich persönlich schon sehr entspannt und kollegial. Man wird vor allem auf dieser Station als Hilfe empfunden, es wird einem immer mal wieder für die Unterstützung gedankt und man hat auch wirklich das Gefühl was sinnvolles zu tun. Wenn man möchte, kann man sich auch hier an Briefen austoben, eigene Patienten übernehmen und bei der Kurvenvisite am Nachmittag mitmachen. Nach dem Mittagessen holt man sich die EKG, die man befundet, mit einem Assistenzarzt bespricht und dann auch eingibt. So ist der Tag meistens zwischen 14 und 15 Uhr auch schon zu Ende und man darf nach Hause gehen, oder sich noch aufgaben suchen. Auch auf der 32 hatte ich die Gelegenheit in die Funktion zu gehen, TTE, TEE, koronarangios und EPUs anzuschauen. Dabei hatte ich immer das Gefühl willkommen zu sein. Mir wurde wirklich immer sehr nett und breit erklärt, was passiert und wo ich noch zusätzliches Material finde um mich noch genauer einzulesen, falls ich das möchte.
Eine Rotation auf die Intensivstation steht jedem PJler zu, man darf diese auch ablehnen.
Zusätzlich gab es ein Mal pro Woche PJ-Unterricht. Jeden Dienstag um 14 Uhr. Die Qualität war vom Dozenten und Fachbereich abhängig. Die neurologische Untersuchung ist mir besonders positiv in Erinnerung geblieben.
Abgesehen davon gab es alle 1-2 Wochen Teachings von der Med1. Der PJ-Beauftragte der Abteilung hat es wirklich ganz toll gemacht. Anhand von Symptomen, EKGs und echten klinischen (Not-)Fällen wurde einem das Basisvorgehen von der Notaufnahme bis hin zur Stationären Aufnahme, oder im Stationären Notfallsetting, nähergebracht.
Ein mal alle 6-8 Wochen gab es auch von der Notaufnahme Teachings (Dormann). Dafür haben immer 2-3 PJler einen Fall vorbereitet, anhand dessen der Herr Prof. Dormann einen möglichen M3 Prüfungsablauf simuliert hat. Er gibt einem auch tolle Tipps fürs StEx, aber auch natürlich für seine eigene klinische Routine.
Besonders positiv fand ich aber den Zusammenhalt der PJler. Wir hatten eine WhatsApp Gruppe, wo alle Infos geteilt wurden, Treffen ausgemacht wurden usw. Es gab beim Mittagessen immer einen PJ-Tisch, an dem man immer Anschluss gefunden hat und sich Fächerübergreifend austauschen konnte.
Das Mittagessen ist für Studenten kostenfrei. Krankheitstage zählen nicht zu den 30 Fehltagen. Die Fehltage werden immer genehmigt.
Für die Innere kann ich Fürth wirklich nur empfehlen.