4 Monate in Cali lassen sich kaum kurz zusammenfassen, hier trotzdem der Versuch:
Armes Krankenhaus, schlechte Ausstattung, teilweise vollkommen ueberlastete Aerzte wegen der Anzahl der Partienten, man erlebt - teilweise - auch eine Art der Gleichgueltigkeit gegenueber Patienten die ich in diesem Masse davor nicht kannte. Die PJler dort arbeiten oft vollkommen selbststaendig, analysieren Roentgenbilder und empfehlen Therapien ohne mit der Wimper zu zucken. Die Arbeitsbelastung ist je nach Situation sehr hoch. Wer Dienste in der Notaufnahme mitmacht, wird sich in Situationen wiederfinden, die einen Zweifeln lassen, ob es eine gute Idee war nach Cali zu kommen (25jaehriger mit 3 Schusswunden in Abdomen, Hals und Becken, kein Arzt in der Naehe. OP oder nicht OP, das ist hier die Frage, und die Pfleger gucken dich mit grossen Augen an). Man muss also seine Kompetenzen kennen! Es gibt viele heftige Szenen zu sehen, was mich am Anfang wirklich umgehauen hat. Das Gefuehl der Ueberforderung werdet ihr oft vespueren. Je nach Station ist es allerdings auch entspannt und man macht gute Visiten, sieht vieles was es bei uns gar nicht oder nicht in diesem Stadium gibt. Koerperliche Untersuchung ist das A und O! Die Fortbildung sind mitunter seeehr gut! Je nachdem mit welchen Studenten man zusammenarbeitet hat man >5 Seminare etc. pro Woche.
Abschliessend: Ihr solltet schon ganz gut spanisch koennen, sonst wird es schwer zu partizipieren. Die Menschen dort sind phantastisch, da ihr meist einer Gruppe von Studis zugeteilt werdet, habt nach einer Woche 25 Freunde. Das Land ist kulturell und landschaftlich absolut atemberaubend. Auch politisch ist es unglaublich interessant. Und noch zum Thema Gewalt: Man muss sich dort schon mit einer gewissen Vorsicht bewegen, das ist dann aber auch ok! (wenn ihr wie der gestoerte PJler alias August Diehl in Dr. Aleman nach Siloe reinstolziert, seid ihr selber Schuld :)
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Die Adresse der internationalen Koordinatorin, sehr zuverlaessig: