Die Augen-Uniklinik Erlangen ist eine fachlich ausgezeichnete Klinik. Vier reine Augen-Stationen, ein ambulanter OP, drei große OP's für stationäre Patienten, eine große Augen-Ambulanz mit Sehschule und Notfallversorgung. Nach Erlangen kommen auch seltene Augen-Fälle und sogar andere Augen-Unikliniken überweisen nach Erlangen. In jedem Teilbereich gibt es OÄ die sich spezialisiert haben. Die Assistenten sind im Rotationsbetrieb auf den Stationen, der Sehschule und vor allem in der Ambulanz tätig. Ich war die erste Hälfte des Tertials auf der größten Augenstation eingeteilt. Dort gibt es neben Blutabnahmen (überschaubar) und Flexülen anlegen für die ambulanten OP's auch i.V. Medikamentengaben, subkonj. Injektionen, Untersuchungen, Augeninnendruckmessungen etc..
Die zweite Tertialhälfte wurde ich in der Ambulanz eingesetzt. Für die OP Säle war ich jederzeit auf Abruf. Man wird je nach Engagement an den Geräten eingearbeitet, als zweite sterile Assistenz eingesetzt, bei interessanten Patientinnen und Patienten dazu gerufen. Und natürlich untersucht man viele Augen mit der Spaltlampe und stellt auch mal Patientinnen oder Patienten vor. Jeden Tag gibt es mittags eine kurze Weiterbildung und jeden Mittwoch am Nachmittag eine Fortbildung. Unter den Assistenten gibt es eine guten Zusammenhalt (der auch nötig ist). Zwischen Assistenten und OÄ gibt es ziemlich extreme Hierarchien und selbst unter den OÄ gibt es teilweise Spannungen. Wenn man aber weiß an wen man sich halten kann und Interesse sowie Bereitschaft zu durchaus regelmäßigen langen Arbeitstagen zeigt, kann man schon ziemlich viel lernen. Auch einiges, was den normalen augenärztlichen Betrieb übersteigt (seltene und schwierige Fälle, fortschrittliche Operationen... ). Aber: Keine regelmäßige garantierte Mittagspause (ich meine wenn es nicht mehr geht, gehts nicht mehr - da sagt keiner was; aber wenn viel zu tun ist, ist eben keine Zeit für die Kantine), keine Studientage, Arbeitszeit wird elektronisch erfasst und dokumentiert (egal ob es noch was gibt oder nicht muss man bleiben um keine Minusstunden zu sammeln), man sollte auch ab und an mit einem strengeren Ton klarkommen. Die OÄ haben wenig Zeit was zu erklären, PJ Unterricht gibts nicht für Augen-PJ's (dafür halt Klinikinterne Fortbildung). Fazit: Freizeit ist wenig verfügbar, 5d Woche, man muss wirklich aktiv mitmachen um was zu lernen und auch angesehen zu werden als PJler und es gibt viele Geräte zum bedienen sowie filigrane Aufgaben mit der Spaltlampe zu erledigen. Die Augenheilkunde in Erlangen sollte man also eher nur dann machen, wenn man auch tatsächlich Bock auf das Fach hat. Dann ist es eine super Sache.