PJ-Tertial Anästhesiologie in DRK Kliniken Westend (11/2025 bis 3/2026)

Station(en)
Intensivstation, OP
Einsatzbereiche
OP, Station
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Ich würde allen, die sich für Anästhesie interessieren, oder unentschlossen sind, was sie als Wahltertial wählen sollen, ein Tertial in der Anästhesie im DRK Westend empfehlen! Ich hatte eine richtig tolle Zeit und habe viel gelernt und überlege jetzt tatsächlich Anästhesie zu machen, obwohl es mich vorher in die Innere gezogen hat. Wir waren drei PJs und wir waren alle begeistert.

PJ-Start:
- gute Einarbeitung in der ersten Woche mit Führung durchs Haus
- feste Ansprechpartner (PJ-Koordinatoren) für Fragen und Problemen
- eigener Spint, richtige Umkleide

PJ-Alltag:
- es war immer eine Person von uns für 4 Wochen auf der Intensivstation und die anderen beiden sind in den OP-Sälen rotiert
- Start OP: 7:35Uhr, Start Intensiv: 7:00
- wir hatten die Möglichkeit beim Gyn-Dienst mitzulaufen
- wir konnten jeden Tag eine Mittagspause machen (ca. 30min)
- die Mensa eignet sich nicht für VeganerInnen, ich habe mir daher jeden Tag was mitgebracht. Es gibt aber auch eine Art Mittags-Kiosk, bei dem es belegte Brötchen, Hot-Dogs und ähnliches gibt

Lehre:
- Montags 15:00-16:00 Anästhesie-Fobi (bis auf zwei Ausnahmen immer stattgefunden und wirklich lehrreich!)
- Mittwochs 14:30-15:30 allgemeine Fobi durch die unterschiedlichsten Abteilungen (hat meistens stattgefunden, war tlw. sehr gut und manchmal auch sehr unnötig)

Tätigkeiten OP:
- Checkliste abarbeiten
- Zugänge und Arterien legen
- Beutel-Masken-Beatmung
- Larynxmasken legen, gelegentlich auch Intubation
- Narkosen anleiten (Dosierungen berechnen, kommunizieren, etc.)
- Dokumentation, Überwachung und Optimierung der Narkose während der OP
- Ausleiten, Extubieren
- PatientInnen im Aufwachraum übergeben
Am Anfang meiner Saalzeit wurde kommuniziert, dass wir am Ende des Tertials in der Lage sein sollen, selbst eine unkomplizierte Narkose einzuleiten, zu führen und auszuleiten . In der letzten Woche habe ich tatsächlich alles alleine machen dürfen und mich damit sehr wohl gefühlt (es war natürlich immer ein Arzt/eine Ärztin im Raum).

Tätigkeiten Intensivstation:
- Visite mitlaufen und ggf. Patienten übergeben
- Status erheben und dokumentieren
- EKGs schreiben, Zugänge legen, BK abnehmen
- Arterien und ZVKs legen

Team:
- 12/10! Hab mich eigentlich mit allen AssistentInnen gut verstanden und hatte das Gefühl, dass die meisten auch daran interessiert waren, dass wir was lernen. Auch die Oberärzte waren zum Teil super engagiert und haben Lehre gemacht, wenn sie mit im Saal waren.
- Wir wurden zur Weihnachtsfeier eingeladen und waren mit einem Teil des Teams beim Weihnachtsmarkt. Hab mich von ärztlicher Seite eigentlich nie unerwünscht oder störend gefühlt
- mit einem großen Teil der Pflege konnte ich sehr gut zusammenarbeiten. Einige haben mir auch aktiv was erklärt und beigebracht. Bei einzelnen Pflegenden hatte ich das Gefühl, dass, egal was ich mache, alles falsch ist. Das war aber wirklich die Ausnahme.
- Tolle pflegerische Abteilungsleiterin auf der Intensiv! Sie hat sich total für mich eingesetzt und die ÄrztInnen darauf hingewiesen, dass ich doch die Arterien legen solle, als ich ärztlicherseits bei einem Notfall untergegangen bin.

Besonderes:
- der Chefarzt hat uns im Willkommensgespräch einen Taschenatlas Anästhesie geschenkt, den ich übers Tertial auch häufig zum Nachlesen verwendet habe
- wir durften einen Tag mit NEF fahren
- wir durften einen Tag an einem ILS-Kurs teilnehmen (richtig lohnenswert!)

Tertialende:
- der Chefarzt hatte uns zu Beginn des Tertials eine Prüfungssimulation fürs M3 angeboten, die wir alle am Ende des Tertials wahrgenommen haben. Würde ich auch total weiterempfehlen! Wir konnten nicht alles beantworten, aber das war voll ok. Es hat sich mehr wie ein Lehrgespräch angefühlt und er hat uns Tipps fürs Examen an die Hand gegeben.

Kritik:
- es wurde am Anfang darum gebeten, dass wir unsere Studientage freitags nehmen sollen und sammeln ist leider nicht möglich. Ich hatte 2-3 Mal die Situation, dass ich wegen Arbeit o.ä. einen anderen Tag frei brauchte. Mit Absprache war das auf jeden Fall möglich. Ich bin z.B. mal einen Samstag zum Frühdienst auf ITS gegangen und habe dafür den nächsten Dienstag freimachen können.
- während meiner Intensivzeit waren auch noch eine Famulantin, ein Notfallsanitäter und zeitweilig auch ein Rettungssanitäter im Praktikum dort. Es war zu der Zeit relativ wenig los und so standen wir uns oft auf den Füßen rum. Wenn dann mal was passiert ist, sind alle auf einmal dahin gelaufen und es stand eine riesige Traube ums Bett, sodass ich mich oft zurückgezogen habe, weil ich entweder nichts sehen konnte oder der Pflege/den ÄrztInnen im Weg stand. Ich hätte mir da manchmal mehr Delegation gewünscht.
- wir sollten eigentlich per Mail den Diensteinteiler (Saaleinteilung etc.) zugeschickt bekommen, das hat leider erst in der letzten Woche des Tertials geklappt, sodass wir morgens immer Fragen mussten, wo wir hinsollen.

Fazit:
Ich hatte ein richtig gutes Tertial in der Abteilung, habe mich sehr wohlgefühlt und hatte den Eindruck, dass sich richtig viel Mühe gegeben wurde! Wenn man ein bisschen Initiative ergreift und motiviert ist, kann man sehr viel machen und mitnehmen. Die Stimmung im Team war überwiegend sehr gut und ich habe mich eigentlich nie für Tätigkeiten ausgenutzt gefühlt, die meiner Ausbildung nicht dienlich waren.
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Nahtkurs
EKG
Bildgebung
Repetitorien
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
EKGs
Eigene Patienten betreuen
Braunülen legen
Punktionen
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Gehalt in EUR
350

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.13