PJ-Tertial Anästhesiologie in Benedictus Krankenhaus Tutzing (11/2024 bis 3/2025)

Station(en)
OP, Prämedikationsambulanz, Intensivstation, NEF, Schmerzklinik, Palliativstation
Heimatuni
TU Muenchen
Kommentar
Mein Anästhesie-Tertial in Tutzing war wirklich großartig, und ich kann es nur jedem empfehlen. Schon Wochen vor Beginn wurde ich von OA Martin Fritsch kontaktiert und erhielt alle relevanten Informationen sowie meinen fertigen Rotationsplan – besser organisiert geht es kaum. Am ersten Tag bekam ich ein Telefon und einen Spind. Alle waren stets daran interessiert, dass ich viel lerne, allen voran natürlich OA Martin Fritsch und OA Leif Zernia.

Zu Beginn war ich einige Wochen im OP eingeteilt. Dort konnte ich mir meist selbst aussuchen, mit welchem Arzt ich mitlaufe, oder ich wechselte von einer Einleitung zur nächsten. Da die meisten Anästhesisten hier Fachärzte oder fortgeschrittene Assistenzärzte sind, wird einem schnell vieles anvertraut. Wer es darauf anlegt, kann sicherlich jeden Tag mehrfach intubieren, Arterien legen oder andere praktische Fertigkeiten erlernen.
Auch in den letzten Wochen meines Tertials war ich wieder im OP. Hier wurde besonders darauf geachtet, dass ich unter Supervision selbstständig Einleitungen und die Narkoseführung übernehme.
Ein weiteres großes Plus: Alle im OP-Trakt waren ausnahmslos freundlich zu mir. Von der Anästhesiepflege konnte ich viel lernen, aber auch die OTAs und Chirurgen waren durchweg nett – das ist nicht überall selbstverständlich. 😉

Eine Woche verbrachte ich in der Prämedikationsambulanz und begleitete Ärzte oder Pain Nurses zu Patienten, die beispielsweise mit Schmerzkathetern auf den Stationen lagen. In dieser Woche bestand auch die Möglichkeit, NEF mitzufahren.

Auf der Intensivstation war ich zwei Wochen. Es soll dort gelegentlich ruhiger sein, doch während meiner Zeit gab es viele schwer kranke Patienten. Auch hier wurde großer Wert darauf gelegt, dass ich viel lerne. Ich untersuchte morgens die Patienten, begleitete Intensivtransporte zwischen OP und Intensivstation und war bei sämtlicher Diagnostik sowie Interventionen dabei.

Anschließend verbrachte ich drei Wochen in der Schmerzklinik in Feldafing. Während meiner zwei Wochen auf Station nahm ich an Untersuchungen, Aufnahmegesprächen, Visiten und Teambesprechungen teil. Danach war ich eine Woche in der Tagesklinik und begleitete Assessments von Patienten. Einige Tage durfte ich eine Patientengruppe zu verschiedenen Therapieeinheiten begleiten, darunter psychologische und ärztliche Edukationen, Physiotherapie, Sporttherapie, Biofeedback und Ernährungsberatung.
Die multimodale Schmerztherapie war für mich ein echtes Highlight, und ich konnte sehr viel über Schmerzmanagement lernen. Auch hier waren alle unglaublich nett und bemüht, mir so viel wie möglich beizubringen. Der Chefarzt, Prof. Dr. Freynhagen, nahm sich Zeit für ein Gespräch mit wertvollen Tipps für das M3. Auch während der Chefarztvisiten wurde gezielt Teaching betrieben.

Eine weitere Woche durfte ich auf der Palliativstation verbringen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team – bestehend aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Psychologen und vielen weiteren Berufsgruppen – hat mir sehr gefallen. OA Sr. Dr. Hoffmann nahm sich viel Zeit für Teaching, und ich konnte aus den Gesprächen und Untersuchungen viel mitnehmen.

PJler erhalten Essensmarken, und eine Mittagspause ist immer eingeplant. Auch zu Trinkpausen wird man regelmäßig geschickt. Ich nahm jeden Morgen den Zug um 06:38 Uhr in Pasing, um pünktlich für die ersten Einleitungen umgezogen zu sein.
Da es pro Tertial nur einen PJler in Tutzing gibt, gab es keinen strikt organisierten PJ-Unterricht. Stattdessen nahmen sich die Oberärzte während meiner Rotationen oder im OP gezielt Zeit, um relevante Themen mit mir durchzusprechen. Auch alle anderen Ärzte waren täglich um Teaching bemüht – ich denke, dass man auf diese Weise sogar mehr lernt.

Ich kann jedem nur empfehlen, das Anästhesie-Tertial hier zu absolvieren! Natürlich ist das OP-Spektrum nicht riesig, und schwerstkranke oder schwerstverletzte Patienten sieht man hier eher selten bis gar nicht. Dafür erlernt man alle relevanten praktischen Fähigkeiten, und das gesamte Team ist herausragend.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Prüfungsvorbereitung
Tätigkeiten
Mitoperieren
Punktionen
Patienten aufnehmen
EKGs
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Eigene Patienten betreuen
Braunülen legen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
597

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1