Das Tertial in der Inneren am UKSH Kiel hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Fast überall haben sich die Ärzt:innen große Mühe gegeben, dass wir etwas lernen konnten. Es wird zwar in den meisten Fällen erwartet, dass man mit den üblichen BEs/PVKs mithilft, aber eine große Belastung fand ich das nicht, und man hatte fast überall ein hohes Ansehen.
Man wird im Voraus gefragt, in welche Abteilungen man gehen möchte. Bei mir wurden alle Wünsche berücksichtigt, und soweit ich gehört habe, war dies im Großen und Ganzen auch bei allen meinen Mit-PJler:innen so. Man kann wohl auch im Nachhinein relativ problemlos die Rotationen hin-/herschieben/verkürzen/verlängern, jedoch habe ich das selber nicht gemacht.
Die Stationen, auf denen ich war:
1. Station C414: dies ist die Station für Gastroenterologie. Achtung! Theoretisch ist dies auch die endokrinologische und rheumatologische Station, sodass man, falls man diese Fachgebiete als Wunsch angibt, auf diese Station eingeteilt wird. Allerdings sind 95%-100% der Patient:innen dort gastroenterologisch/hepatologisch und es gibt nur intermittierend mal stationäre endokrinologische/rheumatologische Patient:innen. Es ist jedoch möglich, von dort aus in der endokrinologischen bzw. rheumatologischen Ambulanz zu hospitieren, was ich auch gemacht habe (s.u.). Arbeitszeiten auf der Station waren von 8:00 bis ca. 16:00. Es gab wenig Platz, wirklich etwas selber zu machen, und viel Fleißarbeit. Aber man lernt schon sehr viel über Gastroenterologie. Wenn einen das interessiert, würde ich diese Station empfehlen, ansonsten eher nicht so.
2. Rheumatologische Ambulanz: generell habe ich viel bei Ambulanzgesprächen zugeschaut und einzelne Untersuchungen gemacht. Manchmal konnte ich auch Patient:innen voruntersuchen/anamnestizieren, bevor die Oberärztin dazugekommen ist und das Procedere besprochen hat. Es war zwar sehr spannend, allerdings bin ich mir im Nachhinein nicht so sicher, ob ich wirklich viel nachhaltiges Wissen mitgenommen habe. Arbeitszeiten von 8:30 bis ca. 13:30, man konnte aber auch nachmittags noch mit der Oberärztin Konsile machen, was sich aus meiner Sicht gelohnt hat.
3. Infektiologie: hier war ich im ABS (Antibiotic Stewardship)-Team eingeteilt. Dort hatten wir keine eigenen Patienten, sondern haben andere Abteilungen unterstützt, als ABS-Visite auf diversen Stationen und im infektiologischen Konsildienst. Die Konsile durfte ich nach einiger Zeit auch eigenständig machen. Mir persönlich hat diese Abteilung am besten gefallen. Einem muss aber klar sein, dass man die meiste Zeit am Computer mit den Patientenakten verbringt und nur wenige Patient:innen wirklich sieht, dafür aber sehr ins Detail geht. Arbeitszeiten von 8:30 bis ca. 15:00.
4. Nephrologie: hier war ich auf der nephrologischen Allgemeinstation (C312) eingeteilt. Ich hätte auch noch auf die Dialyse gehen können, wozu ich aber nicht gekommen bin. Auf der Station lagen die Patient:innen meistens relativ lange, sodass man die Fälle gut kennengelernt hat. Man konnte mit etwas Initiative auch viel selber machen, z.B. Sonografien oder auch einfache Patient:innen selber zu betreuen. Wenn es langweilig wurde, konnte man zum nephrologischen Funktionsoberarzt gehen, der nachmittags immer Nierenbiopsien oder ZVK-/Shaldonanlagen gemacht hat, und zuschauen/assistieren (allerdings kaum etwas selber machen). In der Nephrologie waren alle besonders nett, und das Team war klein mit wenig Wechsel, sodass man schnell alle kennengelernt hat und wusste, an wen man sich hängen konnte. Die C312 hat mir als Station am besten gefallen. Arbeitszeiten von 8:15 bis ca. 17:00.
5. Onkologie: hier war ich auf der allgemeinen hämatologisch/onkologischen Station (HOS), eine sehr große Station, auf der immer total viel los war. Die meisten Patient:innen waren nur für ein paar Tage für stationäre Chemotherapie/Diagnostik da, sodass es immer viel Wechsel gab und dementsprechend viele Aufnahmen/Entlassungen. Ich hatte viele Möglichkeiten, was ich machen konnte: stationäre Patient:innen mitbetreuen, Aufnahmen machen, beim Interventionsdienst bei Pleura-/Aszitespunktionen mithelfen. Ich konnte mit etwas Absprache auch in die Ambulanzen gehen. Nachteil war das sehr große Team mit viel Wechsel, sodass ich meine Kompetenzen immer wieder neu demonstrieren musste. Arbeitszeiten von 8:00 bis ca. 16:00.
Andere Abteilungen, die man sich hätte aussuchen können, waren u.a. Intensiv, Notaufnahme, Kardiologie, Pulmologie, Geriatrie. Ich habe über keine Abteilung etwas wirklich Schlechtes gehört.
Der PJ-Unterricht war grundsätzlich immer dienstags und mittwochs von 13:30 bis 14:30. Dienstags war der kardiologische PJ-Unterricht, der leider oft unangekündigt ausgefallen ist. Mittwochs waren alle anderen internistischen Fächer dran. Der Unterricht war stark dozentenabhängig, meist aber eine Art Mini-Vorlesung/-Seminar. Montags gab es immer von 11:00 bis 11:30 den "Pharma Monday" vom geriatrischen Oberarzt in Kollaboration mit der Apotheke, der immer sehr beliebt und lehrreich war, wo ich es aber oft nicht geschafft (bzw. vergessen) habe, hinzugehen. Ein paar Mal gab es donnerstags außerdem noch onkologische Fallbesprechungen.
Man bekommt 400€ Geld, aber kein kostenloses Mittagessen. Man bekommt Kleidung gestellt und auch einen Spind, der allerdings in manchen Fällen total unpraktisch in irgendwelchen peripheren Gebäuden gelegen war. Insgesamt würde ich Innere am UKSH in Kiel absolut empfehlen, vor allem, wenn man an Innere interessiert ist, weil man wirklich viel und auch spezielle Sachen lernt. Denen von euch, die Innere für sich schon komplett ausgeschlossen haben und das Innere-Tertial nur machen, weil man es muss, würde ich vielleicht eher ein peripheres Krankenhaus empfehlen.